Werbung

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 16.03.2023 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: EZB entschlossen im Kampf gegen Inflation trotz Bank-Turbulenzen

FRANKFURT - Die Euro-Währungshüter lassen sich trotz der jüngsten Turbulenzen im Bankensektor nicht von ihrem Kampf gegen die hohe Teuerung abbringen. Der EZB-Rat beschloss, den Leitzins im Euroraum um weitere 0,5 Punkte auf 3,5 Prozent zu erhöhen. Es war die sechste Zinserhöhung in Folge. "Wir sind entschlossen, die Inflation zu bekämpfen. Das sollte nicht angezweifelt werden", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag in Frankfurt. "Es gibt keinen Zielkonflikt zwischen Preisstabilität und finanzieller Stabilität."

ROUNDUP: Frankreichs Regierung drückt Rentenreform durchs Parlament

PARIS - Frankreichs Regierung hat die umstrittene Rentenreform ohne finale Abstimmung durchs Parlament gedrückt. Sie entschied am Donnerstag, das wichtigste Reformprojekt von Präsident Emmanuel Macron mit einem Sonderartikel der Verfassung ohne Abstimmung in der Nationalversammlung umzusetzen. Premierministerin Élisabeth Borne sagte, begleitet von lautem Protest der Opposition: "Diese Reform ist notwendig." Zwar hatte der Senat als zweite Kammer des Parlaments am Morgen für die Reform zur Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre votiert. Eine Zustimmung in der Nationalversammlung schien aber nicht sicher. Das Vorhaben kann theoretisch noch durch ein Misstrauensvotum gekippt werden.

ROUNDUP 4: Notenbank hilft Credit Suisse mit Milliardenkredit - Aktie legt zu

ZÜRICH - Mit einem milliardenschweren Hilfspaket für die angeschlagene Credit Suisse CH0012138530 hat die Schweizer Notenbank die jüngsten Kursverluste der Aktie gestoppt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellt dem angeschlagenen Institut Kredite von bis zu 50 Milliarden Franken (knapp 51 Mrd Euro) zur Verfügung, wie die Credit Suisse am frühen Donnerstagmorgen in Zürich mitteilte. Die zweitgrößte Schweizer Bank will mit dem Schritt verlorenes Vertrauen am Finanzmarkt zurückgewinnen. Für Notenbank, Finanzaufsicht und Regierungen geht es auch darum, eine allgemeine Bankenkrise zu verhindern. An der Börse zeigten die Maßnahmen Wirkung.

USA: Philly-Fed-Index erholt sich deutlich weniger als erwartet

PHILADELPHIA - Das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia hat sich im März deutlich weniger als erwartet aufgehellt. Der Indikator für die Industrie (Philly-Fed-Index) stieg um 1,1 Punkte auf minus 23,2 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag in Philadelphia mitteilte. Bankökonomen hatten im Schnitt mit einer deutlicheren Aufhellung auf minus 15,0 Punkte gerechnet. Im Februar war der Indikator noch mit 24,3 Punkten auf den niedrigsten Wert seit Mai 2020 gefallen.

USA: Baubeginne und Genehmigungen legen deutlich zu

WASHINGTON - Der US-Häusermarkt scheint sich im Februar wieder etwas besser entwickelt zu haben. Die neu begonnenen Bauten stiegen ebenso an wie die Baugenehmigungen. Die Zahl der Baubeginne erhöhte sich zum Vormonat um 9,8 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs knapp über Stagnation gerechnet.

USA: Einfuhrpreise gehen erstmals seit längerem zurück

WASHINGTON - Die Preise von in die USA importierten Gütern sind im Februar erstmals seit längerem wieder gesunken. Die Einfuhrpreise fielen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Letztmalig waren die Importpreise im Dezember 2020 gefallen. Bankökonomen hatten im Schnitt einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent erwartet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gefallen. In der vergangenen Woche sanken sie um 20 000 auf 192 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. An den Finanzmärkten war ein Rückgang der Anträge auf 205 000 erwartet worden.

Mehr Unabhängigkeit: EU-Kommission macht Zielvorgaben für Rohstoffe

BRÜSSEL - Mit festen Zielvorgaben für die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen will die EU-Kommission Europas Abhängigkeit von China und anderen Ländern beenden. Konkret geht es um Rohstoffe wie Lithium, das für die Produktion von Batterien und damit für den Wandel zu einer klimafreundlichen Wirtschaft von großer Bedeutung ist, wie aus einem Vorschlag der Kommission vom Donnerstag hervorgeht. Demnach sollen künftig in der EU gemessen am Jahresverbrauch mindestens 10 Prozent dieser strategisch besonders wichtigen Rohstoffe gefördert, 40 Prozent verarbeitet und 15 Prozent recycelt werden. Europaparlament und EU-Staaten müssen über die Vorschläge nun diskutieren und sich auf ein endgültiges Gesetz einigen.

Mittel für Energiepreisbremse erst zu einem Viertel genutzt

BERLIN - Von den maximal 200 Milliarden Euro im "Abwehrschirm" gegen die hohen Energiepreise ist bisher rund ein Viertel ausgegeben worden. Bis Ende Februar seien 55,3 Milliarden Euro abgerufen worden, erklärte das Finanzministerium am Donnerstag. Zuvor hatte "Business Insider" über die Zahlen berichtet.

Italien: Inflation nicht ganz so hoch wie gedacht

ROM - Die hohe Inflation in Italien hat sich im Februar etwas stärker als erwartet abgeschwächt. Die nach europäischen Standards ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine erste Erhebung hatte einen Anstieg um 9,9 Prozent ergeben. Im Januar hatte die Inflationsrate noch bei 10,7 Prozent gelegen.

Eurogruppen-Chef: 'Wir sind in der Lage, diese Risiken zu managen'

FRANKFURT - Eurogruppen-Chef Paschal Donohoe zeigt sich trotz der Turbulenzen zuversichtlich, dass Europas Banken gewappnet sind. "Wir sind uns der Risiken bewusst, die derzeit in unserem Banken- und unserem globalen Finanzsystem bestehen. Aber die Höhe der Eigenkapitalpuffer gibt uns die Gewissheit, dass wir in der Lage sind, diese Risiken zu managen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Gasspeicher in Deutschland zu 64,1 Prozent gefüllt

BRÜSSEL - Die Füllstände der deutschen Gasspeicher nehmen wie im Winter üblich weiter ab. Am Mittwochmorgen lag der Gesamtfüllstand bei 64,1 Prozent. Das waren 0,1 Punkte weniger als am Vortag, wie am Donnerstag aus vorläufigen Daten des europäischen Gasspeicherverbandes GIE hervorging. Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden verzeichnete einen Füllstand von 82,2 Prozent. EU-weit lag der Füllstand bei rund 56,1 Prozent. Das waren 0,2 Punkte weniger als am Vortag.

Kundenhinweis:
ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.
/jsl