dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 02.06.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 3 Min.

ROUNDUP/Freie Hand für Schulden: EU-Stabilitätspakt bleibt 2022 ausgesetzt

BRÜSSEL - Deutschland und die übrigen EU-Staaten sollen auch nächstes Jahr freie Hand zum Schuldenmachen haben und ihre Wirtschaft weiter bei der Erholung von der Corona-Krise unterstützen. Die europäischen Schulden- und Defizitregeln würden erst 2023 wieder in Kraft gesetzt, sagte EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel.

ROUNDUP 2: Wer zahlt wie viel Steuern? Neue EU-Regeln für Unternehmen ab 2023

BRÜSSEL - Es soll wirken wie eine Art Pranger: Große Konzerne in der Europäischen Union müssen voraussichtlich ab 2023 öffentlich machen, wie viel Steuern sie in jedem Staat zahlen. Von diesen neuen Regeln, auf die sich Vertreter der EU-Institutionen jetzt nach fünf Jahren Streit geeinigt haben, erhoffen sich Befürworter einen echten Fortschritt gegen gewitzte Steuersparmodelle mancher Firmen. Aber wie viel dieses öffentliche "Country-by-Country-Reporting" wirklich bringt, ist umstritten. Wirtschaftsvertreter sind ohnehin entsetzt.

Türkischer Notenbankchef dämpft Spekulationen auf Zinssenkung

ANKARA - Der Präsident der türkischen Notenbank, Sahap Kavcioglu, hat Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der Zentralbank gedämpft. Erwartungen an eine frühe Lockerung der Geldpolitik, die nicht gerechtfertigt seien, müssten verschwinden, ließ Kavcioglu am Mittwoch während einer Konferenz vor Investoren verlauten. Die Aussagen sind auch in einer entsprechenden Präsentation auf der Internetseite der Notenbank zu finden.

Euro auch im Krisenjahr 2020 zweitwichtigste Reservewährung

FRANKFURT - Der Euro hat seine Rolle als eine der wichtigsten Währungen der Welt im Corona-Krisenjahr 2020 erfolgreich verteidigt. "Der Euro bleibt unangefochten die nach dem US-Dollar global am zweitstärksten genutzte Währung", erläuterte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Mittwoch.

ILO: Erholung der Arbeitsmärkte beginnt nur langsam

GENF - Millionen Menschen haben weltweit durch die Corona-Krise ihre Arbeit verloren oder mussten Arbeitsstunden reduzieren. Wenn sich die Pandemie nicht weiter verschärft, sollte in der zweiten Jahreshälfte zwar eine Erholung an den Arbeitsmärkten einsetzen, berichtete die Weltarbeitsorganisation (ILO) in einem Ausblick am Mittwoch. Aber selbst die mit einem Konjunkturaufschwung verbundene Rückkehr an alte Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Stellen reiche nicht, um im kommenden Jahr den Mangel an bezahlter Arbeit auszugleichen. Zu den Rückkehrern drängten zusätzlich jedes Jahr Millionen junge Leute neu auf den Arbeitsmarkt.

Eurozone: Erzeugerpreise steigen so stark wie letztmals 2008

LUXEMBURG - Im Euroraum nimmt der Preisanstieg auf Herstellerebene weiter Fahrt auf. Die Erzeugerpreise stiegen im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2008. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um 7,5 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise, die Produzenten für Waren erhalten oder zahlen müssen, um 1,0 Prozent.

Deutscher Einzelhandel setzt nach starkem Vormonat weniger um

WIESBADEN - Die deutschen Einzelhändler haben im April deutlich weniger umgesetzt als im starken Vormonat. Von März auf April fielen die Erlöse preisbereinigt (real) um 5,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem knapp halb so starken Rückgang um 2,5 Prozent gerechnet. Die Statistiker erklärten den deutlichen Rückgang mit neuen Corona-Einschränkungen ab Mitte April und der frühen Lage des diesjährigen Ostergeschäfts. Der Rücksetzer folgt allerdings auf einen deutlich Umsatzanstieg im März um 7,7 Prozent.

Geteiltes Zypern erleichtert Besuche im jeweils anderen Inselteil

ATHEN - Auf Zypern kann man vom 4. Juni an den jeweils anderen Teil der Insel besuchen, ohne wegen Corona in Quarantäne zu müssen. Darauf haben sich die politischen Führer der griechischen und türkischen Zyprer verständigt, wie ein Sprecher der UN-Blauhelmeeinheit (UNFICYP) am Mittwoch bestätigte. Demnach werde für einen Übergang nur ein negativer PCR-Test reichen, der nicht älter als drei Tage ist. Bislang galt eine zusätzliche Quarantänepflicht, die die sonst üblichen Kurzbesuche im jeweils anderen Teil der Insel praktisch unmöglich machte.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.