dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 05.11.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 5 Min.

ROUNDUP 2: US-Arbeitsmarkt überrascht positiv - Löhne steigen

WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt hat im Oktober mit einer positiven Entwicklung überrascht. Die Arbeitslosigkeit ging weiter zurück, während die Beschäftigung deutlich anstieg. Die US-Notenbank dürfte sich in ihrem Kurs bestätigt sehen, ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zurückzufahren. Analysten verwiesen jedoch kritisch auf den anziehenden Lohnauftrieb.

ROUNDUP 3: Mehr als 37 000 Neuinfektionen - RKI stuft Gefahr für Ungeimpfte hoch

BERLIN/LINDAU - Angesichts der angespannten Corona-Situation und einem Rekordwert an Neuinfektionen schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die Lage in Deutschland neu ein und verschärft seine Risikobewertung. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts dessen ein schnelles Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung. Auch wird bereits der Ruf nach bundesweiten 2G-Reglungen laut, die nur noch Geimpften und innerhalb des letzten halben Jahres Genesenen Zutritt zu Gastronomie und Veranstaltungen erlauben würde.

ROUNDUP: Materialmangel sorgt weiter für Schwächephase der deutschen Industrie

WIESBADEN/BERLIN - Die Schwächephase der deutschen Industrie hat sich im September fortgesetzt. Die Gesamtproduktion fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Seit April ist die Fertigung in den deutschen Industriebetrieben in fünf Monaten gefallen und konnte sich nur im Juli zeitweise erholen. Nach wie vor wird die deutsche Industrie durch einen breitangelegten Materialmangel belastet, der die Produktion trotz starker Nachfrage bremst.

ROUNDUP 2/Ende der Ampel-Harmonie: Grüne beklagen fehlende Fortschritte

BERLIN - Zwei Wochen nach Beginn der Verhandlungen über eine Ampel-Koalition knirscht es zwischen SPD, Grünen und FDP. Die Grünen sind unzufrieden mit den Fortschritten vor allem beim Thema Klima und schließen nicht aus, dass die Verhandlungen in die Verlängerung gehen. Auf zentralen Baustellen sei noch nicht klar, wann man zu einer Einigung kommen könne, monierte Parteichefin Annalena Baerbock im Berliner Inforadio. "Man kann nicht auf ein Sondierungspapier nur Fortschritt draufschreiben und in der Sache wird sich nicht viel ändern."

Bundesregierung: Corona-Lage 'sehr besorgniserregend'

BERLIN - Die geschäftsführende Bundesregierung hat in der zusehends angespannten Pandemie-Lage zu Vorsicht und konsequenten Kontrollen von Corona-Zugangsregeln aufgerufen. Alle müssten sich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass der Winter nicht unnötig viel Leid bringe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Entwicklung mit einem sprunghaft Anstieg der Fallzahlen und einer Zuspitzung bei der Klinikbelastung in einigen Regionen sei "sehr besorgniserregend". Seibert rief erneut auch zu mehr Impfungen, Auffrischungsimpfungen und Testvorgaben in Pflegeheimen auf.

Eurozone: Einzelhandelsumsatz fällt - Vormonat etwas stärker als zuvor gemeldet

LUXEMBURG - Die Einzelhändler in der Eurozone haben im September weniger Umsatz erzielt, allerdings nach einem stärkeren Vormonat. Gegenüber dem Vormonat seien die Erlöse um 0,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet. Allerdings wurde zugleich der Anstieg im Vormonat deutlich von 0,3 auf 1,0 Prozent nach oben korrigiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Erlöse im September um 2,5 Prozent.

Spanien: Industrieproduktion steigt stärker als erwartet

MADRID - Die spanischen Industrieunternehmen haben ihre Produktion im September stärker als erwartet gesteigert. Nach Angaben des Statistikamts INE vom Freitag war die Gesamtherstellung 0,3 Prozent höher als im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet, nachdem die Fertigung im Vormonat noch um revidiert 0,2 Prozent (zuvor 0,3 Prozent) gefallen war.

Frankreich: Industrieproduktion überraschend gesunken

PARIS - Die französische Industrie hat im September überraschend einen Dämpfer einstecken müssen. Die Gesamtproduktion sei im Monatsvergleich um 1,3 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mit. Analysten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Der Rückschlag

Spahn rechnet mit zahlreichen weiteren Covid-19-Intensivpatienten

LINDAU - Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit immer mehr Intensivpatientinnen und -patienten in den kommenden Wochen. Etwa 0,8 Prozent der Neuinfizierten würden auf den Intensivstationen behandlungsbedürftig, sagte Spahn am Freitag nach einem Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Lindau. In der Regel trete dies nach 10 bis 14 Tagen ein. "Wenn wir heute knapp 40 000 Neuinfizierte haben, dann werden in einigen Tagen von ihnen 350 bis 400 dann neu aufgenommen werden auf den Intensivstationen", so Spahn. "Das zeigt eben, dass es noch einige Wochen sind, die so oder so sehr, sehr schwierige sind." Es gebe bereits erste Regionen in Deutschland, aus denen Covid-19-Patienten wegen voller Intensivstationen verlegt werden müssten.

Auffrischimpfungen für alle nach sechs Monaten vorgesehen

LINDAU - Angesichts der verschärften Corona-Lage in vielen Regionen Deutschlands wollen Bund und Länder Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Treffen der Fachminister von Bund und Ländern am Freitag in Lindau. Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich für die Auffrischimpfungen engagieren. "Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden - nicht die Ausnahme." Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Frankreichs Parlament stimmt Verlängerung des Gesundheitspasses zu

PARIS - Frankreichs Regierung kann in der Pandemiebekämpfung voraussichtlich noch bis Ende Juli 2022 auf den sogenannten Gesundheitspass setzen. Nach heftiger Opposition aus dem Senat verabschiedete das französische Parlament mit einer Abstimmung in der Nationalversammlung ein entsprechendes Gesetz am Freitag endgültig. Bisher galt die Rechtsgrundlage für die Nutzung des Test-, Impf- oder Genesungsnachweises nur bis Mitte November. Mit dem Gesetz wird allgemein der Ausstieg aus dem Gesundheitsnotstand bis Ende Juli verlängert. Dies erlaubt der Regierung, weiterhin Freiheiten im Zuge der Pandemiebekämpfung einzuschränken.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.