dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.02.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: Kramp-Karrenbauer kündigt Rückzug an - Kritik an Ämtertrennung

BERLIN - Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will auf eine Kanzlerkandidatur verzichten und auch die Parteiführung in absehbarer Zeit abgeben. Das kündigte die 57-Jährige am Montag nach den Verwerfungen um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen völlig überraschend in Berlin an. Sie räumte ein, dass die - von Kanzlerin Angela Merkel beförderte - Aufteilung der Ämter ein Fehler gewesen sei: "Die Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz, die offene Frage der Kanzlerkandidatur schwächt die CDU in einer Phase, in der die Politik in Deutschland auf eine starke CDU angewiesen ist."

ROUNDUP/VIRUS: Zahl der Infektionen in China steigt weiter - 908 Tote

PEKING - Die Zahl neuer Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China ist erneut gestiegen. Wie Chinas Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurden landesweit 97 neue Todesfälle bestätigt. Damit sind bislang mehr als 908 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg um 3062 auf 40 171 Fälle.

VIRUS/Sentix: Coronakrise trübt Anlegerstimmung in der Eurozone

FRANKFURT - Die Wirtschaftsstimung von Anlegern in der Eurozone hat sich wegen des Coronavirus verschlechtert. Der Indikator des Forschungsinstituts Sentix fiel im Februar um 2,4 Punkte auf 5,2 Zähler, wie Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte. Es ist der erste Rückgang nach drei Anstiegen in Folge. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verschlechterten sich.

Italien: Industrieproduktion fällt stärker als erwartet

ROM - Die italienische Industrie hat ihre Produktion im Dezember stärker als erwartet eingeschränkt. Im Monatsvergleich sei die Fertigung um 2,7 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Istat am Montag in Rom mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit Anfang 2018. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang gerechnet, aber nur mit einem leichten um 0,6 Prozent. Der Produktionsdämpfer folgte auf eine Stagnation im November.

ROUNDUP: Sturm "Sabine" - vor allem Sachschäden bei Unwettern in Europa

BERLIN - Sturmtief "Sabine" hat in Europa zahlreiche Schäden angerichtet - und einige Todesopfer gefordert. Das Zentrum des Sturms, der in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien "Ciara" genannt wird, lag erst nördlich von Schottland und verlagerte sich dann zur Norwegischen Küste. Vor allem im Nordwesten des Kontinents blieben deshalb Haushalte ohne Strom, Zugfahrten und Flüge fielen aus.

ROUNDUP: Vor dem Neustart in Thüringen flammen Konflikte auf

ERFURT - Während das politische Beben in Thüringen die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zum Abgang zwingt, ringen in Erfurt die Parteien um einen Weg aus der Regierungskrise. Nach dem Schock der ersten Tage holen die Parteien die alten Probleme ein: Linke, SPD und Grüne wollen den Linken-Politiker Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten wählen, haben aber keine absolute Mehrheit im Parlament. CDU und FDP weigern sich, Ramelow mitzuwählen.

ROUNDUP 2: Sanders und Buttigieg ziehen als Hauptrivalen in zweite US-Vorwahl

DES MOINES/CONCORD - Ohne Gewissheit über den endgültigen Gewinner aus der ersten Vorwahl in Iowa geht das Rennen der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber in eine neue Runde. Als Hauptkonkurrenten gelten bei der Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire im Nordosten der USA der linke Senator Bernie Sanders und der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg. Sie hatten sich in Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert und sich beide als Sieger erklärt.

Arme Länder exportieren dank Vorzugszöllen mehr in die EU denn je

BRÜSSEL - 71 Entwicklungsländer haben 2018 dank besonderer Vorzugszölle mehr Waren in die Europäische Union geliefert als je zuvor. Der Wert ihrer Exporte erreichte nach Angaben der EU-Kommission vom Montag insgesamt 183,6 Milliarden Euro. Davon entfielen einem neuen EU-Bericht zufolge 68,9 Milliarden Euro auf Waren, für die im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems der EU (APS) niedrigere Zölle gelten - das war ein Höchststand.

VIRUS: Opec und Partner werden voraussichtlich Ölproduktion weiter kürzen

WIEN - Die Opec und die Kooperationspartner ("Opec+") werden wegen der Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft aller Voraussicht nach die Ölproduktion weiter kürzen. Wie das Ölkartell am Montag mitteilte, empfiehlt ein Komitee der "Opec+" eine erneute Kürzung der Produktion bis Ende Juni. Danach soll diese auf dem derzeitigen Niveau fortgeführt werden. Das Komitee hatte vergangene Woche die für Anfang März in Wien geplante Minister-Konferenz der Opec und der "Opec+" vorbereitet.

ROUNDUP/Wahl in Irland: Sinn Fein stößt etablierte Parteien vom Thron

DUBLIN - Politischer Umbruch in Irland: Nach dem völlig überraschenden Wahlerfolg der linksgerichteten Partei Sinn Fein kommen auf Irland schwere Koalitionsverhandlungen zu. "Das alte Zwei-Parteien-System gehört nun der Vergangenheit an", sagte Sinn-Fein-Präsidentin Mary Lou McDonald. Sie kündigte an, mit allen Parteien über eine Regierungsbildung sprechen zu wollen. Die endgültigen Wahlergebnisse sollten frühestens Montagabend feststehen.

Arbeitsministerium: Grundrente am 19. Februar im Bundeskabinett

BERLIN - Die Bundesregierung will die Grundrente für Geringverdiener trotz der Turbulenzen um die Thüringer Regierungsbildung im Februar auf den Weg bringen - allerdings eine Woche später als zunächst geplant. Dass der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nun doch erst am 19. Februar im Bundeskabinett verabschiedet werden solle, habe "mit internen Terminverschiebungen zu tun", sagte ein Sprecher Heils am Montag in Berlin. Gefragt nach den personellen Unsicherheiten nach der Rückzugsankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte er, er sehe er "keine Beeinträchtigung".

China: Inflationsrate zieht stärker an als erwartet

PEKING - Die Schweingepest, das Neujahrsfest und der Ausbruch der Coronavirus-Epidemie haben die Preisentwicklung in China angeheizt. Im Januar seien die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent gestiegen, teilte die nationale Statistikbehörde am Montag in Peking mit. Dies ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2011. Damit fiel die Teuerung zum Jahresanfang noch etwas höher aus, als Experten erwartet hatten. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate von 4,5 Prozent im Dezember auf 4,9 Prozent anzieht.

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