dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 13.01.2023 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: Wachstum trotz Krisen: Deutsche Wirtschaft mit Rückenwind für 2023

WIESBADEN/BERLIN - Die deutsche Wirtschaft hat trotz aller Belastungen 2022 erstmals das Vor-Corona-Niveau wieder übertroffen und geht mit etwas Rückenwind in die kommenden Monate. Die lange Zeit befürchtete schwere Winterrezession dürfte ausfallen: Nach drei Wachstumsquartalen in Folge deutet sich für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres Stagnation an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anhand einer ersten Schätzung mitteilte.

USA: Michigan-Konsumklima hellt sich stärker als erwartet auf

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich zum Jahresauftakt stärker als erwartet aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg im Januar auf 64,6 Punkte, nach 59,7 Punkten im Monat zuvor, wie die Universität am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist der höchste Indexwert seit April 2022. Analysten wurden von der Stärke des Anstiegs überrascht. Sie hatten nur einen Indexwert von 60,7 Punkten erwartet.

USA: Auftrieb bei den Einfuhrpreisen verstärkt sich wieder

WASHINGTON - Der Preisauftrieb von in die USA importierten Gütern hat sich Ende des vergangenen Jahres überraschend verstärkt. Die Einfuhrpreise erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten für Dezember eine weitere Abschwächung des Preisauftriebs erwartet und im Schnitt mit einer Rate von 2,2 Prozent gerechnet.

ROUNDUP/Hunderttausende Wohnungen fehlen: Bündnis fordert Milliarden

BERLIN - Ein Bündnis aus Mieterbund, Baugewerkschaft sowie Sozial- und Branchenverbänden warnt vor einer sich immer stärker zuspitzenden Wohnungsnot in Deutschland. "Die Situation am Wohnungsmarkt ist dramatisch", sagte der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, am Donnerstag in Berlin. Hauptgrund: Die zunehmende Zuwanderung bei gleichzeitig niedrigem Bautempo. Das Bündnis forderte ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau sowie Steuersenkungen.

Minister: Keine Preistreiberei mehr nach Euro-Einführung in Kroatien

ZAGREB - Nach Ansicht des kroatischen Wirtschaftsministers Davor Filipovic haben die meisten Handelsunternehmen die nach der Einführung des Euro vollzogenen Preiserhöhungen wieder zurückgenommen. "Sie sind zu den Preisen vom 31. Dezember zurückgekehrt", erklärte der Minister am Freitag nach einer Sitzung des Ministerrats, wie das Nachrichtenportal "24sata.hr" berichtete.

Geldvermögen auf Talfahrt - Dritter Rückgang in Folge

FRANKFURT - Verluste an den Börsen haben das Vermögen der Menschen in Deutschland das dritte Quartal in Folge geschmälert. Eine noch längere Phase des Rückgangs habe es zuletzt zu Zeiten der globalen Finanzkrise gegeben, teilte die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mit. Das Geldvermögen der privaten Haushalte aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen verringerte sich im dritten Vierteljahr 2022 gegenüber dem Vorquartal um 23 Milliarden Euro auf rund 7475 Milliarden Euro. Wie die Summe verteilt ist, geht aus den Bundesbank-Daten nicht hervor.

Eurozone: Defizit in der Handelsbilanz geht weiter zurück

LUXEMBURG - Das Handelsdefizit der Eurozone hat sich im November den dritten Monat in Folge verringert. Gegenüber dem Vormonat sei das saisonbereinigte Defizit um 12,9 Milliarden auf 15,2 Milliarden Euro geschrumpft, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Noch im August war das Defizit mit knapp 46 Milliarden Euro so hoch ausgefallen wie noch nie seit Bestehen des Währungsraums. Seitdem ist das Defizit kontinuierlich geschrumpft.

Eurozone: Industrie weitet Produktion spürbar aus

LUXEMBURG - Die Industrieunternehmen in der Eurozone haben ihre Produktion im November deutlicher ausgeweitet als erwartet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Gesamtherstellung um 1,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Der Zuwachs folgt allerdings auf einen kräftigen Rückgang im Oktober. Bankökonomen hatten für November im Schnitt mit einem halb so starken Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet.

ROUNDUP 2: Chinas Außenhandel setzt Talfahrt fort - Aussicht bessert sich

PEKING - Der wirtschaftliche Abschwung in China setzt sich fort: Eine schwache globale Nachfrage und die Corona-Lage in China haben den Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft im Dezember erneut stark belastet. Chinas Exporte gingen in US-Dollar berechnet um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück, wie der Zoll am Freitag in Peking berichtete. Es war schon der dritte monatliche Rückgang in Folge. Auch die Einfuhren sackten um 7,5 Prozent ab. Insgesamt verzeichnete der Außenhandel im Dezember damit ein Minus von 8,9 Prozent.

Italien: Industrieproduktion sinkt erneut

ROM - Die italienische Industrie hat im November überraschenderweise den dritten Monat in Folge weniger produziert. Gegenüber dem Vormonat ging die Gesamtherstellung um 0,3 Prozent zurück, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet. Der Rückgang folgt auf einen Rücksetzer von 1,1 Prozent im Vormonat.

IWF erwartet geringeres Wachstum - aber keine Rezession der Weltwirtschaft

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in diesem Jahr trotz der Folgen des Kriegs in der Ukraine und einer weiter hohen Inflation nicht mit einem Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession. Zwar werde sich das Wachstum im Vergleich zum Jahr 2022 verlangsamen, sagte die IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in der Nacht zum Freitag. Allerdings dürfte ein Abgleiten in die Rezession vermieden werden.

Spanien: Inflation geht stärker zurück als gedacht

MADRID - In Spanien ist die hohe Inflation im Dezember etwas stärker gesunken als zunächst gedacht. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die nach europäischen Standards ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) um 5,5 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag nach einer zweiten Schätzung in Madrid mitteilte. Eine erste Erhebung hatte eine Rate von 5,6 Prozent ergeben. Zum Vormonat stagnierte das Preisniveau, anstatt um 0,1 Prozent anzusteigen.

Kundenhinweis:
ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/jsl