dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 11.05.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: US-Inflation schwächt sich nur leicht ab

WASHINGTON - Die hohe Inflation in den USA hat sich im April nur leicht abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist zwar weniger als der Anstieg im Vormonat von 8,5 Prozent, allerdings mehr als Analysten erwartet hatten. Die Erwartung betrug im Mittel 8,1 Prozent.

GESAMT-ROUNDUP: Keine Ende hoher Inflation in Sicht - Viele Verbraucher besorgt

WIESBADEN - Die Inflation frisst sich immer tiefer in die Budgets der Verbraucher und die Sorgen der Menschen in Deutschland wachsen. Viele wollen laut einer Umfrage auf nicht notwendige Anschaffungen verzichten, um mit den steigenden Preisen zurecht zu kommen. Im April verteuerten sich nach Daten des Statistischen Bundesamtes neben Energie auch Nahrungsmittel überdurchschnittlich stark. Die Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal forderte eine dauerhafte Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Im Euroraum wächst angesichts der rasant gestiegenen Inflation die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinserhöhung im Juli.

Habeck: Ukraine sucht nach anderen Wegen für Gas-Transit nach Europa

BERLIN - Die Ukraine sucht nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach neuen Transportwegen für russisches Gas nach Westeuropa. Die Ukraine hatte mitgeteilt, den Transit von russischem Gas im umkämpften Gebiet Luhansk im Osten kriegsbedingt einstellen zu müssen. Deutsche Abnehmer hätten tagesaktuell Ersatz gesucht, sagte Habeck am Mittwoch in Berlin. "Die Gasmengen wurden dann heute über den Spotmarkt aus anderen Richtungen und aus anderen Regionen eingekauft. Also der Gaszufluss nach Deutschland war heute stabil." Nach Angaben der Bundesnetzagentur kam verstärkt Gas aus Norwegen und den Niederlanden.

Günther widerspricht Kretschmer: Ölembargo hätte beherrschbare Folgen

BRÜSSEL/DRESDEN - Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) hat ein Einfuhrverbot von russischem Öl unterstützt. "Ein kompletter Verzicht auf russisches Öl hätte beherrschbare volkswirtschaftliche Auswirkungen auf Sachsen und Deutschland." Nicht zu handeln, habe wesentlich größere Auswirkungen, sagte Günther - "sicherheitspolitische und vor allem auch humanitäre". Er wiedersprach damit indirekt Ministerpräsident Michael Kretschmer, der sich einem Einfuhrverbot kritisch gegenüber geäußert hatte.

Kreml: Russland ist zuverlässiger Gas-Lieferant

MOSKAU - Ungeachtet des teilweise gestoppten Transits durch die Ukraine hat Russland seine Rolle als sicherer Gas-Lieferant für Europa betont. "Russland hat immer zuverlässig seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt und hat weiter vor, sie zu erfüllen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Keine klare Antwort gab er auf die Frage, ob Russland nun alternative Transitrouten erwäge, um die wegfallende Menge zu kompensieren.

ROUNDUP/Streit mit EU um Nordirland: Bricht Johnson den Brexit-Vertrag?

LONDON/BRÜSSEL - Der Streit um Brexit-Regeln für Nordirland droht zu einem Handelskrieg zwischen der EU und Großbritannien zu werden. Die britische Außenministerin Liz Truss wies EU-Vorschläge zur Änderung des sogenannten Nordirland-Protokolls am Mittwoch brüsk zurück. Damit rückt eine einseitige Aufkündigung des mühsam ausgehandelten Vertragswerks immer näher. Die EU drohte, dann sei auch das Brexit-Handelsabkommen in Gefahr. Die Folge könnte ein Handelskrieg zwischen den wirtschaftlichen Schwergewichten sein - ausgerechnet während des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der die Lebenshaltungskosten ohnehin in die Höhe treibt.

ROUNDUP: G7-Außenministertreffen im Norden - bislang keine Demos angemeldet

WANGELS - Kurz vor dem G7-Außenministertreffen an der Ostsee in Schleswig-Holstein sind bei der zuständigen Behörde noch keine Demonstrationen angemeldet worden. Das teilte der Landkreis Ostholstein der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Landespolizei stellt sich für das Treffen von Donnerstag bis Samstag auf einen Großeinsatz ein. Man plane ähnlich wie beim G7-Außenministertreffen 2015 in Lübeck. Dort waren rund 3500 Beamte aus ganz Deutschland im Einsatz.

EZB-Chefin Lagarde stellt Leitzinsanhebung im Sommer in Aussicht

FRANKFURT - Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat eine Leitzinserhöhung im Sommer in Aussicht gestellt. Eine Zinserhöhung könnte "wenige Wochen" nach dem Ende der Nettoanleihekäufe erfolgen, sagte Lagarde am Mittwoch in Ljubljana. Das Ende der Käufe solle Anfang des dritten Quartals erfolgen.

Bundesbank erwartet Inflation von knapp 7 Prozent in diesem Jahr

BERLIN - Die Bundesbank rechnet inzwischen mit einer Inflationsrate von durchschnittlich nahezu 7 Prozent in diesem Jahr. Vor allem wegen des Anstiegs der Energiepreise seien die Inflationsraten im Euroraum auf ein nie dagewesenes Niveau gestiegen, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Mittwoch bei einer Veranstaltung der DZ Bank in Berlin. Die Teuerungsrate im gemeinsamen Währungsraum war im April auf 7,5 Prozent und damit den höchsten Stand seit der Euro-Einführung geklettert. Insgesamt hätten Preiserhöhungen an Breite gewonnen, sagte Nagel. Die Bundesbank gehe nun davon aus, "dass die Inflationsrate in Deutschland im Jahr 2022 knapp 7 Prozent erreichen wird".

EZB-Direktor Elderson: Zinsen könnten im Juli steigen

BRÜSSEL - Die Hinweise auf bald steigende Leitzinsen im Euroraum verdichten sich. Am Mittwoch sprach EZB-Direktor Frank Elderson die Möglichkeit an, dass die Leitzinsen im Juli steigen könnten. Zunächst könne man "bei nächster Gelegenheit" die konjunkturstützenden Wertpapierkäufe beenden. "Das wird es uns ermöglichen, im Juli über eine Normalisierung der Leitzinsen nachzudenken, natürlich wie immer abhängig von den eingehenden Daten", sagte der Niederländer am Mittwoch in Brüssel.

Berichte: Japan erwägt zaghafte Öffnung für ausländische Touristen

TOKIO - Japan will laut Medienberichten nach mehr als zweijähriger Abschottung seine Grenzen wieder schrittweise für ausländische Touristen öffnen. Die Regierung erwägt noch in diesem Monat erste kleine Reisegruppen zu Testzwecken ins Land zu lassen, wie japanische Medien am Mittwoch berichteten. Wann sich Japan auch für den Individualtourismus öffnet, ist ungewiss. Zwar ist die Zahl der Corona-Fälle auf Intensivstationen gesunken. Doch zunächst will die Regierung die Auswirkungen der gerade zu Ende gegangenen "Goldenen Woche", einer Reihe von Feiertagen, auf das Infektionsgeschehen prüfen. Erstmals seit zwei Jahren waren während dieser Zeit wieder Millionen von Japanern unterwegs.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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