dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.12.2020 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

ROUNDUP/Brexit-Handelspakt: Neue Frist bis Sonntag

BRÜSSEL/LONDON - Im Streit über einen Brexit-Handelspakt macht das Europaparlament Druck. Spätestens am Sonntag müsse ein Deal stehen, dann sei man bereit, zur Ratifizierung eine Sondersitzung Ende Dezember anzusetzen, forderte die Parlamentsspitze am Donnerstag. "Danach können wir den Deal nicht mehr vernünftig vor dem Jahresende prüfen", warnte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU).

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen unerwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gestiegen. In der vergangenen Woche beantragten 885 000 Personen Unterstützung, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das sind 25 000 mehr als noch in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 818 000 Anträge erwartet.

Großbritannien verlängert Kurzarbeitsprogramm wegen Corona bis April

LONDON - Die britische Regierung verlängert wegen der schweren Corona-Folgen für die Wirtschaft ihre Kurzarbeitsmaßnahmen um einen Monat bis April 2021. Das "Furlough"-Programm sieht vor, dass der Staat bei Arbeitsausfall 80 Prozent der Gehälter übernimmt. Zudem werden die staatlichen Darlehensprogramme bis Ende März ausgedehnt, wie Finanzminister Rishi Sunak am Donnerstag sagte. "Unser Hilfspaket für Unternehmen und Arbeitnehmer ist nach wie vor eines der großzügigsten und effektivsten der Welt. Es hilft unserer Wirtschaft, sich zu erholen und schützt landesweit Existenzen", sagte Sunak.

USA: Philly-Fed-Index trübt sich stärker als erwartet ein

PHILADELPHIA - Das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia hat sich im Dezember stärker als erwartet eingetrübt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) fiel von 26,3 Punkten im Vormonat auf 11,1 Punkte, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag in Philadelphia mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 20,0 Punkte gerechnet.

USA: Baubeginne und Genehmigungen legen deutlich zu

WASHINGTON - Der US-Immobilienmarkt entwickelt sich trotz Corona-Pandemie weiterhin solide. Im November legten sowohl die Baubeginne als auch die Genehmigungen für neue Häuser spürbar zu. Die Beginne erhöhten sich zum Vormonat um 1,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um lediglich 0,3 Prozent gerechnet.

ROUNDUP: Britische Notenbank hält an Corona-Kurs fest

LONDON - Die britische Notenbank hält angesichts der Corona-Pandemie und der Brexit-Verhandlungen an ihrem Krisenkurs fest. Wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte, bleiben sowohl die Leitzinsen als auch das Wertpapierkaufprogramm unverändert. Der Leitzins liegt damit weiter knapp über der Nulllinie und beträgt 0,1 Prozent. Analysten hatten damit gerechnet.

Asselborn erwartet Einigung über Brexit

LUXEMBURG - Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn rechnet mit einer Einigung der EU mit Großbritannien über einen Brexit-Handelspakt. "Es kommt nicht zu einem No-Deal. Davon bin ich fest überzeugt", sagte Asselborn der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg. "Ich bin überzeugt, dass die Briten mehr zu verlieren haben als wir, falls es ein No-Deal wird. Das ist ein Pokerspiel der Leute um (den britischen Ministerpräsidenten) Boris Johnson."

IfW: Corona-Pandemie versetzt der deutschen Wirtschaft neuen Schlag

KIEL - Angesichts der wieder verschärften Corona-Pandemie hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland merklich gesenkt. "Die zweite Welle der Corona-Pandemie versetzt der deutschen Wirtschaft einen spürbaren Schlag, wirft sie aber nicht um", heißt es in einer am Donnerstag in Kiel veröffentlichten Konjunkturprognose. Die Erholung werde um ein halbes Jahr unterbrochen, komme dann aber kräftig zurück.

SNB bestätigt Geld- und Devisenpolitik

BERN - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tastet in der Corona-Krise die Zinsen nicht an und führt damit ihre sehr expansive Geldpolitik fort. Sie belässt ihren Leitzins sowie den Zins auf Sichtguthaben bei minus 0,75 Prozent, wie die SNB am Donnerstag in Bern mitteilte.

Eurozone: Inflation im Euroraum bleibt negativ

LUXEMBURG - Die Verbraucherpreise im Euroraum sind erneut gesunken. Die Jahresinflationsrate betrug im November minus 0,3 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde wie von Analysten erwartet eine erste Schätzung bestätigt. Bereits im Oktober waren die Preise mit dem gleichen Tempo gefallen. Im Vergleich zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise im November ebenfalls um 0,3 Prozent.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.