dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.11.2021 - 17.00 Uhr

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ROUNDUP: US-Inflation auf höchstem Stand seit über 30 Jahren

WASHINGTON - Der Preisauftrieb in den USA wird immer stärker. Im Oktober beschleunigte er sich von bereits hohem Niveau aus. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1990. Analysten hatten mit einer Beschleunigung gerechnet, allerdings nur auf 5,9 Prozent. Im Vormonat hatte die Rate bereits hohe 5,4 Prozent betragen.

EU-Fiskalausschuss will langsame Rückkehr zur Schuldenobergrenze

BRÜSSEL - Ein Beratungsgremium der EU plädiert für eine vorsichtige Reform der strengen EU-Schuldenregeln. In einem am Mittwoch vorgelegten Bericht schlug der EU-Fiskalausschuss vor, die Schuldenobergrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung beizubehalten, aber anzupassen, wie schnell Staaten diese erreichen. Man brauche einen "Langzeit-Anker für öffentliche Schulden", sagte Niels Thygesen, der Vorsitzende des Ausschusses, bei einer Pressekonferenz. Eine Rückkehr zu den Schuldenregeln wie vor der Pandemie sei nicht tragfähig, so der Bericht.

ROUNDUP/Corona-Folgen: 'Wirtschaftsweise' erwarten schwächeres Wachstum

BERLIN - Die Auswirkungen der Corona-Krise mit Lieferengpässen verhindern in diesem Jahr einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Die "Wirtschaftsweisen" senkten ihre Konjunkturprognose für 2021 und erwarten erst im kommenden Jahr ein starkes Plus beim Bruttoinlandsprodukt. Allerdings gebe es für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bedeutenden Risiken, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten des Sachverständigenrats. Um den tiefgreifenden Strukturwandel zu bewältigen, forderten die Ökonomen mehr Anstrengungen bei Bildung, Klimaschutz und Digitalisierung. Unterschiedliche Meinungen im Rat gibt es darüber, wie der Staat zusätzliche Investitionen finanzieren soll.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gehen weniger als erwartet zurück

WASHINGTON - Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage in der vergangenen Woche etwas verbessert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen im Wochenvergleich um 4000 auf 267 000, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem deutlicheren Rückgang auf 260 000 Anträge gerechnet. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als Frühindikator für den Arbeitsmarkt. Die Daten wurden wegen eines Feiertags am Donnerstag bereits am Mittwoch veröffentlicht.

Frankreich verschärft Regeln für Arbeitslose - mehr Kontrollen

PARIS - Frankreich legt die Hürden für den Anspruch auf Arbeitslosengeld höher und will die Bemühungen von Arbeitssuchenden stärker kontrollieren. Es solle 25 Prozent mehr Überprüfungen geben, ob Arbeitslose sich tatsächlich ausreichend um eine neue Stelle bemühen, sagte Arbeitsministerin Elisabeth Borne am Mittwoch dem Sender RTL. Abgestufte Sanktionen sähen vor, das Arbeitslosengeld bei einem einmaligen Versäumnis für einen Monat zu streichen und im Wiederholungsfall auf Dauer.

Deutschland: Baubranche macht gute Geschäfte - Material weiter knapp

WIESBADEN - Die deutsche Baubranche hat im August erneut gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg um 8,5 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 1,3 Prozent. Unter den umsatzstärksten Zweigen im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze bei Abbrucharbeiten und vorbereitenden Baustellenarbeiten mit gut 25 Prozent besonders stark, während es im Rohrleitungstiefbau, Brunnenbau und Kläranlagenbau mit plus 2,2 Prozent den geringsten Zuwachs gab.

ROUNDUP: Inflation bleibt hoch - 4,5 Prozent im Oktober

WIESBADEN - Die Inflation in Deutschland hat sich vorerst über der Vier-Prozent-Marke festgesetzt. Steigende Energiepreise und der Mehrwertsteuereffekt heizten die Teuerung im Oktober weiter an. Die Verbraucherpreise lagen um 4,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Italien: Industrieproduktion steigt überraschend

ROM - Die Produktion in der italienischen Industrie ist im September überraschend etwas gestiegen. Gegenüber dem Vormonat stieg die Gesamtherstellung um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Mittwoch in Rom mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet. Der Anstieg folgt auf ein Minus um revidiert 0,3 (zunächst 0,2) Prozent im August.

Weidmann: Digitaler Euro wäre kein Ersatz für Bargeld

FRANKFURT/BERLIN - Trotz eines Trends zum bargeldlosen Bezahlen bleibt die Nachfrage nach Banknoten in Deutschland hoch. "Für das laufende Jahr zeichnet sich bislang eine Nettoemission ab, die zwar geringer ist als im Vorjahr, aber den Wert von 2019 etwas übertrifft", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch laut Redetext zur Eröffnung eines Symposiums der Bundesbank in Berlin, das auch live im Internet übertragen wurde.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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