dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 22.06.2017

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Eurozone: Verbrauchervertrauen auf bestem Stand seit über 16 Jahren

LUXEMBURG - Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Juni deutlich stärker als erwartet aufgehellt. Der entsprechende Indikator sei im Vergleich zum Vormonat um 2,0 Punkte auf minus 1,3 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Luxemburg mit. Dies ist der höchste Stand seit April 2001. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem schwächeren Anstieg auf minus 3,0 Punkte gerechnet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe höher als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche höher als erwartet ausgefallen. Sie sei um 3 000 auf 241 000 Anträge gestiegen, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit 240 000 Anträgen gerechnet.

US-Republikaner stellen neuen Entwurf für Gesundheitsreform vor

WASHINGTON - Der Dauerstreit um eine Reform der Gesundheitspolitik in den USA ist in die nächste Runde gegangen. Nach wochenlanger Arbeit an einem Gesetzentwurf hinter verschlossenen Türen stellte der Republikaner-Fraktionschef im Senat, Mitch McConell, das Papier am Donnerstag allen republikanischen Senatoren vor. Zu einer Abstimmung könnte es damit nach Vorstellung der Republikaner noch vor der Sommerpause kommen.

ROUNDUP: Frankreichs Unternehmensstimmung erreicht besten Wert seit 2011

PARIS - Die Stimmung in der französischen Wirtschaft wird immer besser. Im Juni erreichte das Geschäftsklima in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone den besten Wert seit mehr als fünf Jahren. Der entsprechende Indikator sei von 105 Punkten im Vormonat auf 106 Zähler gestiegen, teilte das Statistikamt Insee am Donnerstag mit. Dies ist der höchsten Stand seit November 2011. Analysten hatten hingegen eine Stagnation erwartet.

ROUNDUP: Merkel hofft auf die Kreativität Macrons für Europa

BRÜSSEL - Deutschland und Frankreich wollen der Europäischen Union gemeinsam neuen Schub geben und den Brexit rasch abhaken. Es gehe um eine gute Zukunft für die 27 bleibenden EU-Länder und nicht vorrangig um die Verhandlungen mit Großbritannien, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag zum Auftakt des EU-Gipfels in Brüssel. Sie setze auf Kreativität und neue Impulse durch Frankreichs neuen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser betonte seine enge Partnerschaft mit Merkel und sagte: "Wir arbeiten mit Deutschland Hand in Hand."

Ifo-Prognose: Ostdeutsche Wirtschaft stärker als erwartet

DRESDEN - Ostdeutschland kann nach der Prognose des Dresdner Ifo-Instituts 2017 und 2018 mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum von je 1,8 Prozent rechnen. Das Institut korrigierte seine bisherige Erwartung damit um 0,5 Prozentpunkte nach oben. Hintergrund seien die starke Konjunktur in Deutschland und die konjunkturelle Erholung in Europa und weltweit, erklärte der Dresdner Ifo-Experte Joachim Ragnitz am Donnerstag.

Tusk träumt vom Exit vom Brexit

BRÜSSEL - EU-Ratspräsident Donald Tusk hält einen Rückzug vom Brexit für möglich. Britische Freunde hätten ihn gefragt, ob der Austrittsprozess Großbritanniens aus der Europäischen Union umkehrbar sei, sagte Tusk am Donnerstag in Brüssel vor dem EU-Gipfel. "Ich habe ihnen gesagt, dass die Europäische Union in der Tat auf Träumen errichtet wurde, die unmöglich zu erreichen schienen. Also, wer weiß?", berichtete Tusk - und fuhr dann mit einem Zitat aus John Lennons Lied "Imagine" fort: "You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one" (etwa: Ihr könnt mich einen Träumer nennen, aber ich bin nicht der einzige).

Merkel in Brüssel: Zukunft der 27 hat Vorrang

BRÜSSEL - Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt der Gestaltung der künftigen Europäischen Union mit 27 Mitgliedern Vorrang vor den Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien. Unmittelbar vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel sagte sie am Donnerstag: "Der klare Fokus muss auf der Zukunft der 27 liegen." Zugleich setzte sie sich für zügige Verhandlungen mit London ein, um auch nach dem Ausscheiden aus der EU mit Großbritannien zusammenarbeiten zu können.

USA: FHFA-Hauspreisindex steigt stärker als erwartet

NEW YORK - In den USA sind die Hauspreise im April deutlicher gestiegen als erwartet. Der FHFA-Hauspreisindex stieg um 0,7 Prozent zum Vormonat, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Donnerstag in New York mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Im März war der Indikator um revidiert 0,7 (zunächst 0,6) Prozent gestiegen.

EZB-Chefvolkswirt: 'Briten haben großen Fehler begangen'

BERLIN - Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, hält den Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union eindeutig für einen Irrtum. "Meiner Ansicht nach haben die Briten einen großen Fehler begangen", sagte der Belgier "Spiegel Online". Populistische Kräfte hätten die Ängste der Briten geschürt, und Angst sei kein guter Ratgeber. "Der Schaden ist da, das britische Wirtschaftswachstum verlangsamt sich bereits."

Martin Schulz: Besser kein Brexit - Verheugen sieht EU-Weckruf

BERLIN - Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat vor dem EU-Gipfeltreffen zu einer Abkehr vom Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) geraten. "Das allerbeste Resultat der Brexit-Verhandlungen wäre, es käme nicht zu einem Brexit, sowohl für die britische als auch für die deutsche Wirtschaft", sagte Schulz der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Norwegische Notenbank signalisiert keine Zinssenkung mehr

OSLO - Die norwegische Notenbank scheint mehr Zuversicht in die heimische Wirtschaftsentwicklung zu haben. Zumindest signalisierte sie am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung, vorerst nicht mehr an die Möglichkeit zusätzlicher Leitzinssenkungen zu denken. Darauf deuten neue Zinsprojektionen der Notenbank hin. Eine erste Zinsanhebung könnte demnach Anfang 2019 anstehen. Die norwegische Krone profitierte von dem neuen Zinsausblick. Gegenüber Dollar und Euro legte sie je rund ein halbes Prozent zu.

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