dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 03.08.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 3: Taiwan fürchtet Blockade durch China - Pelosi sagt Unterstützung zu

TAIPEH - Im Streit mit Peking fürchtet Taiwan eine See- und Luftblockade durch chinesische Militärmanöver rund um die demokratische Inselrepublik. Die kommunistische Führung in Peking hatte die Übungen als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, angekündigt. Zum Abschluss ihres 20-stündigen Besuchs - der den lange schwelenden Konflikt um Taiwan weiter anheizte - flog Pelosi am Mittwoch im Rahmen ihrer Asienreise nach Südkorea weiter.

USA: Industrie erhält mehr Aufträge als erwartet

WASHINGTON - Die US-Industrieunternehmen haben im Juni mehr Aufträge erhalten als erwartet. Die Bestellungen seien zum Vormonat um 2,0 Prozent gestiegen, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um lediglich 1,2 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Bestellungen um 1,8 Prozent gestiegen.

USA: Stimmung im Dienstleistungssektor hellt sich überraschend auf

TEMPE - Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor hat sich im Juli überraschend aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management (ISM) stieg zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 56,7 Punkte, wie das Institut am Mittwoch in Tempe mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 53,5 Punkte gerechnet.

ROUNDUP 2: Getreide-Export aus Ukraine wird überprüft - Nacht im Überblick

KIEW/ISTANBUL - Nach seiner Ankunft in Istanbul soll das erste mit ukrainischem Getreide beladene Frachtschiff seit Beginn des russischen Angriffskriegs an diesem Mittwoch inspiziert werden, bevor es seine Fahrt in Richtung Libanon fortsetzen kann. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, dass dem ersten Getreideexport weitere folgen: "Unser Ziel ist, dass es Regelmäßigkeit gibt."

ROUNDUP 2/Scholz: Gas-Turbine für Nord Stream 1 kann jederzeit geliefert werden

MÜLHEIM AN DER RUHR - Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russland indirekt vorgeworfen, Vorwände für die ausbleibenden Gaslieferungen zu nutzen. Die Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 sei jederzeit einsetzbar und könne geliefert werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei einem Besuch des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy <DE000ENER6Y0> in Mülheim an der Ruhr. Dort ist die Maschine auf dem Weg von Kanada nach Russland zwischengelagert. Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist das Aggregat seit dem 18. Juli in Deutschland.

Koalition prüft Wegfall der Mehrwertsteuer auf Gas-Umlage

BERLIN - Die Koalition prüft einen Wegfall der Mehrwertsteuer auf die geplante staatliche Gas-Umlage. Das sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kruse, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Energie- und Klimaausschusses des Bundestags. "Die Umlage darf keine Basis für weitere Steuereinnahmen sein. Deshalb wird gerade geprüft, ob die Mehrwertsteuer auf die Umlage entfallen kann", sagte Kruse.

ROUNDUP 2: Exportplus im Halbjahr - Herausforderungen in den nächsten Monaten

WIESBADEN - Deutschlands Exportunternehmen drohen nach Zuwächsen im ersten Halbjahr schwierige Monate. In den ersten sechs Monaten stiegen trotz Lieferengpässen und Konjunkturabkühlung bei wichtigen Handelspartnern die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 754,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Groß- und Außenhandel kämen insgesamt bislang stabil durch die Krisen, sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Dirk Jandura: "Dort, wo Unternehmen noch von gefüllten Auftragsbüchern profitieren, blicken sie aber dennoch sorgenvoll in den Herbst."

Kasachstan: Können nicht die Öl-Lieferungen anderer Länder ersetzen

NUR-SULTAN - Kasachstan in Zentralasien hat mögliche Erwartungen an eine großflächige Ausweitung von Öl-Lieferungen an Europa gedämpft. Die Mengen, die im Westen durch den Verzicht auf russisches Öl wegfielen, könne Kasachstan nicht einfach so ersetzen, sagte der Energieminister der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, Bolat Aktschulakow, am Mittwoch in der Hauptstadt Nur-Sultan. "Diese Möglichkeit haben wir nicht", zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax den Minister.

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum trübt sich weiter ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im Juli weiter verschlechtert und deutet auf eine leichte wirtschaftliche Schrumpfung hin. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel zum Vormonat um 2,1 Punkte auf 49,9 Zähler, wie die Marktforscher am Mittwoch in London nach einer zweiten Umfragerunde mitteilten. Die erste Schätzung wurde um 0,5 Punkte nach oben korrigiert. Der Indikator liegt erstmals seit Februar 2021 knapp unter der Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt.

Großbritannien: Unternehmensstimmung sinkt auf 17-Monatstief

LONDON - Die Unternehmensstimmung in Großbritannien hat sich im Juli stärker verschlechtert als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel um 1,6 Punkte auf 52,1 Punkte, wie die Marktforscher am Mittwoch in London laut einer zweiten Erhebung mitteilten. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2021. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 52,8 Punkten gerechnet.

Eurozone: Einzelhandelsumsätze fallen überraschend

LUXEMBURG - In der Eurozone sind die Einzelhandelsumsätze im Juni überraschend gefallen. Gegenüber dem Vormonat sanken die Erlöse um 1,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gaben die Umsätze um 3,7 Prozent nach.

Eurozone: Erzeugerpreise steigen erneut etwas langsamer

LUXEMBURG - Der starke Preisauftrieb in der Eurozone hat sich erneut etwas abgeschwächt. Im Juni stiegen die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, zum Vorjahresmonat um 35,8 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im April waren die Preise mit Rekordgeschwindigkeit gestiegen, schon im Mai aber etwas schwächer. Analysten hatten für Juni mit einer Rate von 35,7 Prozent gerechnet.

Türkei: Inflation steigt auf fast 80 Prozent

ANKARA - In der Türkei zieht die Inflation auf sehr hohem Niveau weiter an. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 79,6 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch in Ankara mitteilte. Analysten hatten mit einer noch höheren Inflationsrate von im Schnitt 80,2 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte die Inflationsrate 78,6 Prozent betragen. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise im Juli um fast 2,4 Prozent.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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