dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 04.01.2023 - 17.00 Uhr

USA: Industriestimmung trübt sich den vierten Monat in Folge ein

TEMPE - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im Dezember den vierten Monat in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Punkte auf 48,4 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch in Tempe mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit Mai 2020. Analysten hatten im Schnitt einen Wert von 48,5 Punkten erwartet.

ROUNDUP/Eurozone: Unternehmensstimmung hellt sich weiter auf

LONDON - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich Ende des vergangenen Jahres weiter verbessert. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Punkte auf 49,3 Zähler, wie die Marktforscher am Mittwoch in London nach einer zweiten Umfragerunde mitteilten. Bereits im November hatte sich der Stimmungsindikator etwas erholt, nachdem er zuvor sechs Monate in Folge gefallen war und im Oktober den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht hatte.

ROUNDUP/Corona-Welle in China: Europa ringt um gemeinsame Linie

BRÜSSEL - Angesichts einer massiven Corona-Welle in China und der Sorge vor neuen Virusvarianten ringt die EU um eine gemeinsame Linie im Umgang mit Einreisenden aus der Volksrepublik. Bei Beratungen der 27 Mitgliedstaaten in Brüssel stand am Mittwoch vor allem eine Testpflicht vor Reisen aus China nach Europa im Raum. Auch Deutschland warb für ein einheitliches Vorgehen - setzt aber auf eine Überwachung verschiedener Virusvarianten. Die Regierung in Peking hatte sich zuletzt gegen strikte Einreisebestimmungen für Reisende aus der Volksrepublik ausgesprochen.

Biden nennt Wahldrama der Republikaner im US-Kongress peinlich

WASHINGTON - US-Präsident Joe Biden hat den Machtkampf der Republikaner um den Vorsitz im Repräsentantenhaus als peinlich kritisiert. "Es ist nicht mein Problem", sagte Biden am Mittwoch im Weißen Haus in Washington. Aber es sei "peinlich", dass es so lange dauere, einen neuen Vorsitzenden der Kongresskammer zu bestimmen. Der Rest der Welt schaue zu. "Ich konzentriere mich darauf, Dinge zu erledigen", betonte der Demokrat.

Britischer Premier Sunak will Inflation in diesem Jahr halbieren

LONDON - Der britische Premierminister Rishi Sunak will die massiv gestiegenen Verbraucherpreise in Großbritannien unter Kontrolle bringen und die Inflation im angebrochenen Jahr halbieren. Das kündigte der konservative Politiker am Mittwoch als eine seiner Prioritäten für 2023 an. "Wir werden die Inflation halbieren, das Wirtschaftswachstum ankurbeln, Schulden reduzieren, Wartelisten [im Gesundheitsdienst] verkürzen und die Boote stoppen", sagte Sunak. Bei seinem letzten Punkt bezog er sich auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Zahl von Migranten, die in kleinen Booten den Ärmelkanal überqueren.

ROUNDUP: Klare Absage aus Deutschland an Polens Reparationsforderungen

LISSABON/WARSCHAU - Die Bundesregierung bleibt bei ihrer ablehnenden Position zu polnischen Forderungen nach Reparationen für die von Hitler-Deutschland verursachten Weltkriegs-Schäden. Außenministerin Annalena Baerbock sagte am Mittwoch am Rande ihrer Visite in Lissabon, sie habe bei ihrem Besuch in Warschau im Oktober "bereits deutlich gemacht, dass für uns von deutscher Seite rechtlich die Frage geklärt ist." Die Grünen-Politikerin ergänzte, diesen Standpunkt habe man in der schriftlichen Kommunikation mit Warschau jetzt noch einmal hinterlegt.

Bundesregierung: Norwegen wichtigster Energielieferant

BERLIN - Die Bundesregierung hat Norwegen als inzwischen wichtigsten Energielieferanten für Deutschland gewürdigt. "Norwegen ist für Deutschland ein ganz besonderer Partner", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Mittwoch in Berlin. Die Zusammenarbeit sei ein "Musterbeispiel" für eine strategische Partnerschaft in vielen wichtigen Bereichen. "Ohne die umfangreichen und verlässlichen Lieferungen aus Norwegen wäre die Lage in Deutschland in diesem Winter um einiges schwieriger", sagte Büchner.

Bericht: Japan erwägt Entwicklungshilfe für militärische Projekte

TOKIO - Japan will in Konkurrenz zu China laut einem Medienbericht eine Ausweitung seiner Entwicklungshilfe auf militärische Projekte in Erwägung ziehen. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei Asia" am Mittwoch berichtete, könnte dazu der Bau und die Instandhaltung von Militärkrankenhäusern oder militärisch-zivilen Flug- und Seehäfen gehören. Dies würde für solche Länder gelten, die Tokio als befreundet betrachte und deren Zusammenarbeit als bedeutsam für Japans Sicherheit angesehen werde.

Schweiz: Inflation sinkt im Dezember auf 2,8 Prozent

ZÜRICH - Die Inflation in der Schweiz hat sich im Dezember leicht abgeschwächt. In den vorangegangenen zwei Monaten hatte die Teuerungsrate stagniert. Die Konsumentenpreise waren im Dezember im Vergleich zum Vorjahr aber noch immer um 2,8 Prozent höher, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Im August hatte die Inflation den zumindest vorläufigen Höhepunkt bei 3,5 Prozent erreicht - und damit auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren gelegen.

Frankreich: Verbrauchervertrauen trübt sich überraschend ein

PARIS - Die Stimmung der Verbraucher in Frankreich hat sich Ende des vergangenen Jahres überraschend verschlechtert. Der entsprechende Indikator des Statistikamts Insee fiel zum Vormonat um einen Punkt auf 82 Zähler, wie Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Anstieg des Indexwertes auf 84 Punkte erwartet.

Frankreich: Inflation sinkt überraschend auf 6,7 Prozent

PARIS - In Frankreich hat sich der Preisauftrieb Ende des vergangenen Jahres unerwartet abgeschwächt. Die nach europäischen Standards ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) lagen im Dezember 6,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im November hatte die Inflationsrate 7,1 Prozent erreicht und damit das höchste Niveau seit Frankreich der Eurozone angehört.

Deutschland: Anstieg der Importpreise schwächt sich weiter kräftig ab

WIESBADEN - Der Preisanstieg von nach Deutschland importierten Gütern hat sich weiter deutlich abgeschwächt. Die Einfuhrpreise erhöhten sich im November zum Vorjahresmonat um 14,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Jahresrate hat sich damit den dritten Monat in Folge abgeschwächt.

ROUNDUP/Wirtschaft: Deutschland muss schneller und besser werden

BERLIN - Wirtschaftsverbände sehen einen großen Reformbedarf in Deutschland. "Wir müssen schneller werden, wir müssen besser werden", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur: "Wir sind überreguliert, wir sind zu langsam. Wir sind Erkenntnisriesen, aber Handlungszwerge. Das ist im Moment unser Problem. Wir müssen da entschlossen dran gehen." Genehmigungsprozesse müssten beschleunigt werden, die Wirtschaft brauche eine Bürokratiebremse und keine neuen Belastungen. Aus Sicht von Industriepräsident Siegfried Russwurm muss Deutschland "raus aus dem Krisenmodus und rein in den Gestaltungsmodus".

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