dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 21.09.2017

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Eurozone: Verbrauchervertrauen steigt überraschend

LUXEMBURG - Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im September überraschend aufgehellt. Der entsprechende Indikator sei im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf minus 1,2 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten mit einer Stagnation gerechnet. Der Indikator befindet sich schon seit längerem auf hohem Niveau.

USA: Frühindikatoren steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im August stärker gestiegen als erwartet. Er erhöhte sich um 0,4 Prozent zum Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent gerechnet. Im Juli war der Indikator um 0,3 Prozent gestiegen.

USA: FHFA-Hauspreisindex steigt nur schwach

NEW YORK - In den USA sind die Hauspreise im Juli schwächer gestiegen als erwartet. Der FHFA-Hauspreisindex erhöhte sich zum Vormonat um 0,2 Prozent, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Donnerstag in New York mitteilte. Volkswirte hatten mit einen Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet. Im Juni war der Indikator um 0,1 Prozent gestiegen.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen überraschend

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gefallen. Sie sei um 23 000 auf 259 000 Anträge gesunken, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg auf 302 000 Anträge gerechnet.

USA: Philly-Fed-Index steigt überraschend

PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im September aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg um 4,9 Punkte auf 23,8 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten dagegen einen Rückgang auf 17,1 Punkte erwartet.

Demonstrationen gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

PARIS - In Frankreich protestieren wieder viele Menschen gegen die geplante Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron. Sie versammelten sich im ganzen Land zu Demonstrationen und Blockaden, berichteten französische Medien am Donnerstag. Die Ende August vorgestellte Reform soll am Freitag von der Regierung verabschiedet werden. Sie ist eine Feuerprobe für den im Mai gewählten Macron.

Europa-SPD mahnt britische Regierungschefin May zu Finanzzusagen

BRÜSSEL - Die SPD im Europaparlament zeigt sich zunehmend verärgert über die britische Linie bei den Verhandlungen über den EU-Austritt. "Wir verhandeln den Brexit, eine der aufwendigsten Trennungen der Moderne, kein Basar-Geschäft", sagte ihr Chef Jens Geier am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Ukraine zahlt Teil von Londoner Gerichtskosten an Russland

MOSKAU - Die Ukraine hat Russland einen Teil der Gerichtskosten in einem Verfahren um die Rückzahlung von Staatsanleihen erstattet. Der Betrag von umgerechnet 1,3 Millionen Euro sei bei der Moskau vertretenden Anwaltskanzlei eingegangen, teilte das russische Finanzministerium am Donnerstag in Moskau mit. Kiew sei somit der Anordnung des britischen Gerichts nachgekommen, das den Fall behandelt.

Deutschland: Öffentliche Verschuldung weiter rückläufig

WIESBADEN - Die Schulden der öffentlichen Haushalte sind in der ersten Hälfte dieses Jahres dank der guten Konjunktur deutlich gesunken. Ende Juni standen Bund, Länder, Kommunen sowie Sozialversicherung mit 1977,8 Milliarden Euro bei Banken und anderen privaten Unternehmen in der Kreide. Im Jahresvergleich waren dies 2,9 Prozent (59,8 Milliarden Euro) weniger, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf der Basis von vorläufigen Ergebnissen mit.

Deutschland: Reallöhne im zweiten Quartal deutlich über Vorjahr

WIESBADEN - Im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer deutlich gestiegen. Nach Abzug der allgemeinen Preissteigerung hatten die Menschen 1,2 Prozent mehr Geld zur Verfügung als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete.

Japanische Notenbank hält an Geldpolitik unverändert fest

TOKIO - Japans Zentralbank hält vorerst unverändert an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Das entschied die Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag nach Abschluss zweitägiger Beratungen. In Marktkreisen war dies erwartet worden. Die BoJ versucht seit 2013 im Kampf gegen die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen, die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Damals hatte die Zentralbank noch erwartet, das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von etwa zwei Jahren zu erreichen. Seither musste sie dieses Ziel nun schon sechs Mal nach hinten schieben.

ROUNDUP: Bundesregierung fürchtet Ausstieg der USA aus Atomabkommen mit Iran

NEW YORK - Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump am Iran wächst in der Bundesregierung die Sorge, dass die USA dem Atom-Abkommen mit Teheran den Rücken kehren könnten. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Mittwoch nach einem Gespräch mit den Außenministern aus den USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien am Rande der UN-Generalversammlung in New York, man müsse "allergrößte Sorge" haben, dass das Abkommen zerstört werde. US-Außenminister Rex Tillerson erklärte dann auch, die US-Regierung habe "erhebliche Probleme" mit der Abmachung. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bereits verkündet, er habe eine Entscheidung zu der Vereinbarung getroffen.

EU-Politiker Lambsdorff gegen eigenen Haushalt für Euro-Zone

BERLIN - Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, lehnt den Plan des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Schaffung eines eigenen Haushalts für die Euro-Zone ab. "Ein Budget für die Euro-Zone wäre ein permanenter Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene", sagte der FDP-Politiker dem "Tagesspiegel" (Donnerstag). Lambsdorff, der für den Bundestag kandidiert, befürwortete dagegen grundsätzlich Überlegungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den Euro-Rettungsschirm ESM in Richtung eines europäischen Währungsfonds weiterzuentwickeln.

Verhofstadt erhofft sich von May-Rede Klarheit zum Brexit

BRÜSSEL - Angesichts der schleppenden Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens hofft der Brexit-Beauftragte des EU-Parlaments, Guy Verhofstadt, auf klare Worte aus London. Vor der mit Spannung erwarteten Rede der britischen Premierministerin Theresa May am Freitag in Florenz sagte der Fraktionschef der Liberalen der "Welt" (Donnerstag): "Wir bekommen von der anderen Seite des Kanals viele unterschiedliche Sichtweisen, wie man den Brexit handhaben soll. Ich hoffe, dass Premierministerin May für Klarheit sorgen wird." Weiter führte Verhofstadt aus: "Die Verhandlungen werden deutlich einfacher werden, wenn die britische Regierung eine einheitliche Position vertreten würde und wir dadurch ein klares Bild von der britischen Position erhielten."

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