dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 17.11.2017

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ROUNDUP/Venezuelas Schuldenkrise: Kreditausfallversicherung wird ausgezahlt

NEW YORK/FRANKFURT/CARACAS - Es ist eine weitere Eskalation in der Schuldenkrise Venezuelas: Der internationale Derivateverband ISDA hat ein "Kreditereignis" für das sozialistisch regierte Land in Südamerika festgestellt. Der Beschluss vom späten Donnerstagabend hat zur Folge, dass Besitzer spezieller Versicherungen gegen einen Zahlungsausfall Venezuelas von den Anbietern solcher Papiere ausgezahlt werden müssen.

ROUNDUP: Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisiert Frist für London

GÖTEBORG/LONDON - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.

USA: Baubeginne und Genehmigungen steigen stark

WASHINGTON - In den USA sind im Oktober deutlich mehr Bauten begonnen und genehmigt worden als erwartet. Die Baubeginne erhöhten sich zum Vormonat um 13,7 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Das ist deutlich mehr als der von Analysten erwartete Zuwachs um 5,6 Prozent. Zudem fiel der Rückgang im September schwächer aus als bislang bekannt. Anstatt eines Rücksetzers um 4,7 Prozent ergibt sich nach korrigierten Daten ein Minus von 3,2 Prozent.

ROUNDUP 5/'Wir müssen reden': Jamaika-Sondierungen und kein Ende

BERLIN - Ungeachtet der bisher erfolglosen Sondierungen haben die Jamaika-Unterhändler ihren Willen bekräftigt, doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Nachdem die Gespräche am frühen Freitagmorgen nach knapp 15 Stunden vertagt worden waren, kamen die Verhandler von CDU, CSU, FDP und Grünen am Mittag zu einer neuen Runde zusammen. Die zentralen Streitpunkte wie Zuwanderung, Klimaschutz und Finanzen waren aber noch weit von einer Lösung entfernt.

ROUNDUP/Draghi: Zeit noch nicht reif für Ende der ultralockeren Geldpolitik

FRANKFURT - Der Euroraum ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi trotz solider Wirtschaftserholung weiterhin auf das billige Geld der Notenbank angewiesen. "Wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem die Erholung der Inflation sich selbst trägt ohne unsere unterstützende Geldpolitik", sagte Draghi am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt.

Deutsche-Bank-Chef Cryan: Größere Banken wären gut für Europa

FRANKFURT - Deutsche-Bank-Chef John Cryan mahnt eine Bereinigung des zersplitterten europäischen Bankenmarktes an. "Europa wäre gut bedient, wenn es eine Handvoll Institutionen gäbe, die auf globaler Ebene konkurrieren könnten", sagte Cryan am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt. Die USA und China beispielsweise hätten sehr große Finanzkonzerne, die weltweit investierten. "In Europa gibt es zu viele Institute, vor allem in Deutschland." Ein Zusammengehen würde aus seiner Sicht helfen, aber dafür müsse das richtige Maß gefunden werden, sagte Cryan.

Seehofer kritisiert Grüne: Spiel ist nicht nachvollziehbar

BERLIN - CSU-Chef Horst Seehofer hat die Grünen unmittelbar vor der Fortsetzung der Sondierungen für ein Jamaika-Bündnis zu mehr Kompromissbereitschaft aufgefordert. Ohne die Ökopartei direkt zu nennen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in Berlin: "Dieses Spiel, wir haben uns bewegt, jetzt müssen sich die anderen bewegen, ist nicht nachvollziehbar." Man dürfe nicht nur öffentlich erklären, kompromissbereit zu sein, sondern müsse dem in den Verhandlungen auch Taten folgen lassen.

ROUNDUP/China-Geschäft schwieriger: Deutsche Firmen zögern mit Investitionen

PEKING - Die Bedingungen für deutsche Unternehmen in China haben sich weiter verschlechtert. Langsames und zensiertes Internet, fehlende Fachkräfte, steigender Wettbewerb, Protektionismus sowie mangelnde Rechtssicherheit gehören zu den größten Hürden, wie die jährliche Umfrage der deutschen Handelskammer (AHK) in China ergab, die am Freitag in Peking vorgestellt wurde. Zwar sind deutsche Firmen optimistisch, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft wieder stärker wächst. Doch wird es für sie nach Einschätzung von Kammerpräsident Lothar Herrmann immer schwieriger, am Wachstum teilzuhaben.

ROUNDUP/Wirtschaft: Spielraum für nächste Regierung bei 76 Milliarden Euro

BERLIN - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hält den finanzpolitischen Spielraum der kommenden Regierung für fast doppelt so hoch wie die potenzielle Jamaika-Koalition. Wie aus einer Berechnung des DIHK hervorgeht, könnten Union, FDP und Grüne in den kommenden vier Jahre über zusätzliche Einnahmen von 76 Milliarden Euro verfügen. Die Parteien hatten den Spielraum auf 35 bis 40 Milliarden Euro beziffert. Zunächst hatten auch die möglichen Koalitionspartner mit einem größeren Spielraum gerechnet, doch der geschäftsführende Finanzminister Peter Altmaier (CDU) hatte die Erwartungen empfindlich gedämpft.

Eurozone: Rekordüberschuss in Leistungsbilanz

FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im September weiter gestiegen und hat ein Rekordhoch erreicht. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Freitag legte der Überschuss bereinigt auf 37,8 Milliarden Euro zu. Dies ist der dritte Anstieg in Folge und der höchste Überschuss seit Entstehung der Eurozone. Im Monat zuvor hatte der Überschuss bei revidiert 34,5 (zunächst 33,3) Milliarden Euro gelegen.

ROUNDUP: Europa will soziale Spaltung überwinden

GÖTEBORG - Nach den Wahlerfolgen von Populisten und EU-Kritikern besinnt sich die Europäische Union auf das Soziale, um unzufriedene Bürger zurückzugewinnen. Bei einem Gipfel in Göteborg bekannten sich die 28 Staaten am Freitag in einer Erklärung zu gemeinsamen Mindeststandards, darunter faire Löhne, Hilfe bei Arbeitslosigkeit und angemessene Renten. Die Rechte seien nicht nur "fromme Wünsche", sondern sollten konkret umgesetzt werden, versicherte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

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