dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.03.2021 - 17.00 Uhr

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USA: Inflation zieht auf 1,7 Prozent an

WASHINGTON - In den USA hat die Inflation im Februar erwartungsgemäß angezogen. Die auf Jahressicht gemessene Inflationsrate stieg von 1,4 Prozent im Vormonat auf 1,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg in diesem Ausmaß gerechnet. Zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 0,4 Prozent, nach 0,3 Prozent im Januar.

ROUNDUP: Chinas Erzeugerpreisen steigen stark - Verbraucherpreise sinken

PEKING - In China hat sich der Anstieg der Erzeugerpreisen wegen hoher Rohstoffkosten stark beschleunigt, während die Entwicklung der Verbraucherpreise vergleichsweise schwach bleibt. Im Februar gingen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent zurück, wie das Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Im Januar hatte die Inflationsrate etwas niedriger bei minus 0,3 Prozent gelegen. Analysten hatten eine unveränderte Rate erwartet.

ROUNDUP: 9146 Corona-Neuinfektionen und 300 Todesfälle registriert

BERLIN - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9146 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Allerdings fehlen darin die Angaben aus Hamburg; aus dem Bundesland wurden nach RKI-Angaben gestern keine Zahlen übermittelt. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9019 Neuinfektionen und 418 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

ROUNDUP 3/Eskalation im Impfstreit: London bestellt EU-Diplomatin ein

LONDON/BRÜSSEL - Nach einer Eskalation im Impfstoff-Streit mit der Europäischen Union hat Großbritannien die derzeitige EU-Vertreterin in London am Mittwoch ins Außenministerium einbestellt. Dies gilt im diplomatischen Umgang als scharfe Form des Protests. Hintergrund ist Kritik von EU-Ratspräsident Charles Michel an einer angeblichen Sperre für den Export von Corona-Impfstoffen aus Großbritannien. London nennt dies eine "Falschbehauptung".

ROUNDUP 3/Greenpeace-Aktion: Gleitschirm-Protestflug an der EZB

FRANKFURT - Mit Motorgleitschirmen haben Greenpeace-Aktivisten in Frankfurt gegen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) protestiert. Zwei Gleitschirmflieger landeten am Mittwochmorgen auf einem etwa 15 bis 20 Meter hohen Dach des Gebäudes. Dort entrollten sie ein zwölf Meter langes Banner mit der Aufschrift: "Stop funding Climate Killers". Ein weiterer Aktivist an einem dritten Gleitschirm präsentierte währenddessen ein Flugbanner.

ROUNDUP/Equal Pay Day: DGB und Grüne fordern mehr Mühe für gleiche Löhne

BERLIN - Mehr Lohntransparenz und eine generell bessere Bezahlung für Jobs, in denen vor allem Frauen arbeiten: Parteien und Gewerkschaften haben Politik und Wirtschaft aufgefordert, mehr für den Kampf gegen die bestehende Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern zu tun. Diese Lücke stehe für die "Ungerechtigkeit, die sich generell in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in unserem Land zeigt", sagte Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), am Mittwoch in Berlin.

ROUNDUP/Zwischenbilanz zum Wirecard-Ausschuss: 'Kollektives Organversagen'

BERLIN - Scharfe Fragen bis spät in die Nacht, Dutzende Zeugen bis hin zur Kanzlerin und Hunderte Gigabyte Daten: Im Bundestag versucht ein Untersuchungsausschuss den wohl größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte aufzuklären. Es geht um ein Milliarden- Bilanzloch, massive Schäden für Anleger und den beispiellosen Absturz eines Börsenstars. Die Zwischenbilanz mehrerer Fraktionen fällt am Mittwoch vernichtend aus: Der Skandal um Wirecard <DE0007472060> gehe nicht allein auf hohe kriminelle Energie Einzelner zurück, sondern auch auf gravierende Fehler von Aufsichtsbehörden und Bundesregierung.

