dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 05.11.2020 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

ROUNDUP: Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge - Großaufträge gehen zurück

WIESBADEN - Die deutsche Industrie hat im September weniger Aufträge erhalten als erwartet. Der Auftragseingang legte im Vergleich zum Vormonat zwar um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet. Der Anstieg im Vormonat wurde auf 4,9 Prozent nach oben revidiert, zuvor waren 4,5 Prozent angenommen worden.

Corona-Rekord in USA am Tag nach der Wahl - Mehr als 102 000 Fälle

BALTIMORE - Einen Tag nach der Präsidentenwahl haben die USA erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 100 000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Am Mittwoch gab es 102 831 bekannte Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen MEZ hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 99 000 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden blieb relativ stabil bei 1097.

US-WAHL/ROUNDUP: Biden fehlt ein Bundesstaat - Wachsende Nervosität in den USA

WASHINGTON - Zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat Herausforderer Joe Biden gute Chancen auf einen Wahlsieg, für Amtsinhaber Donald Trump sind sie dagegen deutlich geringer. In den noch nicht entschiedenen Bundesstaaten Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Nevada zählten Wahlhelfer rund um die Uhr Stimmen aus. Zu teilweise gewaltsamen Protesten kam es am Mittwochabend in New York, Portland, Detroit, Chicago und Philadelphia.

USA: Erneut Hunderttausende neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe

WASHINGTON - Die Corona-Krise belastet den Jobmarkt in den USA weiter stark, erneut haben Hunderttausende Arbeitslosenhilfe beantragt. In der vergangenen Woche betrug die Zahl der Erstanträge 751 000, rund 7000 weniger als in der Vorwoche, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Experten hatten lediglich mit 735 000 neuen Anträgen gerechnet.

USA: Produktivität steigt schwächer als erwartet

WASHINGTON - Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im dritten Quartal schwächer gestiegen als erwartet. Das Verhältnis von Produktion und Arbeitszeit erhöhte sich auf das Jahr hochgerechnet um 4,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 5,6 Prozent erwartet.

Teil-Lockdown in Italien vor dem Start - Regionen protestieren

ROM - Kurz vor dem geplanten Start eines Teil-Lockdowns in Italien laufen mehrere Regionen Sturm gegen die Corona-Politik aus Rom. Die Mitte-Links-Regierung hatte 4 der 20 Regionen in dem Mittelmeerland zu roten Zonen mit sehr hohem Risiko erklärt, darunter die wirtschaftsstarke Lombardei. Regionalpräsident Attilio Fontana aus Mailand wetterte über eine "Ohrfeige für die Lombardei". In den roten Zonen müssen die Menschen ab Freitag weitgehend zu Hause bleiben. Sie dürfen jedoch etwa zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Arzt. Viele Läden machen zu. Außerdem soll am Freitag im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre starten. Sie gilt von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr früh. Auch dabei gibt es Ausnahmen für dringende Wege.

China verschärft Einreise-Regelungen wegen Corona

PEKING - Angesichts steigender Corona-Infektionen in vielen Ländern hat China seine Einreisebestimmungen auch für Deutschland verschärft. Es handele sich um eine vorübergehende Maßnahme, die China wegen der Pandemie ergreifen müsse, sagte der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin am Donnerstag.

Bundestag beschließt Gesetz zur Beschleunigung von Investitionen

BERLIN - Der Bundestag hat am Donnerstag ein Gesetz beschlossen, durch das Investitionen in die Infrastruktur etwa im Schienennetz beschleunigt werden sollen. Für den Entwurf der schwarz-roten Koalition stimmten am Donnerstag neben den Regierungsfraktionen Union und SPD auch FDP und Grüne. Die Elektrifizierung und Digitalisierung von Schienenstrecken soll künftig deutlich schneller realisiert werden können - ebenso wie die Verlängerung von Bahnsteiganlagen oder die Errichtung von Schallschutzwänden.

EU geht bei Konjunkturprognose von No-Deal-Brexit aus

BRÜSSEL - Acht Wochen vor Ende der Brexit-Übergangsphase geht die EU-Kommission für ihre Konjunkturprognose vorerst davon aus, dass kein Handelspakt mit Großbritannien gelingt und ab 1. Januar Zölle eingeführt werden. Das sei eine technische Annahme und schließe nicht aus, dass doch ein Verhandlungserfolg komme, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Donnerstag.

IWH: Mehr Firmeninsolvenzen im Oktober läuten Trendwende ein

HALLE - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist nach Angaben des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Oktober erstmals seit Monaten wieder gestiegen. Im Oktober lasse sich bei den Verfahren ein Anstieg von 700 auf 750 feststellen, sagte IWH-Forscher Steffen Müller der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass damit eine Trendwende eingeleitet sei und die Zahlen ab jetzt wüchsen. "Nach unserer Einschätzung steigen die Zahlen in Richtung Normal und nicht in Richtung Katastrophe." Müller und sein Team veröffentlichten am Donnerstag den neuen IWH-Insolvenztrend.

Eurozone: Einzelhandel mit geringeren Umsätzen

LUXEMBURG - Der Einzelhandel in der Eurozone hat im September weniger Umsätze erzielt. Wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte, gingen die Erlöse zum Vormonat um 2,0 Prozent zurück. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen allerdings etwas schwächer veranschlagt. Der Rücksetzer folgt auf einen deutlichen Anstieg im Vormonat um 4,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Umsätze im September indes 2,2 Prozent höher.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.