dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.05.2021 - 17.00 Uhr

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USA: NAHB-Hausmarktindex stagniert wie erwartet

WASHINGTON - Die Stimmung auf dem US-Häusermarkt hat sich im Mai nicht verändert. Der NAHB-Hausmarktindex verharrte zum Vormonat auf 83 Punkten, wie die National Association of Home Builders am Montag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit der Entwicklung gerechnet.

USA: Stimmung in New Yorker Industrie trübt sich etwas ein

NEW YORK - Die Stimmung in den New Yorker Industrieunternehmen hat sich im Mai etwas verschlechtert. Der Empire-State-Index fiel im Vergleich zum Vormonat um 2,0 Punkte auf 24,3 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 23,9 Punkte gerechnet.

EU und USA wollen Konflikt um Stahl- und Aluminiumimporte beilegen

BRÜSSEL - Die EU und die USA wollen bis Ende des Jahres eine Lösung für ihren Streit über Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte finden. Es gehe darum zu zeigen, dass das Problem von Überkapazitäten gemeinsam angegangen werden könne, teilten beide Seiten am Montag in einer Erklärung mit. Man sei sich einig, dass die Überkapazitäten hauptsächlich von Dritten verursacht würden. Länder, die wie China auf eine handelsverzerrende Politik setzen, könnten gemeinsam zur Rechenschaft gezogen werden.

Italien: Inflation legt deutlich zu

ROM - In Italien hat die Inflation im April deutlich angezogen. Die nach europäischer Methode ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen zum Vorjahresmonat um 1,0 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Montag in Rom nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Das Resultat der ersten Erhebung wurde bestätigt. Im März hatte die Inflation lediglich 0,6 Prozent betragen.

China: Einzelhandel entwickelt sich schwächer als erwartet - Industrie im Plan

PEKING - In China hat sich der Einzelhandel im April nicht so stark vom Corona-Schock des Vorjahres erholt wie erwartet. Der Einzelhandelsumsatz sei im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um 17,7 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt am Montag in Peking mit. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit einem Plus von 25 Prozent gerechnet. In den ersten vier Monaten des Jahres legte der Umsatz im Einzelhandel damit um fast 30 Prozent zu.

Gutachten: Deutschen Unternehmen drohen Probleme in Xinjiang

BERLIN - Das geplante Lieferkettengesetz könnte die in der chinesischen Region Xinjiang tätigen deutschen Unternehmen in Bedrängnis bringen. Nach einem Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags könnten Firmen zu einem Abbruch der Zusammenarbeit mit staatlichen Zulieferern gezwungen sein, wenn diesen Menschenverletzungen gegen die Minderheit der muslimischen Uiguren nachgewiesen werden.

Ifo-Präsident warnt vor Vermögensteuer

MÜNCHEN - Ifo-Präsident Clemens Fuest hat vor der Einführung einer Vermögensteuer gewarnt. Sie "wäre ein lautes Signal an alle Investoren, Deutschland als Standort zu meiden", und würde einen Aufschwung nach der Corona-Krise behindern, sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Fast alle Industrieländer hätten sie abgeschafft. "Sie in Deutschland einzuführen, wäre ein riskanter steuerpolitischer Sonderweg."

Ifo-Umfrage: Materialmangel trifft Baubranche

MÜNCHEN - Die deutsche Baubranche wird laut einer Umfrage des Ifo-Instituts von einem "erheblichen" Mangel beim Material gebremst. "Das ist ein beispielloser Engpass seit 1991", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Analyse des Münchener Forschungsinstituts. Durch den Materialmangel sei es im April zumindest vorübergehend zu einer Beeinträchtigung der Bautätigkeit gekommen.

Corona-Kosten für Großbritannien steigen auf 372 Milliarden Pfund

LONDON - Wegen der Corona-Pandemie erwartet der britische Rechnungshof enorme Belastungen für die Steuerzahler. Die geschätzten Kosten für die Krisenreaktion der Regierung zwischen Februar 2020 und Ende März 2021 betrügen 372 Milliarden Pfund (431 Mrd Euro), wie der Rechnungshof am Montag in London mitteilte. Das seien 100 Milliarden Pfund mehr als der im Januar errechnete Betrag. Davon seien 172 Milliarden Pfund bereits ausgegeben worden. Inbegriffen sind 26 Milliarden Pfund Kredite, die voraussichtlich abgeschrieben werden müssten.

Niederlande: Am Mittwoch zweite Runde der Lockerungen

DEN HAAG - In den Niederlanden steht der zweiten Runde von Lockerungen der Corona-Maßnahmen nichts mehr im Wege. Die Lage bei Neuinfektionen und Aufnahmen in Krankenhäuser habe sich deutlich verbessert, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Montag in Den Haag. "Der weitere Schritt ist zu verantworten." Die Regierung hatte in der vergangenen Woche bereits die Lockerungen angekündigt, aber von sinkenden Infektionszahlen abhängig gemacht.

Brexit-Streit: EU pocht auf Umsetzung der Nordirland-Regeln

BRÜSSEL/LONDON - Die EU wehrt sich im Brexit-Streit mit Großbritannien dagegen, die Sonderregeln für Nordirland aufzuweichen oder aufzugeben. Das sogenannte Nordirland-Protokoll sei die beste Lösung für Probleme, die durch den britischen EU-Austritt entstanden seien, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Das Protokoll müsse so umgesetzt werden, dass es für die Menschen in Nordirland und Irland funktioniere.

Weltwirtschaftsforum sagt Jahrestreffen in Singapur ab

SINGAPUR/GENF - Wegen der Corona-Pandemie hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) sein für August geplantes Jahrestreffen endgültig abgesagt. Die Tagung sollte eigentlich Mitte August im südostasiatischen Stadtstaat Singapur stattfinden - statt wie sonst im schweizerischen Davos. Die tragischen Umstände machten das globale Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft aus aller Welt im geplanten Maßstab unmöglich, teilte das WEF am Montag in Genf mit. Die nächste Jahrestagung solle nun in der ersten Jahreshälfte 2022 stattfinden. Zeit und Ort würden noch bekanntgegeben.

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