dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 02.10.2017

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ROUNDUP 2: Katalonien bereitet sich auf Abspaltung vor - Beratungen in Madrid

BARCELONA/MADRID - Am Tag nach dem von Polizeigewalt überschatteten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien hat der Chef der Regionalregierung, Carles Puigdemont, mit seinen Verbündeten das weitere Vorgehen beraten. Die Regierung kam am Vormittag in Barcelona hinter verschlossenen Türen zusammen. Am Sonntagabend hatte sie mitgeteilt, 2,26 Millionen der 5,3 Millionen Wahlberechtigten hätten an der Abstimmung teilgenommen, also rund 42 Prozent. Von diesen hätten sich 90 Prozent für eine Abspaltung der wirtschaftsstarken Region ausgesprochen. Nach den Worten von Puigdemont hat Katalonien damit "das Recht gewonnen", einen eigenen Staat zu gründen. Diesen will er bereits in den nächsten Tagen ausrufen.

ROUNDUP: Deutsche Industrie warnt vor Bruch Kataloniens mit spanischem Staat

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft hat vor einer Abspaltung Kataloniens von Spanien gewarnt und beide Seiten zum Dialog aufgefordert. "Die politische Instabilität gefährdet unmittelbar die wirtschaftliche Entwicklung", warnte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Montag in Berlin. Nach Angaben der Spitzenverbände ist Katalonien eine hoch industrialisierte Region, in der etwa die Hälfte der weit mehr als 1 000 Firmen mit deutscher Beteiligung in Spanien angesiedelt sei.

USA: Industriestimmung steigt auf den höchsten Stand 13 Jahren

WASHINGTON - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im September von bereits hohem Niveau aus weiter verbessert. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg um 2,0 Punkte auf 60,8 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2004, also seit gut 13 Jahren. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einer Eintrübung auf 58,1 Punkte gerechnet.

USA: Bauausgaben steigen wieder

WASHINGTON - In den USA sind die Bauausgaben im August nach einem kräftigen Rückgang im Vormonat wieder gestiegen. Auf Monatssicht erhöhten sie sich um 0,5 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Montag mitteilte. Analysten hatten im Mittel einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Allerdings fiel der Rückgang im Juli mit revidiert 1,2 Prozent doppelt so stark aus wie bisher bekannt.

GESAMT-ROUNDUP: Wirtschaft dringt auf rasche Regierungsbildung

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft dringt auf die baldige Bildung einer neuen Bundesregierung. "Unsere Unternehmen brauchen möglichst rasch Klarheit darüber, wie es politisch weitergeht in Deutschland", sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, der Deutschen Presse-Agentur - eine Woche nach der Bundestagswahl. Wichtig seien schnell substanzielle Ergebnisse im Koalitionsvertrag. Der kleinste gemeinsame Nenner sei nicht genug, Ausruhen auf Erreichtem keine Option.

Griechischer Haushalt 2018 vorgelegt - Wirtschaft soll wachsen

ATHEN - Das griechische Finanzministerium hat am Montag dem Parlament in Athen den Entwurf des Haushalts 2018 vorgelegt. Die Regierung rechnet mit einem höheren Bruttoinlandsprodukt: Die Wirtschaftsleistung soll von 181,2 Milliarden Euro 2017 auf 187,8 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigen. Dies zeige, dass Griechenland nach mehr als acht Jahren wieder eindeutig auf Wachstumskurs sei, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums. Das Parlament soll über den Haushalt Anfang Dezember abstimmen, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Eurozone: Arbeitslosenquote stagniert auf 9,1 Prozent

LUXEMBURG - Die Arbeitslosenquote im Euroraum hat im August stagniert. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Montag betrug sie wie im Vormonat 9,1 Prozent. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang auf 9,0 Prozent erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Quote um 0,8 Prozentpunkte. In absoluten Zahlen fiel die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 42 000 und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,319 Millionen.

Großbritannien: Industriestimmung trübt sich stärker als erwartet ein

LONDON - Die Stimmung in der britischen Industrie hat sich im September überraschend stark eingetrübt. Wie das Forschungsinstitut IHS Markit am Montag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex um 0,8 Punkte auf 55,9 Zähler. Analysten hatten hingegen einen September-Wert von 56,2 Punkte erwartet. Der Vormonatswert wurde zudem von 56,9 auf 56,7 Punkte nach unten korrigiert.

Eurozone: Industriestimmung erreicht besten Wert seit über sechs Jahren

LONDON - Die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums hat ihren jüngsten Höhenflug fortgesetzt. Im September sei der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auf 58,1 Punkte gestiegen, wie das Institut Markit am Montag in einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit erreichte das Stimmungsbarometer den höchsten Stand seit über sechseinhalb Jahren.

Kubicki liebäugelt mit dem Bundesfinanzministerium

KIEL/BERLIN - Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sieht für sich künftig in der neuen FDP-Bundestagsfraktion eine "bedeutende" Rolle. "Jeder weiß, dass Minister zu sein nicht mein Herzenswunsch ist", sagte Kubicki der Deutschen Presse-Agentur. "Aber grundsätzlich ist neben dem Kanzleramt natürlich das Finanzministerium von besonderer Bedeutung."

Stimmung in Japans Industrie auf Zehnjahres-Hoch

TOKIO - Die Manager der japanischen Großindustrie sind so optimistisch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Quartalsumfrage der Bank von Japan unter rund 10 000 Firmen hervorgeht, stieg der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionskonzerne im September um 5 Punkte im Vergleich zum Juni auf plus 22. Ein positiver Index im sogenannten Tankan-Bericht bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Die Zahlen bestätigen die Ansicht der BoJ, dass die Wirtschaft moderat wächst.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.