Dow Jones reißt die nächste Hunderterhürde


Mitten in der Bilanzsaison haben die Anleger an der Wall Street zu Wochenbeginn keine eindeutige Richtung gefunden. Der Dow-Jones-Index setzte am Montag seine Rekordfahrt fort, dagegen verzeichnete der technologielastige Nasdaq-Index Verluste. Am deutschen Aktienmarkt machten die Anleger zum Monatsende Kasse. Das Minus beim Dax summierte sich im Juli auf 1,7 Prozent.

Gestützt vom Schwergewicht Boeing legte der Dow-Index am frühen Nachmittag 0,4 Prozent auf 21.919 Punkte zu. Die Aktie des Flugzeugbauers gewann 1,4 Prozent, nachdem J.P.Morgan-Experten das Kursziel für die Aktie angehoben hatten. Der S&P-500-Index notierte kaum verändert bei 2473 Zähler. Der Nasdaq-Composite verlor 0,3 Prozent auf 6355 Punkte.


Bei einigen Technologieaktien gebe es Zurückhaltung, sagte Randy Frederick, Vizepräsident des Handels- und Derivategeschäfts bei Charles Schwab im texanischen Austin. Die Nachfrage dieser Werte war zuletzt sehr hoch.

Alle drei Indizes dürften den Juli mit einem Plus von etwa zwei bis knapp drei Prozent beenden. Dabei stützt vor allem die Bilanzsaison die Kurse. Insgesamt haben US-Unternehmen nach Daten von Thomson Reuters zuletzt besser als erwartete Zahlen vorgelegt: Von den 500 im S&P gelisteten Firmen übertrafen 73 Prozent mit ihren Quartalsbilanzen die Analystenerwartungen. Das untermauere den Rekordlauf der US-Börsen, sagte ein Händler. Auch wenn es einige Enttäuschungen wie beispielsweise von Amazon, Exxon oder Starbucks gegeben habe.


Der Starbucks-Kurs stabilisierte sich und notierte 0,4 Prozent fester. Die Aktien der Kaffeehauskette waren am Freitag um mehr als neun Prozent abgestürzt. Amazon-Papiere gingen um weitere 2,5 Prozent in die Knie. Sprint-Aktien verloren 2,6 Prozent.

Der US-Kabelnetzbetreiber Charter Communications lehnt einen Kauf des US-Mobilfunkkonzerns ab. Reuters hatte zuvor von Insidern erfahren, Sprint-Eigner Softbank strebe eine Fusion von Sprint mit Charter an. Charter-Papiere stiegen um rund 4,5 Prozent. Die Aktien des Sprint-Rivalen T-Mobile US gaben 0,6 Prozent nach. Sprint wird immer wieder als potenzieller Partner für die Deutsche-Telekom-Tochter genannt.

Tesla-Aktien notierten 2,3 Prozent tiefer. Der Elektroauto-Bauer hatte am Wochenende erklärt, er habe für sein neues "Model-3"-Fahrzeug mehr als eine halbe Million Vorbestellungen.

Anders als für US-Unternehmen kam für europäische Aktien vom Devisenmarkt Gegenwind: Der Euro zog um fast einen halben US-Cent an und notierte zeitweise nur noch knapp unter 1,18 Dollar - so hoch wie zuletzt Mitte Januar 2015. Für Autowerte in Deutschland war jedoch nicht nur der Wechselkurs von Nachteil, auch die Kartellvorwürfe und die Diskussion über die Zukunft des Diesel machten die Papiere für Investoren derzeit unattraktiv, sagte ein Händler.