dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 13.09.2021 - 17.00 Uhr

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EZB-Direktorin Schnabel erwartet keine dauerhaft höhere Inflation

BADEN-BADEN - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet laut Direktorin Isabel Schnabel keinen dauerhaft erhöhten Preisniveauanstieg. "Aller Voraussicht nach wird sich die Inflation im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen", sagte Schnabel am Montag anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Die aktuellen Inflationszahlen seien in Anbetracht der sehr niedrigen Inflation im Vorjahr mit Vorsicht zu interpretieren, erklärte Schnabel. Die Notenbank sei jedoch wachsam und bereit, falls nötig zu handeln.

ROUNDUP 3: Deutsche Großhandelspreise mit stärkstem Anstieg seit 1974

WIESBADEN - Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt hoch, doch Experten zufolge ist eine Entspannung der Lage in Sicht. Im August stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 1974 - also seit der ersten Ölkrise. Die Statistiker führen die Entwicklung zum einen auf steigende Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte zurück, oft verstärkt durch Lieferschwierigkeiten im Welthandel. Zum anderen verweisen sie auf einen statistischen Effekt durch das sehr niedrige Preisniveau vor einem Jahr infolge des schweren konjunkturellen Corona-Einbruchs.

WAHL: Lindner wirbt nun offensiv um Stimmen der Unionsanhänger

BERLIN - Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat mit Blick auf die historische Schwäche der CDU offensiv um Stimmen der Unionsanhänger bei der Bundestagswahl geworben. In dem von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet vorgestellten Sofortprogramm klinge vieles "sympathisch und vertraut in FDP-Ohren", sagte Lindner am Montag in Berlin. "Das Sofortprogramm der CDU ist allerdings nur eine Kopie des FDP-Programms, eine Kopie, die weniger ambitioniert und weniger vollständig ist", so Lindner, der in den letzten Wochen wiederholt seine Erwartung eines Wahlsiegs von Laschet geäußert hatte. Man könne "gleich das Original" wählen, sagte er jetzt.

WAHL: CDU-Politiker nennt Baerbock-Aussage zu Einkommensteuer 'Unsinn'

BERLIN - Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion und frühere Finanzpolitiker, Mathias Middelberg, hat die Aussagen der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zur Einkommensteuer als "Unsinn" kritisiert. "Natürlich zahlen auch Unternehmen Einkommensteuer (und nicht Körperschaftssteuer). Sogar der Großteil", schrieb Middelberg in einem Facebook-Beitrag zur Behauptung Baerbocks, dass die von ihrer Partei geplante Erhöhung der Einkommensteuer Unternehmen nicht betreffen würde.

CDU-Politiker: Sondersitzung des Finanzausschusses dringend nötig

BERLIN - Nach Grünen, FDP und Linken hat sich auch der CDU-Finanzpolitiker Matthias Hauer für eine Sondersitzung des Bundestags-Finanzauschusses noch vor der Wahl ausgesprochen. "Eine Sondersitzung ist dringend erforderlich", sagte Hauer am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe bei diversen Themen wie der Aufarbeitung des Bilanzskandals bei Wirecard <DE0007472060> auf Intransparenz gesetzt. "Bei der FIU muss er jetzt endlich Klarheit schaffen."

ROUNDUP 2: Arbeitgeberpräsident fordert grundlegende Reformen

BERLIN - Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat grundlegende Reformen in Deutschland gefordert. Er nannte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur etwa die Steuer- und Sozialpolitik. Außerdem müssten Baugenehmigungen beschleunigt werden. In vielen Bereichen sei ein "Mentalitätswechsel" notwendig.

Bankenverband: Jugendstudie zeigt Lücken in der Finanzbildung

BERLIN/FRANKFURT - Bei der wirtschaftlichen Bildung junger Leute in Deutschland klaffen einer Umfrage des Bankenverbandes zufolge teils noch erhebliche Lücken. Mit dem Begriff Inflationsrate können demnach 44 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nichts anfangen, gut zwei Drittel (68 Prozent) haben keine oder eine falsche Vorstellung davon, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Immerhin knapp ein Drittel (31 Prozent) kann nicht erklären, was eine Aktie ist.

Bundeswirtschaftsministerium: Inflationsrate dürfte sich 2022 wieder verringern

BERLIN - Die hohe Inflationsrate in Deutschland dürfte sich aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums zu Beginn des Jahres 2022 wieder verringern. Begründet wird dies in einem am Montag veröffentlichten Bericht zur wirtschaftlichen Lage im September damit, dass Sondereffekte auslaufen.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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