dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 29.01.2018

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ROUNDUP 2: IG Metall greift zu Tagesstreiks - Arbeitgeber wollen klagen

FRANKFURT - Der Tarifkonflikt für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie spitzt sich zu. Erstmals will die IG Metall ab Dienstagabend ihre neuartigen Tages-Warnstreiks einsetzen. Die Gewerkschaft hat dafür am Montag in rund 250 Betrieben Abstimmungen in Gang gesetzt. Unter anderem sollen der Lastwagenbauer MAN in München, die Ford -Werke in Köln und Heidelberger Druckmaschinen bestreikt werden. Stimmt eine einfache Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder im entsprechenden Betrieb zu, werden die Tagesstreiks begonnen, erläuterte eine Sprecherin der IG Metall.

ROUNDUP 2: Union und SPD peilen raschen Kompromiss beim Migrationsstreit an

BERLIN - Union und SPD wollen den Dauerstreit über den Familiennachzug für Flüchtlinge in ihren Koalitionsverhandlungen möglichst rasch abräumen. Dazu soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen vom Montag zwischen den Fraktionen beider Seiten ein Eckpunktepapier für eine gesetzliche Neuregelung vereinbart werden. Damit könnte der Weg frei werden, am Donnerstag im Bundestag den auslaufenden Stopp des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus zu verlängern.

EU einig über Ziele für die nächste Brexit-Etappe

BRÜSSEL - Die 27 bleibenden EU-Länder haben am Montag ihre Ziele für die nächste Etappe der Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien beschlossen. Demnach bietet die Europäische Union dem Vereinigten Königreich nach dem EU-Austritt 2019 eine Übergangsperiode bis Ende 2020 an. In der Zeit soll Großbritannien noch sämtliche EU-Regeln einhalten und Beiträge nach Brüssel überweisen, aber nicht mehr in EU-Gremien mitbestimmen.

USA: Konsumausgaben steigen wie erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Dezember wie erwartet gestiegen. Sie erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,4 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Die Einkommen der Haushalte erhöhten sich ebenfalls um 0,4 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. Volkswirte waren hier nur von einem Zuwachs um 0,3 Prozent ausgegangen.

EZB-Chefvolkswirt Praet: Wir haben unsere Ziele noch nicht erreicht

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik aus Sicht ihres Chefvolkswirts noch nicht am Ziel. Die Notenbank sei immer noch weit davon entfernt, alle ihre Ziele erreicht zu haben, sagte der Belgier Peter Praet am Montag in Brüssel. Praet nannte drei Ziele: Die Inflation im Euroraum müsse sich dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent annähern, die Notenbank müsse große Zuversicht in ihre Prognosen haben und die Inflationsentwicklung müsse eine weniger lockere Geldpolitik verkraften können.

Indien erwartet stärkstes Wirtschaftswachstum großer Volkswirtschaften weltweit

NEU DELHI - Indiens Wirtschaft wird im laufenden Jahr voraussichtlich etwas stärker wachsen als zuletzt. Wie die Regierung am Montag mitteilte, wird im Finanzjahr 2018/2019 (bis Ende März) ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7,0 bis 7,5 Prozent erwartet. Indien wäre dann unter den großen Volkswirtschaften diejenige mit dem größten Wachstum im laufenden Jahr. Der leitende Wirtschaftsberater des südasiatischen Landes, Arvind Subramanian, sprach von einem kräftigen und breit gestützten Aufschwung. Er warnte aber unter anderem vor Risiken wie steigenden Ölpreisen, steigenden Zinsen und einer höheren Inflation.

Europa-Politiker McAllister sieht kaum Chancen für 'Exit vom Brexit'

BERLIN - Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, David McAllister, sieht nur geringe Chancen für eine Abkehr Großbritanniens vom Brexit. Über den EU-Austritt bestehe zwischen der britischen Regierung und der Labour-Opposition weitgehend Einigkeit, sagte McAllister am Montag im Südwestrundfunk mit Blick auf Debatten, die Briten könnten doch noch in der Europäischen Union verbleiben. Großbritannien sei ab dem 30. März 2019 ein Drittstaat, "und deshalb muss es auch wie ein Drittstaat behandelt werden".

Trump: Wäre bei Brexit-Verhandlungen härter als May

LONDON - Donald Trump hätte anstelle der britischen Premierministerin Theresa May einen härteren Kurs bei den Brexit-Verhandlungen eingeschlagen. Das sagte der US-Präsident in einem Interview des britischen Senders ITV, das am Sonntagabend ausgestrahlt wurde.

Notenbanker Knot: EZB-Geldschwemme 'so schnell wie möglich' beenden

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte ihr Wertpapierkaufprogramm nach Meinung des niederländischen Notenbankchefs Klaas Knot zügig auslaufen lassen. Das Programm müsse "so schnell wie möglich" beendet werden, sagte Knot am Sonntag im niederländischen Fernsehen. "Das Programm hat getan, was realistischerweise von ihm erwartet werden konnte", begründete Knot seine Haltung.

ROUNDUP/SPD-Mitgliedervotum: Auch Neumitglieder sollen mitstimmen dürfen

BERLIN - An dem SPD-Mitgliederentscheid über den Einstieg der Sozialdemokraten in eine große Koalition sollen sich auch Mitglieder beteiligen dürfen, die jetzt erst in die Partei eintreten. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kündigte am Montag im ZDF-"Morgenmagazin" an, der Parteivorstand wolle im Laufe des Tages über einen Stichtag reden, von dem an Neumitglieder nicht mehr stimmberechtigt sind.

Gewerkschaften fordern 4,5 Prozent mehr Gehalt für Redakteure

BERLIN - Für die 13 000 Redakteure sowie den freien Journalisten an deutschen Tageszeitungen fordern die Gewerkschaften 4,5 Prozent mehr Geld. Immer mehr junge Mitarbeiter verließen die Redaktionen, weil allein Idealismus und Liebe zum Journalismus ihr Leben nicht finanziere, erklärte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi zum Auftakt der Tarifverhandlungen an diesem Dienstag in Berlin. "Wenn weiterhin die Besten in den Journalismus finden sollen, muss sich bei den Einkommen etwas tun", erklärte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV).

ROUNDUP: Streit um Familiennachzug: Union kündigt geänderten Gesetzentwurf an

BERLIN - Für einen unbegrenzten Familiennachzug zu Flüchtlingen gibt es im Bundestag zur Zeit wohl keine Mehrheit. Das hat sich bei einer Anhörung im Hauptausschuss des Bundestages am Montag gezeigt. Darüber, wie viele Angehörige nachkommen dürfen und in welchem Tempo, gingen die Meinungen auseinander. Die kommunalen Spitzenverbände bekräftigten zwar, dass der Nachzug von Angehörigen integrationsfördernd wirken könne. Kay Ruge vom Deutschen Landkreistag betonte aber, Konflikte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen wie in Salzgitter und Cottbus zeigten, dass die Kapazitäten vielerorts bereits jetzt "erschöpft" seien.

Arbeitsmarktforscher sehen Job-Boom vor dem Höhepunkt

NÜRNBERG - Die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordtief, die Beschäftigung auf einem historischen Hoch - nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern wird der Job-Boom in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Denn 2018 dürften so viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen wie nie zuvor, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag bei der Veröffentlichung des Arbeitsmarktbarometers für Januar.

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