dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 21.06.2017

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ROUNDUP: Richtungsstreit in der Bank of England - Chefvolkswirt für Straffung

LONDON - Das Stimmengewirr in der britischen Notenbank wird eher lauter als leiser. Nachdem Zentralbankchef Mark Carney am Dienstag einer baldigen geldpolitischen Straffung eine klare Absage erteilt hatte, widersprach ihm am Mittwoch Chefvolkswirt Andy Haldane. Sollte sich die Wirtschaft auch weiterhin solide entwickeln, könne er sich eine etwas straffere Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte vorstellen, sagte Haldane laut Redetext. Das britische Pfund legte nach den Äußerungen ebenso zu wie die Renditen britischer Staatsanleihen.

ROUNDUP 2: Großbritannien rüstet sich für den Brexit - Queen verliest Programm

LONDON - Nach Beginn der Brexit-Gespräche hat die britische Regierung acht Gesetzentwürfe vorgestellt, mit denen der Austritt aus der Europäischen Union geregelt werden soll. Traditionell verlas Königin Elizabeth II. bei der Parlamentseröffnung am Mittwoch das Regierungsprogramm der konservativen Premierministerin Theresa May. Demnach soll das noch geltende EU-Recht durch Neuregelungen unter anderem bei Zöllen, Handel und Einwanderung ersetzt werden.

USA: Verkäufe bestehender Häuser überraschend gestiegen

WASHINGTON - In den USA haben die Verkäufe bestehender Häuser im Mai überraschend zugelegt. Im Vergleich zum Vormonat seien sie um 1,1 Prozent gestiegen, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,4 Prozent erwartet.

Bankhaus Julius Bär: Robuster Aufschwung überwiegt politische Risiken

FRANKFURT - Die Schweizer Privatbank Julius Bär rechnet mit einer Fortsetzung des robusten Aufschwungs im Euroraum und sieht bei Kursen europäischer Aktien noch Luft nach oben. "Die gute Konjunktur überwiegt die politischen Risiken", sagte David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland von Julius Bär, am Mittwoch in Frankfurt. Für das laufende Jahr erwartet die Schweizer Bank in der Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent und im kommenden Jahr von 1,6 Prozent. Der robuste Aufschwung dürfte sich auch an der Börse widerspiegeln. Julius Bär rechnet in diesem Jahr tendenziell mit weiter steigenden Kursen.

EZB sieht US-Regierung als Risiko für Weltwirtschaft

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht in der US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein Risiko für die Weltwirtschaft. "Es gibt beachtliche politische Unsicherheit rund um die Absichten der neuen US-Administration bezüglich der Fiskal- und insbesondere der Handelspolitik, wobei letzteres potentiell deutliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mit sich bringt", heißt es in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Artikel aus dem EZB-Wirtschaftsbericht.

70 Jahre Marshall-Plan: Merkel warnt vor neuem Protektionismus

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der US-Kritik am deutschen Exportüberschuss davor gewarnt, eine Ära der wirtschaftlichen Abschottung einzuläuten. Ein reger Handel komme allen zugute, "Protektionismus und Abschottung dagegen wirken innovationshemmend", sagte sie am Mittwoch bei einer Veranstaltung zu "70 Jahre Marshall-Plan". Eine Abkehr von der Politik der offenen Märkte würde allen schaden, "auch denjenigen, die für Abschottung werben". US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt bitter über die deutschen Handelsüberschüsse beschwert.

Weniger Insolvenzen bei Firmen und Verbrauchern in Deutschland

DÜSSELDORF - Dank der guten Konjunktur und der niedrigen Zinsen sind im ersten Halbjahr erneut weniger Unternehmen und Verbraucher in die Pleite gerutscht. Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland sank um 5,9 Prozent auf 10 300 gemessen am Vorjahreszeitraum, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging noch stärker um 7,5 Prozent auf 36 300 Fälle zurück.

Kreml kritisiert Ausweitung von US-Sanktionen

MOSKAU - Der Kreml hat die Ausweitung der US-Sanktionen gegen Russland wegen der Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 kritisiert. Washington setze weiter auf Sanktionsrhetorik, sagte Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin, am Mittwoch in Moskau. Dabei zeigten die USA keinerlei politischen Willen, "das Problem zu lösen, das wir um die Ukraine haben". Russland behalte sich Gegenmaßnahmen vor, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge.

ROUNDUP 2/Ernüchternde Bilanz beim Reizthema Gleichstellung: Es bleiben Lücken

BERLIN - Nach vier Jahren Schwarz-Rot fällt die Bilanz der Gleichstellung von Frauen mit Männern aus Sicht von Experten und Regierung ernüchternd aus. "Bei der Verteilung von Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern geht es in unserer Gesellschaft immer noch ungerecht zu", sagte Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) am Mittwoch zum neuen Gleichstellungsbericht. "Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger."

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