dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 20.11.2017

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GESAMT-ROUNDUP 2/Jamaika-Aus: Steinmeier für neuen Anlauf zu Regierungsbildung

BERLIN - Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Parteien zu einem erneuten Anlauf für eine Regierungsbildung aufgerufen. "Wer sich in Wahlen um politische Verantwortung bewirbt, der darf sich nicht drücken, wenn man sie in den Händen hält", sagte Steinmeier am Montag nach einem Treffen mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Alle Beteiligten sollten "noch einmal innehalten und ihre Haltung überdenken". Die SPD lehnt den Eintritt in eine große Koalition auch nach dem Jamaika-Aus ab. Sollten die Sozialdemokraten dabei bleiben, gäbe es noch zwei Optionen: eine Minderheitsregierung unter Unions-Führung oder eine Neuwahl.

USA: Frühindikatoren steigen überraschend stark

WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Oktober stärker als erwartet gestiegen. Er habe um 1,2 Prozent zum Vormonat zugelegt, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Montag in Washington mit. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 0,8 Prozent erwartet.

Asselborn: Deutschland kann sich Instabilität nicht leisten

BRÜSSEL - Nach der gescheiterten Jamaika-Sondierung hofft der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn auf baldige klare Verhältnisse in Berlin. "Deutschland ist das letzte Land, das es sich leisten kann, in Regierungsinstabilität zu verfallen", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Dienstag). "Seine Rolle in der Welt und in Europa verbietet dies." Es bestehe "schon genug Nervösität und Ungewissheit im politischen Weltgeschehen".

Rekordjagd treibt Bitcoin auf Rekordhoch deutlich über 8000 US-Dollar

FRANKFURT - Die Rekordjagd beim Bitcoin geht ungebremst weiter. Am Montagnachmittag erreichte der Kurs der Digitalwährung an wichtigen Handelsbörsen wie zum Beispiel Bitstamp oder Coinbase einen Höchststand bei 8231 Dollar. Seit Beginn des Jahres ist der Wert der Digitalwährung um etwa 800 Prozent gestiegen. Während der Bitcoin von einem Rekordhoch zum nächsten springt, sehen Experten eine gefährliche Marktübertreibung und warnen vor den Folgen einer platzenden Preisblase.

Helaba-Chefvolkswirtin: Trendwende bei der Inflation ist da

FRANKFURT - Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sieht wieder steigende Inflationsraten. "Die Trendwende bei der Inflation ist da, es hat aber niemand gemerkt", sagte Chefvolkswirtin Gertrud Traud am Montag in Frankfurt. Sie widersprach damit EZB-Präsident Mario Draghi, der zuletzt eine "unerwünscht niedrige" Teuerung in der Eurozone konstatierte. "Davon kann keine Rede sein."

OECD warnt vor Verschärfung des Fachkräftemangels in Großbritannien

PARIS - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in Großbritannien eine Verbesserung der beruflichen Ausbildung angemahnt. Obwohl es im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung mit einer rekordhohen Beschäftigung gebe, bleibe die Produktivität der britischen Arbeitnehmer nach wie vor schwach, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der OECD zur Lage auf dem britischen Arbeitsmarkt. Im Zuge des Brexits könnte sich der Mangel an Fachkräften in der britischen Wirtschaft weiter verstärken.

EU-Kommission sieht Machtvakuum in Berlin nicht als Risiko für Europa

BRÜSSEL - Die EU-Kommission von Jean-Claude Juncker sieht in dem Scheitern der Sondierungen für ein Jamaika-Bündnis kein Risiko für Europa. "Hier in der Kommission sind wir zuversichtlich (...), dass Stabilität und Kontinuität gewährleistet sein werden", sagte der Sprecher des Kommissionspräsidenten am Montag in Brüssel. Das deutsche Grundgesetz biete dafür die Basis.

Brexit-Verhandlungen: Deutschland fordert klares Signal von Briten

BRÜSSEL - Die Bundesregierung hat von Großbritannien ein "klares Signal für die Brexit-Verhandlungen" gefordert. "Die Briten müssen jetzt endlich in die Puschen kommen. Wir brauchen jetzt endlich Klarheit", sagte Europastaatsminister Michael Roth am Montag am Rande eines EU-Ministertreffens zum Thema in Brüssel. Derzeit sehe er "noch keine Chance", dass beim EU-Gipfel im Dezember die zweite Verhandlungsphase gestartet werden könne.

ROUNDUP/Ökonomen: Jamaika-Pleite bringt Wirtschaft nicht in die Bredouille

FRANKFURT/BERLIN - Die boomende deutsche Wirtschaft wird vom Scheitern der Jamaika-Gespräche nach Einschätzung von Experten vorerst nicht ausgebremst. Allerdings stellen sich die Unternehmen in Europas größter Volkswirtschaft auf eine längere Phase der Unsicherheit ein. Wirtschaftsverbände mahnten am Montag, Deutschland brauche mehr als eine geschäftsführende Regierung, um wichtige Themen wie zum Beispiel Digitalisierung oder die Reform Europas anzugehen.

Helaba-Chefvolkswirtin: Jamaika-Scheitern könnte Investitionen belasten

FRANKFURT - Das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen könnte nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Unternehmensinvestitionen in Deutschland belasten. "Es droht jetzt eine längere Phase der wirtschaftspolitischen Unsicherheit", sagte Chefvolkswirtin Gertrud Traud am Montag in Frankfurt. Den Unternehmen fehle es so an Planungssicherheit.

Macron zu Deutschland: 'Kein Interesse, dass sich das verkrampft'

PARIS - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich besorgt über das Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche in Deutschland geäußert. "Es ist nicht in unserem Interesse, dass sich das verkrampft", sagte er am Montag bei einem Treffen mit dem Chef der konservativen französischen Republikaner-Partei im Élyséepalast, wie eine Aufnahme des Senders BFMTV zeigte.

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