dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 23.11.2017

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ROUNDUP 2/Eurozone: Wirtschaftsstimmung immer besser - Boom oder Überhitzung?

LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im November überraschend und deutlich verbessert. Der Einkaufsmangerindex für die Gesamtwirtschaft erhöhte sich um 1,5 Punkte auf 57,5 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Donnerstag in London mitteilte. Das ist der höchste Stand seit rund sechseinhalb Jahren. Die Stimmung in der Industrie stieg sogar auf den höchsten Wert seit mehr als 17 Jahren. Einige Volkswirte warnen bereits vor einer wirtschaftlichen Überhitzung.

GESAMT-ROUNDUP: Deutsche Wirtschaft unter Volldampf - 'Erfolgsstory geht weiter'

WIESBADEN/FRANKFURT - Die deutsche Wirtschaft geht mit Tempo in den Jahresendspurt. Nach einem starken dritten Quartal steuert Europas größte Volkswirtschaft 2017 auf das höchste Wachstum seit sechs Jahren zu - ungeachtet der politischen Turbulenzen in Berlin. Angetrieben vom Exportboom und von steigenden Investitionen vieler Unternehmen stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

ROUNDUP: IAEA-Chef verteidigt Atomdeal mit dem Iran - 'Kontrolle funktioniert'

WIEN - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dem Iran erneut die volle Umsetzung des Atom-Abkommens bescheinigt. Die Überwachung der Nuklearanlagen der Islamischen Republik funktioniere reibungs- und lückenlos, betonte IAEA-Chef Yukiya Amano am Donnerstag vor dem Gouverneursrat der UN-Organisation in Wien. "Die Behörde hatte Zugang zu allen Orten, die wir aufsuchen wollten", sagte Amano vor Vertretern aus 35 Staaten.

Schulz zu Gespräch mit Steinmeier in Schloss Bellevue eingetroffen

BERLIN - Wegweisendes Gespräch in Schloss Bellevue: SPD-Chef Martin Schulz ist am Donnerstag zu seinem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingetroffen. Schulz wurde von seinem Vertrauten und Strategie-Chef Markus Engels begleitet. Steinmeier dürfte Schulz nach dem Jamaika-Scheitern an die staatspolitische Verantwortung der Sozialdemokraten und die Möglichkeit einer erneuten großen Koalition erinnern.

Steuer- und Abgabenlast in OECD-Ländern auf neuem Höchststand

PARIS - Die Steuer- und Abgabenlast in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Bürger und Unternehmen zahlten dort im Jahr 2016 nach vorläufigen Angaben durchschnittlich 34,3 Prozent der Wirtschaftskraft an Steuern und Abgaben. Das sei so viel wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1965, teilte die OECD am Donnerstag mit. Die 35 Mitgliedsländer der Organisation sind überwiegend wohlhabende Industriestaaten.

Belgien: Geschäftsklima hellt sich überraschend stark auf

BRÜSSEL - In Belgien hat sich das Geschäftsklima im November überraschend stark verbessert. Der Indikator sei zum Vormonat von 0,5 Punkte auf 1,6 Punkte gestiegen, teilte die belgische Notenbank (BNB) am Donnerstag in Brüssel mit. Das ist der höchste Wert seit April 2011. Volkswirte hatten nur eine Aufhellung auf 0,8 Punkte erwartet.

EZB verzichtete auf Enddatum für Anleihekäufe aus Sorge vor Marktreaktion

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich bei der jüngsten Zinssitzung wegen der Sorge vor einer möglichen scharfen Marktreaktion gegen ein Enddatum für die Anleihekäufe entschieden. Ein fester Termin hätte möglicherweise zu Preisanpassungen und damit einer unangemessenen Verschärfung der finanziellen Bedingungen geführt, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung vom 25. und 26. Oktober.

Schweiz gibt gut eine Milliarde Euro für östliche EU-Mitglieder

BERN - Die Schweizer Regierung unterstützt die osteuropäischen EU-Länder mit gut einer Milliarde Euro. Das kündigte Präsidentin Doris Leuthard am Donnerstag beim Besuch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Bern an. Mit dem Geld sollen Berufsbildung und Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit gefördert und Aktivitäten im Bereich Migration finanziert werden.

Bundesbank-Vorstand: Bitcoin ist kein Geld

FRANKFURT - Digitalwährungen wie Bitcoin sind aus Sicht der Bundesbank kein Ersatz für Euro, Dollar und Co. "Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt", schrieb Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Gastbeitrag für den Ifo-Schnelldienst. Virtuelle Währungen könne man nicht verwenden, sondern nur tauschen. "Sie sind frei erfunden und vermehren sich nach einem festgesetzten Schema in virtuellen Systemen, die formal durch Mehrheitsentscheidung der Nutzer, faktisch aber nach dem Belieben einer kleinen Gruppe geändert werden können", schrieben Thiele und Co-Autor Martin Diehl von der Bundesbank. "Mangels Wertbasis ist der Preis für Bitcoin praktisch beliebig bis hin zum Totalverlust."

Großbritannien: Wirtschaft wächst dank Privatkonsum

LONDON - Die britische Wirtschaft hat ihr solides Wachstum im dritten Quartal dank der Ausgabefreude der Verbraucher fortgesetzt. Wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte, wuchs die Wirtschaftsleistung (BIP) von Juli bis September um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Vorläufige Angaben wurden damit wie von Experten erwartet bestätigt. Die Entwicklung folgt auf Wachstumsraten von jeweils 0,3 Prozent im ersten und zweiten Quartal.

ROUNDUP: In Frankreich stehen die Zeichen auf Aufschwung

PARIS - In Frankreich mehren sich die Hinweise auf einen robusten Aufschwung. Im November erreichte die Stimmung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone den besten Wert seit fast zehn Jahren. Der Indikator für das Geschäftsklima stieg um 2 Punkte auf 111 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag mitteilte. Damit erreichte der Indikator den höchsten Wert seit Januar 2008. Außerdem wurden starke Daten zum Produzentenvertrauen und zur Stimmung der französischen Einkaufsmanager gemeldet.

Deutschland: Exporte und Investitionen schieben Wachstum an

WIESBADEN - Ein rund laufender Außenhandel und steigende Investitionen haben die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal angeschoben. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, lag die Wirtschaftsleistung (BIP) von Juli bis September 0,8 Prozent höher als im Vorquartal. Vorläufige Angaben wurden damit bestätigt. Das Wachstum folgt auf eine ebenfalls robuste Entwicklung von 0,9 Prozent im ersten und 0,6 Prozent im zweiten Quartal.

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