dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 19.10.2017

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ROUNDUP 3/Madrid droht mit Zwang: Konflikt um Katalonien an kritischer Wende

BARCELONA/MADRID - Die spanische Regierung will unter allen Umständen eine Abspaltung der reichen Region Katalonien verhindern und greift deswegen zu Zwangsmaßnahmen. Regierungschef Mariano Rajoy reagierte damit am Donnerstag auf die Weigerung der politischen Führung in Barcelona, sein Ultimatum zu erfüllen und ausdrücklich auf die Bildung eines eigenen Staates zu verzichten.

USA: Philly-Fed-Index steigt überraschend

PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Oktober überraschend aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg um 4,1 Punkte auf 27,9 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten dagegen einen Rückgang auf 22,0 Punkte erwartet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark gefallen. Sie sanken um 22 000 auf 222 000 Anträge, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten nur einem Rückgang auf 240 000 Anträge erwartet.

USA: Frühindikatoren überraschend gefallen

WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im September entgegen den Erwartungen von Analysten gefallen. Er gab um 0,2 Prozent zum Vormonat nach, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten stattdessen mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet. Im August war der Indikator um 0,4 Prozent gestiegen.

Großbritannien: Umsätze im Einzelhandel fallen deutlich stärker als erwartet

LONDON - Der britische Einzelhandel hat im September einen Rückschlag erlitten. Die Umsätze seien im Monatsvergleich um 0,8 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag mit. Erwartet wurde lediglich ein Rückgang um 0,1 Prozent. Im Vormonat waren die Umsätze um revidiert 0,9 (zuvor 1,0 Prozent) gestiegen.

ROUNDUP 3: Chinas Wirtschaft wächst robust - Problem der hohen Verschuldung

PEKING - Die Wirtschaft in China bleibt dank einer starken Kreditvergabe weiter auf robustem Wachstumskurs. Von Juli bis September sei die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Quartalsvergleich um 6,8 Prozent gewachsen, teilte das nationale Statistikbüro am Donnerstag mit. Analysen hatten dies erwartet. Im dritten Quartal war das Wachstum damit minimal schwächer als im zweiten Quartal. Die konjunkturelle Dynamik liegt aber immer noch deutlich über dem Jahresziel der Regierung, die "rund 6,5 Prozent" anstrebt. Als gefährlich sehen Experten allerdings die hohe Verschuldung an.

Japans Exporte legen weiter kräftig zu - allerdings nicht so stark wie erwartet

TOKIO - Der schwache Yen und die hohe Nachfrage aus China halten Japans Exportwirtschaft weiter am Laufen. Im September legten die Ausfuhren zum dritten Mal in Folge zweistellig zu - allerdings war das Tempo nicht mehr so schnell wie im August und nicht ganz so hoch wie Experten erwartet hatten.

Nowotny: EZB kann Anleihekäufe nicht abrupt stoppen

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) kann nach Einschätzung des österreichischen Notenbankchefs Ewald Nowotny ihre Anleihekäufe nicht abrupt stoppen. "Es gibt gute Argumente dafür, die Käufe langsam zurückzufahren", sagte Nowotny der österreichischen Tageszeitgung "der Standard" (Donnerstagsausgabe). "Im Dezember läuft das Programm aus, im Oktober müssen Beschlüsse fallen, wie es weitergeht." Nowotny bestimmt im Rat der EZB über die Geldpolitik mit.

May setzt auf ambitionierte Agenda bei den Brexit-Verhandlungen

BRÜSSEL - Die britische Premierministerin Theresa May hofft auf "ambitionierte Pläne" für die Brexit-Verhandlungen in den kommenden Wochen. Vor allem bei der Klärung der künftigen Rechte der EU-Bürger im Vereinigten Königreich und der Briten in der EU halte sie eine Lösung für dringlich, sagte May am Donnerstag bei ihrer Ankunft beim EU-Gipfel in Brüssel.

DIHK: Brexit würgt Aufschwung nicht ab - Prognose angehoben

BERLIN - Der geplante EU-Austritt Großbritanniens ist nach Einschätzung der Wirtschaft keine Gefahr für die robuste Konjunktur in Deutschland. "Der Aufschwung würde nicht abgewürgt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Donnerstag in Berlin. Die Wirtschaft gehe davon aus, dass beide Seiten - Brüssel und London - verantwortlich mit der Lage umgingen. Der DIHK hob zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose für das Wirtschaftswachstum an. Statt bislang 1,8 Prozent rechnet der Spitzenverband nun mit 2,0 Prozent. Damit liegen die DIHK-Ökonomen auf einer Linie mit der Bundesregierung. "Die Konjunktur läuft auf hohen Touren weiter", sagte Wansleben. Die Geschäftslage der Unternehmen sei so gut wie nie.

OECD-Chefvolkswirtin Mann: EZB kann vom Gas gehen

FRANKFURT - Die Industrieländerorganisation OECD rät der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer vorsichtigen Trendwende in der Geldpolitik. "Die EZB hat Spielraum, etwas vom geldpolitischen Gaspedal zu gehen, und sie kann den Expansionsgrad ein wenig herunterfahren", sagte OECD-Chefvolkswirtin Catherine Mann der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe) laut einer Vorabmeldung. Die Notenbank solle die aktuell gute Konjunkturlage nutzen, um einen Einstieg in den Ausstieg aus den Anleihekäufen zu starten.

US-Notenbank: Wirtschaft wächst trotz Hurrikan-Schäden weiter

WASHINGTON - Die Wirtschaft der USA bleibt nach Einschätzung der US-Notenbank Fed trotz Beeinträchtigungen durch die jüngsten Wirbelstürme weiter auf Wachstumskurs. Die Konjunktur habe in allen zwölf Notenbankdistrikten mäßig bis moderat zugelegt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der Fed ("Beige Book").

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