dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 03.08.2017

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ROUNDUP: Bank of England setzt Brexit-Krisenmodus fort

LONDON - Die britische Notenbank setzt ihre in Reaktion auf das Brexit-Votum verschärfte extrem lockere Geldpolitik unverändert fort. Der Leitzins bleibe weiterhin auf dem historischen Tief von 0,25 Prozent, teilte die Bank of England (BoE) am Donnerstag in London mit. Die britische Wirtschaft sehen die Währungshüter wegen Brexit-Risiken pessimistischer als zuletzt. Dennoch halten sie an künftigen Zinsanhebungen fest. "Eine gewisse Straffung in den nächsten drei Jahren ist nötig", sagte Notenbankchef Mark Carney bei einer Pressekonferenz zu den Beschlüssen.

Eurozone: Unternehmensstimmung trübt sich erneut ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Juli zum zweiten Mal in Folge eingetrübt. Wie das Institut IHS Markit am Donnerstag mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex um 0,6 Punkte auf 55,7 Zähler. In einer ersten Schätzung war ein etwas schwächerer Rückgang auf 55,8 Punkte ermittelt worden. Trotz des abermaligen Rückgangs liegt die Kennzahl klar über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten und in der Nähe ihres sechsjährigen Höchststandes.

Eurozone: Umsatz im Einzelhandel überraschend gestiegen

LUXEMBURG - Die Einzelhändler im Euroraum haben ihre Umsätze im Juni überraschend weiter gesteigert. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Donnerstag ergibt sich zum Vormonat ein Anstieg um 0,5 Prozent. Dies ist der zweite Zuwachs in Folge. Analysten hatten hingegen im Mittel eine Stagnation erwartet.

USA: Dienstleisterstimmung fällt auf tiefsten Stand seit fast einem Jahr

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Dienstleister hat sich im Juli überraschend deutlich verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) fiel von 57,4 Punkten im Vormonat auf 53,9 Zähler, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit August 2016. Volkswirte hatten mit einem nur leichten Rückgang auf 56,9 Punkten gerechnet.

USA: Industrieaufträge wie erwartet gestiegen

WASHINGTON - Die Auftragseingänge für US-Industrieunternehmen haben im Juni wie erwartet zugelegt. Die Aufträge seien um 3,0 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten mit diesem Zuwachs gerechnet. Im Vormonat Mai waren die Aufträge noch um revidierte 0,3 Prozent (zunächst -0,8%) gefallen. Nach Herausrechnung der Transportgüter fielen die Aufträge im Juni um 0,2 Prozent.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als erwartet gesunken

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend deutlich zurückgegangen. Sie sei um 5000 auf 240 000 Anträge gesunken, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit 243 000 Anträgen gerechnet. Der Wert der Vorwoche wurde leicht von 244 000 auf 245 000 nach oben revidiert.

Europas erste Abkehr vom Krisenmodus: Tschechiens Notenbank erhöht Leitzins

PRAG - Als erste Notenbank Europas hat die tschechische Nationalbank mit dem Ausstieg aus dem Krisenmodus begonnen und ihre Geldpolitik gestrafft. Der Leitzins werde vom bisherigen Rekordtief bei 0,05 Prozent auf 0,25 Prozent angehoben, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Prag mit. Infolge der jüngsten Finanzkrise hatten die Währungshüter in Tschechien wie in vielen anderen Ländern der Welt auch ihren Leitzins immer weiter gesenkt, um die Wirtschaft zu stützen und ein sinkendes Preisniveau zu vermeiden. Die letzte Zinssenkung in Tschechien auf das bisherige Niveau erfolgte 2012.

Großbritannien: Stimmung der Dienstleister hellt sich überraschend stark auf

LONDON - Die Stimmung britischer Dienstleister hat sich im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg um 0,4 Punkte auf 53,8 Zähler, wie das Forschungsinstitut IHS Markit am Donnerstag in London mitteilte. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs auf 53,6 Punkte erwartet.

ROUNDUP 3: Brasiliens Präsident rettet sein Amt - vorerst

BRASILIA - Trotz schwerwiegender Korruptionsvorwürfe bleibt der brasilianische Präsident Michel Temer vorerst im Amt. Er überstand am Mittwochabend (Ortszeit) eine entscheidende Abstimmung im Parlament. Entschieden wurde über einen Antrag des Obersten Gerichtshofs, eine Anklage zuzulassen - dann wäre der Weg für einen Strafprozess frei gewesen. Doch die dafür notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit kam nicht zustande. Am Ende stimmten 263 Abgeordnete gegen den Prozess, 227 stimmten dafür. Wäre die Mehrheit erreicht worden, wäre Temer für 180 Tage suspendiert worden. Danach hätte ihm die Amtsenthebung gedroht.

EZB: Lockere Geldpolitik hat Zinseinkommen unterm Strich gestärkt

FRANKFURT - Eine Untersuchung der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt zu einem auf den ersten Blick überraschenden Ergebnis: Die Niedrigzinspolitik im Euroraum seit 2008 hat die Zinseinkommen im Währungsgebiet unter dem Strich nicht belastet, sondern sogar gestärkt. Dies teilte die Notenbank am Donnerstag im Rahmen ihres regelmäßig erscheinenden Wirtschaftsberichts mit. In Deutschland zählen die privaten Haushalte demnach nicht zu den großen Verlierern durch die niedrigeren Zinsen - im Gegensatz zu Italien, dem Heimatland von EZB-Chef Mario Draghi.

Ifo-Wirtschaftsklima für die Eurozone signalisiert starkes Wachstum

MÜNCHEN - In der Eurozone stehen die Zeichen weiter auf Aufschwung. Das vom Ifo-Institut ermittelte "Wirtschaftsklima Euroraum" habe sich erneut deutlich aufgehellt und den besten Wert seit etwa 17 Jahren erreicht, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Forscher aus München. Der Indikator für die Stimmung im dritten Quartal habe von zuvor 26,4 Punkte auf 35,2 Zähler zugelegt. Das Konjunkturbarometer, das nach einer Umfrage unter Experten erstellt wird, ist damit das vierte Mal im Folge gestiegen und erreichte den höchsten Wert seit Herbst 2000.

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