dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 20.09.2017

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USA: Hurrikan 'Harvey' belastet Verkäufe bestehender Häuser

WASHINGTON - In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im August, belastetet durch die Hurrikan-Folgen, deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vormonat seien sie um 1,7 Prozent gefallen, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Volkswirte hatten hingegen einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Bereits im Vormonat waren die Käufe um 1,3 Prozent gesunken.

Tsipras: Griechenland kommt aus der Krise heraus

ATHEN - Griechenland wird nach Einschätzung von Ministerpräsident Alexis Tsipras bald aus seiner jahrelangen Finanz- und Wirtschaftskrise herauskommen. Diese Ansicht vertrat der Regierungschef am Mittwoch, dem zweiten Jahrestag seines Wahlsieges bei den Parlamentswahlen vom 20. September 2015.

ROUNDUP 2/Studie: Deutschland verpasst EU-Ziel für erneuerbare Energien

BERLIN - Deutschland könnte das EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch einer Studie zufolge deutlich verfehlen. 2020 soll der Anteil laut EU-Richtlinie bei 18 Prozent liegen - unter derzeitigen Bedingungen klettert er in den kommenden drei Jahren aber nur auf 16 Prozent, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) berechnet hat. Dabei geht es nicht nur um den Ökostrom-Anteil beim Stromverbrauch, sondern auch um Heizungen und den Spritverbrauch im Verkehr.

BDI-Chef kritisiert Trumps Äußerungen zu Iran

BRÜSSEL - Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen das Atomabkommen mit dem Iran stoßen beim Bundesverband der Deutschen Industrie auf deutliche Kritik. "Statt Schwarz-Weiß-Malerei, die bestimmte Staaten zu Schurkenstaaten erklärt, halte ich eine differenziertere Betrachtungsweise für erfolgversprechender", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Und das verkennt der amerikanische Präsident gänzlich."

Kreise: China prüft Lockerung der Vorgaben für ausländische Elektroautobauer

PEKING - Die chinesische Regierung prüft laut Kreisen, die Regeln für ausländische Elektroautobauer spürbar zu lockern. So könnten Hersteller von Elektrofahrzeugen in den Freihandelszonen der Volksrepublik vom Zwang befreit werden, mit lokalen Anbietern Gemeinschaftsunternehmen zu formen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Firmenangehörige berichtete. Seit den 90er Jahren gilt bisher die Maßgabe, dass ausländische Autobauer im größten Automarkt der Welt mit chinesischen Firmen Joint Ventures gründen müssen. Eine entsprechende Lockerung könnte bereits kommendes Jahr kommen, hieß es.

ROUNDUP/EU-Kommission: Keine Fusion von Banken- und Versicherungsaufsicht

BRÜSSEL - Die EU-Kommission will die Aufsicht über die Finanzmärkte enger verzahnen, lehnt aber die von Deutschland vorgeschlagene Verschmelzung der europäischen Versicherungs- mit der Bankenaufsicht ab. Das bisherige System dreier getrennter Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherungen und Wertpapiermärkte werde beibehalten, sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel.

OECD: Konjunktur im Eurogebiet läuft besser als erwartet

PARIS - Die Wirtschaft im Eurogebiet mit 19 Ländern läuft nach Einschätzung der OECD besser als erwartet. Das Wachstum dürfte im laufenden Jahr 2,1 Prozent erreichen, das seien 0,3 Punkte mehr als noch im Juni angenommen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris mit. Für das kommende Jahr sagen die Experten ein Plus von 1,9 Prozent vorher, 0,1 Punkte mehr als noch vor drei Monaten.

Großbritannien: Umsätze im Einzelhandel legen stärker als erwartet zu

LONDON - Der britische Einzelhandel hat im August weiter Fahrt aufgenommen. Die Umsätze seien im Monatsvergleich um 1,0 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch mit. Erwartet wurde lediglich ein Zuwachs um 0,2 Prozent. Im Vormonat waren die Umsätze um revidiert 0,6 (zuvor 0,3 Prozent) gestiegen. Der August-Anstieg war bereits der dritte in Folge.

'FT': Briten bieten gut 20 Milliarden Euro in Brexit-Verhandlungen

LONDON - Die britische Regierung will nach einem Pressebericht nur einen Bruchteil der von der EU präsentierten Rechnung für den Austritt aus der Gemeinschaft begleichen. Premierministerin Theresa May werde bei den Verhandlungen gut 20 Milliarden Euro anbieten, schrieb die "Financial Times" am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die EU-Kommission fordert dagegen bis zu 100 Milliarden Euro für gemeinsam eingegangene Verpflichtungen.

Japans Exporte mit höchstem Wachstum seit fast vier Jahren

TOKIO - Der schwache Yen und die hohe Nachfrage aus den USA halten Japans Exportwirtschaft weiter am Laufen. Im August stiegen die Ausfuhren nicht nur zum neunten Mal in Folge - das Wachstum von 18,1 Prozent war zudem das höchste seit November 2013. Dies teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mit. Experten hatten mit einem Anstieg der Exporte gerechnet, dabei aber ein Plus von rund 14 Prozent erwartet.

Historisch niedrigste Arbeitslosigkeit in der Slowakei

BRATISLAVA - Die Arbeitslosigkeit im Euro-Land Slowakei ist auf ihren historisch niedrigsten Wert gefallen. Im August habe die Arbeitslosenquote 6,54 Prozent betragen, berichtete der Direktor des nationalen Arbeitsamtes UPSVAR, Marian Valentovic, am Mittwoch. Das sei ein Rückgang um 2,89 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen hätten die Arbeitsämter Ende August noch 178 253 Arbeitssuchende registriert. Arbeits- und Sozialminister Jan Richter wertete als besonders erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit bei Menschen unter 25 sogar um 5,5 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres gefallen sei. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei erstmals auf unter 100 000 Personen gesunken.

Deutschland: Auftrieb bei Erzeugerpreisen etwas stärker als erwartet

WIESBADEN - In Deutschland hat sich die Inflation auf Herstellerebene im August wieder verstärkt. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch legten die Erzeugerpreise zum Vorjahresmonat um 2,6 Prozent zu. Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 2,5 Prozent erwartet. In den Monaten Mai, Juni und Juli hatte sich die Inflation auf der Erzeugerebene noch jeweils abgeschwächt.

Russische Zentralbank stützt große Privatbank

MOSKAU - Wenige Wochen nach der Rettung einer der größten russischen Banken stützen die Behörden ein weiteres Geldinstitut. Die Zentralbank in Moskau teilte am Mittwoch mit, sie stelle der privaten Binbank Mittel zur Verfügung, um deren Liquidität zu erhalten. Die Binbank bestätigte, sie habe Geld bekommen, nannte aber keine Summe. Zugleich rief sie ihre Kunden auf, nicht voreilig ihre Konten aufzulösen. Michail Schischchanow, mit fast 60 Prozent einer der zwei größten Anteilseigner des Instituts, hatte zuvor Hilfe der Zentralbank bei der Sanierung beantragt.

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