DOSB bietet neuer Regierung Zusammenarbeit an - Ärger bei eSports

DOSB bietet neuer Regierung Zusammenarbeit an - Ärger bei eSports

Mehr Geld, Hoffnung auf Olympische Spiele, aber Ärger um die Verantwortung des aufstrebenden eSports: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat der neuen Bundesregierung "auf allen Politikfeldern" die Zusammenarbeit angeboten. Der Dachverband mit 101 Mitgliedsorganisationen will die "bewährte" und "vertrauensvolle" Kooperation mit der neuen Regierung in Berlin fortführen.
"Es ist ein gutes Signal, dass wir nun mit der neuen Bundesregierung wieder einen Partner haben, mit dem wir gemeinsam auf Grundlage unserer bundespolitischen Positionen sowie der im Koalitionsvertrag dargelegten Anknüpfungspunkte Sportdeutschland zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst gestalten können", erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann nach einer Präsidiumssitzung des Verbandes in Potsdam.
Der DOSB lobte die Zusage des Bundes, im Zuge der Leistungssportreform "mehr Mittel für den Leistungssport" einzusetzen. Derzeit erhält der deutsche Sport knapp 170 Millionen Euro, durch die Reform erwartet der Verband angeblich in diesem Jahr gut 60 Millionen Euro mehr, im kommenden 90 Millionen und im Olympiajahr 2020 dann satte 120 Millionen Euro zusätzlich. Darüber gab es zuletzt auch Streit, die Politik verlangte zunächst eine detaillierte Bedarfsauflistung.
Die gute Zusammenarbeit sei auch Voraussetzung für die gemeinsame Entwicklung einer "langfristigen Strategie für Sportgroßveranstaltungen", teilte der DOSB mit, der langfristig eine neuerliche Bewerbung um Olympische Spiele anpeilt, obwohl die letzten drei Versuche mit München (2) und Hamburg mehr oder weniger kläglich scheiterten. "Nur mit einer Bündelung aller Kräfte ist die notwendige Unterstützung für ein erfolgreiches Gelingen solcher Projekte erreichbar", hieß es.
Der DOSB wies auch darauf hin, dass die Sanierung etlicher Sportstätten in Deutschland auch mit Blick auf ein Gelingen der Spitzensportförderung unverzichtbar sei. Ein wenig fehle der Politik der Mut, den regional existierenden Sanierungsstau anzuerkennen und ein entsprechendes Bundesprogramm aufzulegen.
Kritik an der Haltung des Bundes gab es bei der Einschätzung des boomenden eSports, den der Bund künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen will.
"Dies kann man als klaren Angriff der Fachpolitiker im Bereich Digitales, ohne die Sportpolitiker oder gar den DOSB als Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland zu beteiligen, auf die Autonomie des Sports verstehen", hieß es in der Erklärung. Dabei sei gerade auf diesem Gebiet die Dialogbereitschaft "von besonderer Bedeutung".
Der eSport-Bund Deutschland teilt die Haltung des DOSB nicht. "Die scharfe Kritik des DOSB ist der Sache nicht angemessen. Es lohnt sich, einen kühlen Kopf zu bewahren und konstruktiv mit den politischen Plänen zum eSport umzugehen", sagte ESBD-Präsident Hans Jagnow auf SID-Anfrage: "Die Formulierungen des Koalitionsvertrages zeugen von Innovationsbereitschaft und digitalem Wandel - hieraus einen Angriff auf die Sportorganisierung zu konstruieren, hilft der Debatte nicht weiter.