dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.06.2022 - 17.15 Uhr

ROUNDUP/Netzagentur: Gasversorgungslage in Deutschland 'angespannt'

BONN - Erstmals seit Ende März hat die Bundesnetzagentur in ihrem täglichen Bericht zur Gasversorgung die Lage als "angespannt" bezeichnet. "Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment aber stabil", schrieb die Behörde in ihrem am Freitagmittag veröffentlichten Bericht. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei derzeit gewährleistet.

GESAMT-ROUNDUP: EU-Perspektive für Ukraine - Sjewjerodonezk droht Einkesselung

KIEW/MOSKAU - Während die Ukraine in schnellen Schritten in die EU strebt, drosselt Russland weiter seine Gaslieferungen in europäische Länder. Die EU-Kommission sprach sich am Freitag dafür aus, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. "Die Ukraine verdient eine europäische Perspektive", sagte EU-Kommissionschefin Ursula in Brüssel. Aus Moskau hieß es, diese Entwicklung erfordere Russlands erhöhte Aufmerksamkeit.

USA: Industrieproduktion steigt weniger als erwartet

WASHINGTON - Die Industrieproduktion in den USA ist im Mai weniger gestiegen als erwartet. Die gesamte Herstellung legte um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie die US-Notenbank Fed am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 0,4 Prozent gerechnet. Es ist der fünfte Anstieg in Folge. Allerdings lag der Zuwachs im Mai merklich unter den Vormonatswerten.

ROUNDUP 3: WTO schafft Durchbruch bei Patenten und Fischerei - Trotzdem Kritik

GENF - Die 164 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) haben sich nach langem Ringen auf eine Vereinbarung zur Produktionsausweitung von Corona-Impfstoffen geeinigt. Regierungen sollen Patente von Pharmafirmen vorübergehend leichter umgehen können, um Menschenleben zu retten. Während die Bundesregierung sich mit dem Durchbruch am frühen Freitagmorgen zufrieden zeigte, kritisierten sowohl die Pharmaindustrie als auch Gruppen der Zivilgesellschaft die Vereinbarung.

ROUNDUP: EU-Kommission empfiehlt Beitrittskandidatenstatus für Ukraine

BRÜSSEL - Die EU-Kommission spricht sich dafür aus, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. "Die Ukraine verdient eine europäische Perspektive", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel zur Vorstellung einer Empfehlung an die 27 EU-Mitgliedstaaten. Nach Auffassung der Kommission habe das Land deutlich das Bestreben und Engagement zum Ausdruck gebracht, den europäischen Werten und Standards gerecht zu werden.

Frankreich erhält kein russisches Erdgas per Pipeline mehr

PARIS - Die Lieferung von russischem Erdgas nach Frankreich über eine Pipeline aus Deutschland ist zum Erliegen gekommen. Die Gasversorgung werde dadurch nicht beeinträchtigt, und das Auffüllen der Speicher für den Winter gehe weiter, teilte der Gasnetzbetreiber GRTgaz am Freitag mit. Angesichts eines ohnehin rückläufigen Gasverbrauchs habe die Einfuhr über die Pipeline seit Jahresbeginn bereits um 60 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Die Pipeline sei zu zehn Prozent ausgelastet gewesen. Seit Mittwoch gelange durch sie keinerlei Gas mehr nach Frankreich. Verstärkt werde Gas über eine Pipeline aus Spanien eingeführt.

Eurozone: Inflationsrate steigt auf Rekordwert von 8,1 Prozent

LUXEMBURG - In der Eurozone ist die Inflationsrate erneut auf einen Rekordstand gestiegen. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 8,1 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung bestätigte. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 7,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit der Bestätigung gerechnet.

Russland kürzt Gas-Lieferungen nach Italien am Freitag um 50 Prozent

ROM - Der russische Energiekonzern Gazprom <US3682872078> drosselt Italien die Lieferung von Erdgas. Nach Angaben des teilstaatlichen Gasversorgers Eni <IT0003132476> sagte Gazprom am Freitag 50 Prozent der bestellten Liefermenge zu. Eigentlich habe Italien an diesem Tag 63 Millionen Kubikmeter Gas aus Russland bestellt. Schon in den vorigen Tagen waren die Gaslieferungen gedrosselt worden: am Mittwoch um 15 Prozent und am Donnerstag um 35 Prozent der bestellten Mengen.

ROUNDUP 2: Bundesregierung will Liquidität von Energieunternehmen sichern

BERLIN - Die Bundesregierung will angesichts von Preissprüngen die Liquidität von Energieunternehmen sichern, um eine instabile Versorgung zu verhindern. Dabei geht es um die Finanzierung von Sicherheitsleistungen, die im Energiehandel zu leisten sind. Ein Absicherungsinstrument des Bundes starte nun, teilten das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Konkret sind es Kredite der Staatsbank KfW, die der Bund mit Garantien absichert.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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