dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.06.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP/USA: Inflation steigt auf höchsten Stand seit über 40 Jahren

WASHINGTON - Die Inflationsrate in den USA ist im Mai auf den höchsten Stand seit über 40 Jahren geklettert. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit Dezember 1981. Volkswirte hatten hingegen mit einer unveränderten Inflationsrate von 8,3 Prozent gerechnet.

USA: Michigan-Konsumklima fällt auf Rekordtief

MICHIGAN - Belastet durch die hohe Inflation ist die Stimmung der US-Verbraucher im Juni auf ein Rekordtief gefallen. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima sank zum Vormonat um 8,2 Punkte auf 50,2 Punkte, wie die Universität am Freitag nach einer ersten Umfragerunde mitteilte. Dies ist niedrigste jemals gemessene Wert. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang auf 58,1 Punkte gerechnet.

Russische Notenbank senkt Leitzins erneut

MOSKAU - Die russische Notenbank hat ihre Geldpolitik trotz der anhaltenden Sanktionen gegen das Land erneut gelockert. Der Leitzins werde um 1,5 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent reduziert, teilte die Zentralbank am Freitag in Moskau mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer etwas weniger deutlichen Zinssenkung auf 10,0 Prozent gerechnet. Es ist die vierte Zinssenkung in Folge. Die Notenbank stellte weitere Senkungen in diesem Jahr in Aussicht.

ROUNDUP/Özdemir in Kiew: Solidarität für Landwirtschaft der Ukraine

KIEW - Bundesagrarminister Cem Özdemir hat der Ukraine deutsche Unterstützung zugesichert, um ihre Landwirtschaft und Getreideexporte im andauernden russischen Krieg aufrechtzuerhalten. "Der Erfolg der ukrainischen Landwirtschaft ist nicht nur für die Ukraine wichtig, er ist für uns alle wichtig", sagte der Grünen-Politiker am Freitag bei einem Besuch in einem Agrarkolleg in Nemischajewe bei Kiew. Bei der Reise ging es angesichts blockierter Häfen auch um alternative Wege für Ausfuhren des Landes zur weltweiten Ernährungssicherung. Konkret will Deutschland unter anderem mit Geld für Tierarzneimittel helfen.

ROUNDUP/Gewerkschaft und Verband: Wissing bremst beim Deutschlandtakt

BERLIN - Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bremst aus Branchen- und Verbandssicht beim Deutschlandtakt im Schienenverkehr. "Beim zentralen Zukunftsprojekt Deutschlandtakt herrscht Stillstand bei der Umsetzung", teilte Hans Leister, Vorstand beim Interessenverband Allianz pro Schiene, am Freitag mit. Die für den Zielfahrplan 2030 vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen seien "samt und sonders in der Warteschleife". "Kein einziges Vorhaben ist vom Ministerium so konkretisiert worden, dass mit der Umsetzung begonnen werden kann."

Bundesbank: Inflationserwartungen in Deutschland steigen auf sieben Prozent

FRANKFURT - Die Inflationserwartungen privater Haushalte in Deutschland sind weiter gestiegen. Wie aus neuen Daten der Bundesbank hervorgeht, erhöhte sich die erwartete Inflation für die nächsten zwölf Monate von 6,9 Prozent im Vormonat auf 7,0 Prozent im Mai. Damit hat sich die erwartete Teuerung im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Es ist auch der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2019. Die im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre erwartete Inflationsrate stieg von 5,2 auf 5,3 Prozent.

Italien: Industrieproduktion steigt überraschend

ROM - Die Industrie in Italien hat im April überraschend ihre Produktion gesteigert. Die gesamte Produktion stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang um 1,1 Prozent erwartet. Es ist der dritte Anstieg der Produktion in Folge.

Inflation steigt in Tschechien auf 16 Prozent

PRAG - In Tschechien steigen die Verbraucherpreise weiter in hohem Tempo. Die jährliche Inflationsrate kletterte im Mai auf 16 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde CSU am Freitag bekanntgab. Das war der höchste Wert seit Dezember 1993, als die Teuerungsrate bei 18,2 Prozent lag. Getrieben wurde der jüngste Anstieg demnach vor allem von steigenden Wohnkosten und den Preisen für Lebensmittel sowie Brenn- und Kraftstoffen. Besonders stark war die Entwicklung bei Mehl, das 64,6 Prozent mehr kostete als vor einem Jahr, sowie bei Butter mit einer Zunahme um 51,9 Prozent.

Ifo: Materialmangel am Bau auf Rekordniveau - Preise steigen

MÜNCHEN - Der Materialmangel auf dem Bau ist so schlimm wie seit mindestens 31 Jahren nicht mehr. Im Hochbau nahm der Anteil der Unternehmen, die bei einer Umfrage des Ifo-Instituts Mangel meldeten um 2,4 Punkte auf 56,6 Prozent zu, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Freitag meldeten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 1991. Im Tiefbau sank der Anteil minimal auf 44,8 Prozent - der zweithöchste hier jemals ermittelte Wert.

Bundesbank erwartet über 7 Prozent Inflation und schwächeres Wachstum

FRANKFURT - Die Folgen des Ukraine-Krieges bremsen nach Einschätzung der Bundesbank das Wirtschaftswachstum in Deutschland und treiben die Inflation in die Höhe. Mit 1,9 Prozent Wachstum dürfte sich die wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Tief zwar fortsetzen, wie die Bundesbank am Freitag prognostizierte. Im Dezember war die Notenbank jedoch noch davon ausgegangen, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 um 4,2 Prozent zulegen würde.

Lindner plant Steuererleichterungen für Immobilienkäufer

BERLIN - Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) strebt Steuererleichterungen für Immobilienkäufer an. So sollen die Bundesländer durch eine neue Öffnungsklausel mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Grunderwerbsteuer erhalten und den Steuersatz sogar auf null herunterfahren können. Dies geht aus einem Papier des Ministeriums hervor, das laut "Handelsblatt" (Freitag) an die Länder verschickt wurde und das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Widerstand gegen Vorstoß für Übergewinnsteuer

BERLIN - Ein Vorstoß der Länder Bremen, Berlin und Thüringen für eine Sondersteuer auf hohe Zusatzgewinne von Unternehmen durch den Ukraine-Krieg stößt auf Widerstand - im Bundesrat selbst und im Bundesfinanzministerium. Eine solche "Übergewinnsteuer" wäre der "falsche Weg" und "keine gute Idee", sagte Finanzstaatssekretärin Katja Hessel (FDP) am Freitag bei der Beratung des Antrags in der Länderkammer. "Eine solche Steuer wäre ökonomisch kontraproduktiv, rechtlich problematisch und schon gar nicht schnell umsetzbar."

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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