dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 14.09.2022 - 17.15 Uhr

USA: Anstieg der Erzeugerpreise schwächt sich ab - aber Kernrate im Fokus

WASHINGTON - In den USA hat sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene stärker als erwartet abgeschwächt. Die Erzeugerpreise legten im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 8,8 Prozent gerechnet, nach 9,8 Prozent im Vormonat.

ROUNDUP 3: Übergewinne von Energiefirmen sollen Verbraucher in der EU entlasten

STRASSBURG - Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen will Verbraucher mit radikalen Maßnahmen bei den hohen Energiepreisen entlasten. Nach einem am Mittwoch vorgestellten Gesetzesvorschlag sollen Energiefirmen einen Teil ihrer zuletzt stark gestiegenen Gewinne abgeben. Damit sollen Staaten die Krisenkosten abfedern. Die Unternehmen machten zuletzt Gewinne, mit denen sie in ihren kühnsten Träumen nie gerechnet hätten, sagte von der Leyen bei einer Grundsatzrede im Straßburger Europaparlament. Der Vorschlag werde den EU-Staaten mehr als 140 Milliarden Euro bringen, um die Not zu lindern.

GESAMT-ROUNDUP/Freude über ukrainische Erfolge: Selenskyj in befreiten Gebieten

KIEW/MOSKAU/STRASSBURG - Nach dem Rückzug russischer Truppen feiern die Ukrainer in den befreiten Gebieten im Osten des Landes ihren Zwischenerfolg. Präsident Wolodymyr Selenskyj reiste am Mittwoch nach Isjum im Gebiet Charkiw, machte Selfies mit Soldaten der ukrainischen Armee und ließ sich neben der ukrainischen Fahne ablichten, wie Fotos im Telegram-Kanal des 44-Jährigen zeigten. "Unsere blau-gelbe (Flagge) weht über dem befreiten Isjum", teilte Selenskyj dazu mit. Er kündigte zudem ein weiteres Vorrücken der ukrainischen Armee an: "Wir bewegen uns nur in eine Richtung - vorwärts und bis zum Sieg". Die Freude über den Erfolg wurde durch erste Berichte ukrainischer Behörden zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen der Besatzer getrübt.

WHO-Chef Tedros: Ende der Corona-Pandemie in Sicht

GENF - Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht eine Chance auf ein Ende der Corona-Pandemie. Die Impfanstrengungen dürften aber jetzt nicht nachlassen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle sei in der vergangenen Woche so niedrig gewesen wie seit März 2020 nicht mehr.

Lindner für automatische Anpassung der Einkommensteuer an Inflation

BERLIN - Finanzminister Christian Lindner plädiert dafür, dass die Einkommensteuer künftig automatisch an die Höhe der Inflation angepasst wird. Das sei nur fair und erspare sehr schwierige politische Debatten, sagte der FDP-Minister am Mittwoch in Berlin. Es gehe nicht um eine Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, sondern darum, eine automatische zusätzliche Belastung durch die Inflation zu verhindern.

Eurozone: Industrieproduktion sinkt deutlich stärker als erwartet

LUXEMBURG - In der Eurozone ist die Industrieproduktion im Juli deutlich stärker gesunken als erwartet. Gegenüber dem Vormonat sei die Gesamtherstellung um 2,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang um 1,1 Prozent gerechnet.

ROUNDUP: Von der Leyen schlägt Übergewinnabgaben für Energiefirmen vor

STRASSBURG - Zur Entlastung der Verbraucher sollen übermäßige Gewinne von Energiefirmen in der EU künftig abgeschöpft und umverteilt werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch im Straßburger Europaparlament einen Gesetzesvorschlag gegen die hohen Energiepreise an, der sowohl Produzenten von erneuerbarem Strom als auch Gas- und Ölkonzerne treffen würde. "Unser Vorschlag wird mehr als 140 Milliarden Euro für die Mitgliedstaaten bringen, um die Not unmittelbar abzufedern", sagte von der Leyen.

Umfrage: Immer mehr empfinden Energiepreise als hohe Belastung

DÜSSELDORF - Immer mehr Menschen empfinden die hohen Energiepreise laut einer Studie als erhebliche oder sogar sehr schwere finanzielle Belastung. Dies gelte insbesondere für Gaskunden, berichtete das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch in Düsseldorf. Fast zwei Drittel von ihnen hätten laut einer Umfrage die Kosten dafür als "eher schwere" oder "sehr schwere" finanzielle Belastung bezeichnet. Dieser Anteil sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Grundlage der Studie war eine repräsentative Befragung des IMK, an der im August rund 2200 Personen zwischen 18 und 75 Jahren teilnahmen.

Großbritannien: Inflation fällt unter Zehn-Prozent-Marke

LONDON - Die Inflation in Großbritannien ist von sehr hohem Niveau aus etwas gefallen. Im August erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,9 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Im Vormonat war die Teuerung mit 10,1 Prozent auf den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung im Jahr 1997 gestiegen. Laut einer Rückrechnung des ONS war die Inflation zuletzt im Jahr 1982 höher gewesen, also vor 40 Jahren.

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