dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 09.11.2022 - 17.15 Uhr

ROUNDUP: Demokraten stärker als erwartet - Wahlausgang in den USA weiter offen

WASHINGTON - Trotz hoher Inflation und schlechter Umfragewerte haben sich Präsident Joe Biden und seine Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA deutlich besser geschlagen als erwartet. Ein klarer Sieg der Republikaner, wie in Umfragen vorausgesagt, blieb aus. Auch am Tag nach der Abstimmung war noch immer offen, wer in den beiden Kongresskammern die Mehrheiten erreicht. Unklar blieb zunächst, wie lange sich die Auszählung der Ergebnisse noch hinziehen wird. Ex-Präsident Donald Trump versetzte die Wahl einen Dämpfer.

Lindner zu Wirtschaftsweisen: Werden keine Steuern erhöhen

BERLIN - Finanzminister Christian Lindner hat angesichts der umstrittenen Vorschläge der Wirtschaftsweisen Steuererhöhungen ausgeschlossen. "Die Bundesregierung wird nicht zusätzlich die Steuern erhöhen", betonte der FDP-Politiker am Mittwoch. Die Wirtschaft und die Bürger seien stark genug durch die gestiegenen Preise belastet.

ROUNDUP: Russland zieht Truppen aus südukrainischem Cherson zurück

MOSKAU - Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven ziehen sich Russlands Truppen aus der Hauptstadt und weiteren Teilen des besetzten Gebiets Cherson zurück. Verteidigungsminister Sergej Schoigu ordnete am Mittwoch die Räumung des rechten Ufers des Flusses Dnipro an. Seine Anordnung wurde im russischen Staatsfernsehen gezeigt. Mit dem Rückzug verliert Russland im Süden die Kontrolle über die einzige ukrainische Gebietshauptstadt, die es seit Beginn des Angriffskriegs Ende Februar eroberte.

Wirtschaftsweise verteidigen Vorschlag zu Energie-Soli

BERLIN - Die Wirtschaftsweisen haben ihren umstrittenen Vorschlag verteidigt, zur Finanzierung von Entlastungen in der Energiekrise Spitzenverdiener stärker zu belasten. Die Vorsitzende des Sachverständigenrates, Monika Schnitzer, sagte am Mittwoch in Berlin, die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung seien nicht zielgenau genug. Es würden auch diejenigen entlastet, die es nicht nötig hätten. Es werde deswegen "zu viel Geld ins System" gegeben. Der Staat müsse noch mehr Schulden aufnehmen und die Inflation werde weiter angeheizt.

Wirtschaftsweise erwarten im kommenden Jahr Rezession

BERLIN - Die Wirtschaftsweisen erwarten im kommenden Jahr vor allem wegen der Energiekrise einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland. Der Sachverständigenrat rechnet in seinem am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent schrumpft. Die Ökonomen sind damit etwas optimistischer als die Bundesregierung. Für 2022 rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Wachstum um 1,7 Prozent.

ROUNDUP 2/Koalitionsbeschluss: Kindergeld soll auf 250 Euro steigen

BERLIN - Familien können sich im kommenden Jahr auf mehr Kindergeld einstellen als bisher geplant. Die Ampel-Fraktionen beschlossen am Mittwoch im Bundestags-Finanzausschuss, die staatliche Unterstützung zum 1. Januar auf einheitlich 250 Euro monatlich zu erhöhen. Auch die oppositionelle Union stimmte den Informationen der Deutschen Presse-Agentur zufolge zu. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Familien deutlich stärker zu entlasten und das Kindergeld nochmals zu erhöhen", betonte Familienministerin Lisa Paus (Grüne). Der Bundestag soll bereits am Donnerstag über die neuen Sätze abstimmen.

IWH: Zahl der Insolvenzen in Deutschland zuletzt rückläufig

HALLE - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist nach einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zuletzt etwas gesunken. So seien im Oktober weniger Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften angemeldet worden als im Vormonat September, teilte das Institut am Mittwoch mit. Betroffen waren demnach 722 Unternehmen. Im September meldeten noch 760 Firmen Insolvenz an.

Ifo: Entlastungspakete in Deutschland kosten 135 Milliarden Euro in drei Jahren

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut beziffert die Kosten der drei Entlastungspakete der Bundesregierung auf 135 Milliarden Euro binnen drei Jahren. Im laufenden Jahr belasten sie das Budget demnach mit gut 33,3 Milliarden Euro, 2023 mit rund 49 Milliarden und 2024 mit gut 52,2 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftsforscher am Mittwoch mitteilten. Die Gas- und Strompreisbremse seien dabei noch nicht eingerechnet, weil sie noch nicht von Bundestag beschlossen und ihre Kosten noch mit großen Unsicherheiten behaftet seien, sagte Ifo-Steuerschätzer Max Lay. Deren Kosten würden auf weitere 90 Milliarden Euro geschätzt.

China: Preisauftrieb nimmt spürbar ab

PEKING - In China bleibt der Preisauftrieb im internationalen Vergleich verhalten. Im Oktober ging er sogar spürbar zurück, wie aus Regierungszahlen vom Mittwoch hervorgeht. Die allgemeinen Verbraucherpreise erhöhten sich auf Jahressicht um 2,1 Prozent, nach 2,8 Prozent im Monat zuvor. Die Erzeugerpreise, die einen Hinweis auf den künftigen Preisauftrieb auf Verbraucherebene geben, gingen sogar um 1,3 Prozent zurück. Es ist der erste Rückgang seit fast zwei Jahren.

Corona-Zahlen in China steigen weiter

PEKING - Trotz eines strengen Lockdowns und anderer strikter Einschränkungen steigt die Zahl neuer Corona-Infektionen in China weiter an. Wie die nationale Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking mitteilte, kamen seit dem Vortag landesweit 8176 Infektionen hinzu. Am Dienstag waren mehr als 7400 neue Fälle gemeldet worden. Die Infektionszahlen sind so hoch wie seit dem zweimonatigen Lockdown der ostchinesischen Hafenstadt Shanghai im März und April nicht mehr.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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