ROUNDUP: Weiterzahlung von Coronahilfen trotz Betrugsverdachts gefordert

BERLIN - Die FDP im Bundestag fordert, die Staatshilfen für Unternehmen in der Corona-krise trotz Betrugsverdachts weiter zu zahlen. "Die Betrugsfälle müssen zügig aufgeklärt werden. Trotzdem kann das Ministerium die Auszahlung der Corona-Hilfen nicht einfach stoppen", sagte Fraktionsvize Christian Dürr am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Das Ministerium müsse die Auszahlung umgehend wieder aufnehmen und die Lücken im System schließen, damit ehrliche Unternehmer und Selbstständige ihre Unterstützung bekämen.

ROUNDUP 2: EU-Staaten bereiten Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen vor

BRÜSSEL - Deutschland bereitet zusammen mit anderen EU-Staaten Sanktionen gegen Verantwortliche für schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Die Strafmaßnahmen sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor allem bislang ungeschoren davongekommene Personen aus Asien und Afrika treffen. Zudem ist geplant, weitere Russen ins Visier zu nehmen.

ROUNDUP: Russland verlangsamt Twitter - und droht mit Blockade

MOSKAU - Russland hat die Geschwindigkeit des Kurznachrichtendienstes Twitter verlangsamt. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor begründete dies am Mittwoch in Moskau damit, dass verbotene Inhalte nicht konsequent entfernt worden seien. Trotz zahlreicher Aufforderungen habe Twitter seit 2017 mehr als 3100 Inhalte nicht gelöscht, die etwa kinderpornografisches Material oder Suizidaufrufe an Minderjährige enthielten.

ROUNDUP 2: USA und EU demonstrieren Geschlossenheit beim Klimaschutz

BRÜSSEL - Die EU und die USA unter der neuen Regierung von US-Präsident Joe Biden wollen in ihren Anstrengungen für den Klimaschutz stärker zusammenarbeiten. "Wir sind entschlossen, unsere starke Allianz im Kampf gegen die Klimakrise zu erneuern", hieß es am Dienstagabend im Anschluss an den ersten Besuch des US-Klimabeauftragten John Kerry in Brüssel in einer gemeinsamen Erklärung. "Wir haben heute auch beschlossen, gemeinsam und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um den Schwächsten der Welt zu helfen, die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen."

Frankreich: Industrieproduktion steigt deutlich stärker als erwartet

PARIS - Die Industrieproduktion in Frankreich ist im Januar deutlich stärker als erwartet gestiegen. Die breit gefasste Produktion stieg um 3,3 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Zudem fiel der Rückgang im Dezember etwas niedriger aus als zunächst gemeldet.

ROUNDUP: Chinas Präsident ruft Militär zur 'Kampfbereitschaft' auf

PEKING - Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat das Militär angesichts von "Instabilitäten" und "Unsicherheiten" zur stetigen Einsatzbereitschaft aufgerufen. Die gesamten Streitkräfte müssten sich auf Kampfbereitschaft konzentrieren und "immer bereit sein, auf verschiedenste komplexe und schwierige Situation zu antworten", sagte Xi Jinping nach Angaben der Staatsmedien vom Mittwoch bei einem Treffen mit der Militärdelegation während der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Die Streitkräfte müssten sich auf "Kampfbereitschaft" konzentrieren.

ROUNDUP2/Parlamentspräsidenten schreiben an Schäuble: Grenzkontrollen beenden

BERLIN - Die Parlamentspräsidenten von Österreich, Tschechien und der Slowakei haben in einem gemeinsamen Brief an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein Ende der von Deutschland eingeführten stationären Grenzkontrollen angemahnt. In dem Schreiben, das am Mittwoch auch den Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages zuging, heißt es, die Folgen dieser Maßnahmen "stehen in Widerspruch zu unserem gemeinsamen Ziel, weitere wirtschaftliche Verluste durch die Pandemie zu vermeiden". So gestalte sich beispielsweise der Lastwagen-Transitverkehr aufgrund der kurzen Fristen und Gültigkeitsbeschränkungen der von den Fahrern vorzulegenden Corona-Tests schwierig.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.