dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 03.11.2017

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ROUNDUP: US-Arbeitsmarktbericht bleibt etwas hinter Erwartungen zurück

WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt hat sich zuletzt etwas schwächer entwickelt als von Experten prognostiziert. Zwar ist die Arbeitslosigkeit auf den tiefsten Stand seit fast 17 Jahren gefallen, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Die Beschäftigtenzahl fiel aber durchwachsen aus und die Lohnentwicklung enttäuschte. Der US-Dollar wurde durch die Daten geschwächt. Der Euro stieg im Gegenzug zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit gut einer Woche bei 1,1690 Dollar.

USA: Stimmung der Dienstleister hellt sich auf

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Dienstleister hat sich im Oktober überraschend erneut aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) erhöhte sich um 0,3 Punkte auf 60,1 Zähler, wie das Institut am Freitag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit August 2005. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 58,5 Punkte gerechnet. Die meisten Unterindikatoren legten leicht zu. Gegen den Trend zurückgegangen ist jedoch der Preisindex.

USA: Industrieaufträge steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Auftragseingänge für US-Industrieunternehmen sind im September stärker gestiegen als erwartet. Die Aufträge seien um 1,4 Prozent zum Vormonat geklettert, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 1,2 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Aufträge um 1,2 Prozent gestiegen. Nach Herausrechnung der schwankungsanfälligen Transportgüter stiegen die Aufträge im September um 0,7 Prozent.

USA: Defizit der Handelsbilanz steigt

WASHINGTON - Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im September gestiegen. Der Fehlbetrag habe sich von revidiert 42,8 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 43,5 Milliarden Dollar erhöht, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten mit einem Defizit von 43,2 Milliarden Dollar gerechnet. Das Defizit im Vormonat war zunächst mit 42,4 Milliarden Dollar angegeben worden.

ROUNDUP: Droht die Pleite? Venezuela will Staatsschulden neu verhandeln

CARACAS - Das von krisengebeutelte Venezuela kämpft gegen eine akut drohende Pleite und will mit den Gläubigern über eine teilweisen Schuldenerlass verhandeln. Das kündigte Staatschef Nicolás Maduro in einer Rede zur Nation an. Nach einer letzten Zahlung der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA wolle man mit den Geldgebern über die gesamten Schulden neu verhandeln. Am Freitag standen Schulden von 1,121 Milliarden Dollar (1 Mrd Euro) aus. "Ich habe das Geld, um diese Verpflichtung zu erfüllen und habe die Zahlung angeordnet", sagte Maduro. Das Land mit den größten Ölreserven leidet unter einer Hyperinflation - das hat die Lage massiv verschärft.

ROUNDUP 2: Merkel bricht ihr Schweigen: 'Wir können die Enden zusammenbinden'

BERLIN - Zwei Wochen nach Beginn der Sondierungsgespräche über eine Jamaika-Koalition hat sich Kanzlerin Angela Merkel zuversichtlich zu den Erfolgschancen geäußert. In ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme zu den Verhandlungen mit CSU, FDP, und Grünen sagte die CDU-Chefin am Freitag in Berlin, sie gehe zwar von weiterhin schwierigen Beratungen aus. "Aber ich glaube nach wie vor, dass wir die Enden zusammenbinden können, wenn wir uns mühen und anstrengen."

Türkische Lira fällt Richtung Rekordtief - Höchste Inflation seit 2008

FRANKFURT - Der Kurs der türkischen Währung ist am Freitag nach neuen Inflationsdaten unter Druck geraten. Am Morgen musste für einen Euro zeitweise 4,4691 Lira gezahlt werden und damit fast so viel wie Mitte Oktober, als die Lira auf ein Rekordtief gefallen war und bis zu 4,5211 Lira für einen Euro gezahlt werden mussten. Im Vormittagshandel erholte sich die türkische Währung wieder etwas. Sie wurde zuletzt bei 4,4591 Lira für einen Euro und 3,8276 Lira für einen Dollar gehandelt.

Weidmann fordert erweiterte Kompetenzen für Euro-Rettungsschirm ESM

PARIS - In der Debatte über die Zukunft der europäischen Währungsunion fordert Bundesbank-Präsident Jens Weidmann mehr Kompetenzen für den Euro-Rettungsschirm ESM. Die Luxemburger Finanzeinrichtung, die klammen Eurostaaten hilft, sollte "mehr Gewicht bei der Budgetüberwachung" bekommen, sagte Weidmann der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Freitag).

Bundesbank lässt ihre Vorgeschichte durchleuchten

FRANKFURT - Die Deutsche Bundesbank lässt 60 Jahre nach ihrer Gründung ihre Vorgeschichte im Zweiten Weltkrieg und in den Nachkriegsjahren durchleuchten. Die Zentralbank hat nach Angaben vom Freitag eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Reichsbank sowie der frühen Bundesbank in Auftrag gegeben. Das auf vier Jahre angelegte Projekt soll den Zeitraum 1923 bis 1969 unter wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Aspekten untersuchen. Ein besonderer Fokus soll auf dem Wirken der Reichsbank im Nationalsozialismus liegen.

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