dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 02.03.2020 - 17.00 Uhr

USA: Industrie-Stimmung trübt sich überraschend deutlich ein

WASHINGTON - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im Februar überraschend deutlich eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel von 50,9 Punkten im Vormonat auf 50,1 Zähler, wie das Institute for Supply Management am Montag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 50,5 Punkte gerechnet. Im Vormonat war der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe erstmals seit dem vergangenen Juli wieder über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten gestiegen.

USA: Bauausgaben legen im Januar unerwartet stark zu

WASHINGTON - In den USA haben die Bauausgaben im Januar deutlich stärker als erwartet zugelegt. Gegenüber dem Vormonat zogen sie um 1,8 Prozent an, wie das US-Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte. Dies ist der größte Anstieg seit Februar 2018. Analysten hatten mit einem Zuwachs um lediglich 0,6 Prozent gerechnet.

ROUNDUP: Industriestimmung in der Eurozone auf Einjahreshoch

LONDON - Die Stimmung in der Industrie der Eurozone hat sich im Februar trotz Corona-Krise deutlich aufgehellt. Wie das Institut Markit am Montag in London mitteilte, stieg der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex gegenüber Januar um 1,3 Punkte auf 49,2 Zähler. Das ist der höchste Stand seit einem Jahr. Der Wert einer ersten Erhebungsrunde wurde leicht nach oben korrigiert. Die Talfahrt der Industrie habe sich trotz Schwierigkeiten infolge der Corona-Krise verlangsamt, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Nach dem Brexit: EU und Briten verhandeln über Handelsvertrag

BRÜSSEL - Unter großem Zeitdruck und mit viel Streitpotenzial haben die Europäische Union und Großbritannien am Montag die Verhandlungen über ihre künftigen Beziehungen begonnen. Ziel ist ein umfassendes Handels- und Partnerschaftsabkommen bis zum Jahresende. Die Zeit ist jedoch sehr kurz und die Positionen lagen zum Auftakt sehr weit auseinander.

VIRUS/ROUNDUP 2: Notenbanken wollen Finanzmärkte beruhigen

FRANKFURT - In der Corona-Krise versuchen die großen Notenbanken zunehmend, der nervösen Stimmung an den internationalen Finanzmärkten etwas entgegenzusetzen - bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Nachdem die US-Notenbank Fed bereits am Freitag ihre geldpolitische Handlungsbereitschaft signalisiert hatte, zogen am Montag die Zentralbanken Großbritanniens und Japans nach. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) gab ihre Einsatzbreitschaft zu erkennen.

EU fordert Rückkehr der Türkei zum gemeinsamen Flüchtlingsabkommen

BRÜSSEL - Nachdem die Türkei wieder Migranten nach Europa ziehen lässt, hat die EU das Land zur Einhaltung des gemeinsamen Abkommens von 2016 aufgefordert. Man erwarte, dass Ankara seinen Verpflichtungen nachkomme, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Montag in Brüssel. Bislang habe keine Seite das Abkommen offiziell gekündigt. Deshalb arbeite man weiter mit den türkischen Partnern daran, wieder zur Normalität zurückzukehren und den Deal so anzuwenden wie bis zum Ende vergangener Woche.

Merkel über Erdogan: inakzeptable Politik auf Rücken der Flüchtlinge

BERLIN - Wegen seines Umgangs mit Flüchtlingen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan harsch kritisiert. "Der türkische Präsident fühlt sich im Augenblick nicht ausreichend unterstützt", sagte Merkel am Montag in Berlin. Bei allem Verständnis sei es aber "völlig inakzeptabel, dass man das jetzt auf dem Rücken von Flüchtlingen austrägt. Denn die Flüchtlinge sind jetzt in eine Situation gebracht worden, dort an die Grenze zu gehen und im Grunde in einer Sackgasse zu landen".

ROUNDUP: OECD warnt wegen Covid-19-Epidemie vor drohender Rezession

PARIS - Die OECD schlägt angesichts der Covid-19-Epidemie Alarm: Bei einer weiteren Ausbreitung könnten die Eurozone oder Japan im laufenden Jahr in eine Rezession rutschen, warnte die Chefökonomin der Industriestaaten-Organisation, Laurence Boone, am Montag in Paris. Ihre Botschaft ist Klar: "Regierungen können es sich nicht leisten zu warten."

ROUNDUP: CDU-Wirtschaftsflügel nominiert Merz für Parteivorsitz

BERLIN - Als erste Bundesvereinigung der CDU hat sich der Wirtschaftsflügel im Rennen um den künftigen Parteivorsitz aus der Deckung gewagt: Das Präsidium der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) nominierte Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz als Kandidat. Merz sei "genau der Richtige", um die dringend notwendige Neuausrichtung in der CDU voranzutreiben, teilte die MIT am Montag mit.

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