dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 11.07.2022 - 17.00 Uhr

Bundesbank: Inflationserwartungen steigen auf 7,5 Prozent

FRANKFURT - Die Inflationserwartungen privater Haushalte in Deutschland sind weiter gestiegen. Wie aus neuen Daten der Bundesbank hervorgeht, erhöhte sich die erwartete Inflation für die nächsten zwölf Monate von 7,0 Prozent im Vormonat auf 7,5 Prozent im Juni. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Vor einem Jahr lag der entsprechende Wert noch wesentlich niedriger bei etwas mehr als drei Prozent. Die im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre erwartete Inflation stieg im Juni von 5,3 auf 5,4 Prozent.

Umfrage: Inflation derzeit größte Sorge der Menschen in Deutschland

FRANKFURT - Die hohe Inflation ist einer Umfrage zufolge derzeit die größte Sorge der Menschen in Deutschland. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) von gut 1000 Befragten nannten in einer am Montag veröffentlichten Erhebung des Versicherers Allianz in einer vorgegebenen Auswahl die Teuerung als das Thema, das sie aktuell am meisten beschäftige.

ROUNDUP 2: Routinewartung stoppt Gasfluss über Nord Stream 1

LUBMIN - Über die zuletzt wichtigste Route für russisches Erdgas nach Deutschland erfolgen seit Montagmorgen keine Lieferungen mehr. Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 ist für lang angekündigte Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Ab 6.00 Uhr hätten keine Lieferkapazitäten mehr zur Verfügung gestanden, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Auch der tatsächliche Gasfluss sank am Vormittag laut Daten der Betreibergesellschaft praktisch auf Null.

Deutschland und Tschechien planen Gas-Solidaritätsabkommen

PRAG - Angesichts der Sorgen vor einem russischen Gas-Lieferstopp wegen des Ukraine-Kriegs planen Deutschland und Tschechien ein gemeinsames Erdgas-Solidaritätsabkommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela unterzeichneten am Montag in Prag eine entsprechende Absichtserklärung. "Wir helfen uns gegenseitig mit der Gasversorgung und werden das auch aus Deutschland für Tschechien tun", sagte Habeck über die Kooperation innerhalb Europas. Tschechien ist fast komplett von russischen Gasimporten abhängig.

Bundesregierung setzt Einsatz von Kohlekraftwerken in Gang

BERLIN - Die Bundesregierung hat in der Gaskrise den Einsatz von mehr Kohlekraftwerken in Gang gesetzt. Wie am Montag aus Regierungskreisen verlautete, soll am Mittwoch im Kabinett eine entsprechende Rechtsverordnung verabschiedet werden. Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat gesetzliche Änderungen beschlossen. Die Verordnung solle noch in dieser Woche in Kraft treten.

Auch nach Österreich fließt deutlich weniger Gas aus Russland

WIEN - Der österreichische Energiekonzern OMV <AT0000743059> hat am Montag nach dem Beginn der Wartungsarbeiten der Nord-Stream-Pipeline deutlich weniger Gas aus Russland bekommen. Der Konzern müsse mit einem Minus von 70 Prozent im Vergleich zur bestellten Menge rechnen, teilte ein OMV-Sprecher mit. Schon in den vergangenen Wochen hatte die OMV teils erheblich weniger Gas als geordert aus Russland bekommen.

Russland drosselt Gas-Lieferungen nach Italien

MAILAND - Russland hat die Gaslieferungen nach Italien um etwa ein Drittel reduziert. Das habe der russische Staatskonzern Gazprom <US3682872078> mitgeteilt, schrieb der teilstaatliche Energieversorger Italiens Eni <IT0003132476> am Montag. Statt wie gewohnt 32 Millionen Kubikmetern je Tag würden am Montag voraussichtlich 21 Millionen Kubikmeter je Tag geliefert. Sollte es zu "neuen und deutlichen Veränderungen" kommen, wollte Eni weitere Informationen bereitstellen.

Bundesregierung: Um zeitnahe Lösung für Uniper bemüht

BERLIN - Die Bundesregierung bemüht sich um eine zeitnahe Lösung für eine Stabilisierung des angeschlagenen Energieversorgers Uniper <DE000UNSE018>. Das sagte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Berlin. Einzelheiten nannte sie nicht. Eine Regierungssprecherin wollte keine Stellung dazu nehmen, dass die finnische Regierung keine Hoffnung darauf gemacht hatte, dass sich Unipers Mehrheitsaktionär Fortum <FI0009007132> an den Rettungsmaßnahmen für den deutschen Energiekonzern weiter beteiligt.

Textilhandel erwartet auch 2022 keine Rückkehr zum Vorkrisenniveau

KÖLN - Der stationäre Modehandel in Deutschland wird nach Einschätzung des Handelsverbandes Textil (BTE) auch in diesem Jahr noch nicht wieder an die Umsätze des letzten Vor-Pandemie-Jahres 2019 anknüpfen können. "Das erste Halbjahr hat der Modemarkt mit einem zweistelligen Minus von voraussichtlich 10 Prozent bis 12 Prozent im Vergleich zu 2019 abgeschlossen", sagte der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE) Steffen Jost dem Branchenfachblatt "Textilwirtschaft". "Dass sich das Minus im zweiten Halbjahr aufholen lässt, glaube ich nicht."

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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