dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 16.03.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: Fed stemmt sich gegen Coronavirus-Krise - Anleger reagieren panisch

WASHINGTON - Die US-Notenbank greift angesichts von Anlegerpanik und Rezessionsängsten wegen des Coronavirus zu drastischen Mitteln. In einer Notfallaktion senkte sie den Leitzins überraschend auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an. Weitere Schritte könnten aufgrund wirtschaftlicher Schäden durch die Ausbreitung des Virus folgen. "Wir sind darauf vorbereitet, unsere gesamte Bandbreite an Instrumenten einzusetzen", sagte Fed-Chef Jerome Powell am Sonntag (Ortszeit) in Washington. Doch die Märkte reagieren nervös.

ROUNDUP/Krisenhilfen für die Wirtschaft: Eurogruppe sucht Antwort auf Corona

BRÜSSEL - Nach weitgehend verpufften Eingriffen wichtiger Zentralbanken hat am Montag die Eurogruppe eine gemeinsame Antwort auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise gesucht. Die Finanzminister des gemeinsamen Währungsgebiets berieten am Nachmittag in einer Videokonferenz. Vorab forderten die europäischen Sozialdemokraten und die Grünen, auch den Eurorettungsschirm ESM für Hilfen zu aktivieren.

VIRUS: Von der Leyen schlägt 30-tägiges Einreiseverbot in die EU vor

BRÜSSEL - Ein 30-tägiges Einreiseverbot für die EU hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen. Damit könne die Verbreitung des Coronavirus am besten begrenzt werden, sagte von der Leyen am Montag in Brüssel

VIRUS/IWF stellt Billionen-Finanzhilfe wegen Krise bereit

WASHINGTON - Zur Bewältigung der Coronavirus-Krise bietet der Internationale Währungsfonds (IWF) betroffenen Ländern massive Finanzhilfen an. Die Kreditkapazität von einer Billion US-Dollar des Fonds könne zur Unterstützung von Mitgliedstaaten eingesetzt werden, die mit der Ausbreitung des Virus kämpfen, teilte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva am Montag in einem Blogeintrag mit.

VIRUS/Italienische Forscher: Deutschland verspielt bei Corona-Pandemie Zeit

ROM - Italienische Wissenschaftler haben angesichts der heftigen Coronakrise in ihrem Land Deutschland aufgefordert, schneller und strikter als bisher zu reagieren. "Unterschätzen Sie nicht die Gefahr. Italien hat das eine Woche lang getan", sagte Roberto Burioni, einer der bekanntesten Virologen Italiens der Deutschen Presse-Agentur. Einige hätten Covid-19 zu lange mit der normalen Grippe auf eine Stufe gestellt. Andere Länder in Europa sollten es unbedingt vermeiden, ähnliche Fehler wie Italien nach Bekanntwerden des Ausbruchs zu machen. Der Forscher ist Professor an der Universität Vita-Salute San Raffaele in Mailand.

VIRUS: Neuer britischer Notenbankchef stellt weitere Hilfe in Aussicht

LONDON - Der neue Chef der britischen Notenbank, Andrew Bailey, hat in der Virus-Krise weitere geldpolitische Hilfe in Aussicht gestellt. Die Zentralbank wolle längerfristige wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Ausbreitung minimieren oder verhindern, sagte Bailey am Montag in einem Fernsehinterview. "Deshalb haben Sie letzte Woche rasche Maßnahmen gesehen. Deshalb werden Sie wieder rasche Maßnahmen sehen, wenn wir sie ergreifen müssen. Die Öffentlichkeit kann sich darauf verlassen."

VIRUS/ROUNDUP: Russische Regierung unterstützt Wirtschaft mit Milliarden-Fonds

MOSKAU - Die russische Regierung will die Wirtschaft des Landes in der Coronavirus-Krise mit einem Fonds in Milliardenhöhe unterstützen. Es gebe eine Reserve von vorerst 300 Milliarden Rubel (rund 3,6 Mrd. Euro), die dafür genutzt werden könne, teilte Regierungschef Michail Mischustin am Montag bei einer Sitzung seines Krisenstabes mit. Über diesen Fonds sollten "Industrie und Bürger" geschützt werden, hieß es. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt vor allem für die Tourismusbranche und den Flugverkehr gedacht. Kleine und mittlere Betriebe sollen auch leichter Kredite und Subventionen bekommen.

Scholz will an Schuldenbremse festhalten

BERLIN - Anders als Bayern will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in der Corona-Krise an der Schuldenbremse festhalten. "Die Schuldenbremse hemmt uns gegenwärtig nicht", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag auf Anfrage. Bayern hatte angekündigt, die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse zeitlich begrenzt für zunächst ein Jahr außer Kraft zu setzen.

ROUNDUP : Kontrollen an Grenzen im Süden und Norden - Kleine Übergänge zu

BERLIN - Deutschland hat an den Übergängen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz am Montagmorgen mit strengen Grenzkontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. An einigen Grenzübergängen bildeten sich nach Beginn der Kontrollen um 8.00 Uhr längere Staus. Kleinere Straßen, die etwa von Frankreich nach Baden-Württemberg führen, wurden von den Landratsämtern komplett gesperrt.

VIRUS: Grüne fordern finanziellen Schutzschirm der Eurozone

BERLIN - Um vom Coronavirus betroffenen Staaten zu helfen, fordern die Grünen einen "finanziellen Schutzschirm" der Eurogruppe für Europa und den Euroraum. "Gerade an Italien muss ein klares Zeichen der europäischen Solidarität gehen", sagte Parteichefin Annalena Baerbock am Montag. Es müssten vorsorgliche Kredite über den Europäischen Stabilitätsmechanismus bereitgestellt werden. "Aus der Coronakrise darf keine Eurokrise werden", sagte sie.

VIRUS: Urteil zu EZB-Anleihenkäufen wird wegen Corona auf 5. Mai verschoben

KARLSRUHE - Das Bundesverfassungsgericht verschiebt wegen der Coronavirus-Krise die Verkündung seines Urteils zu den Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). Der ursprünglich vorgesehene Termin am 24. März sei "zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt", teilte das Gericht in Karlsruhe am Montag mit. Das Urteil soll jetzt am 5. Mai verkündet werden. Am Freitag hatte das Gericht noch an dem Termin festgehalten, wollte aber an die angemeldeten Medienvertreter und Besucher appellieren, die Notwendigkeit der persönlichen Teilnahme zu prüfen.

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