Dortmund, München, Ausland? Das ist Pulisic' Karriereplan

Christoph Küppers

Zweifelsfrei ist er einer der seltenen Lichtblicke in diesen tristen Tagen für den BVB.

Als einer der wenigen Profis von Borussia Dortmund stemmte sich Christian Pulisic vergangenen Samstag vehement gegen die bittere 1:3-Niederlage gegen die Bayern.

Immer wieder setzte der US-Amerikaner zu Dribblings an und bereitete den Bayern mit seinen Tempogegenstößen tatsächlich ein ums andere Mal Probleme.

Nur in Tore oder Vorlagen konnte Pulisic seinen ordentlichen Auftritt nicht ummünzen - auch weil seine Kollegen zwei gute Hereingaben des Youngsters verdaddelten (31., 49.).

Der gerade einmal 19-jährige US-Boy war nicht nur gegen die Bayern bester BVB-Akteur und wurde von Trainer Peter Bosz zurecht gelobt: "Er war unser bester Mann, hat sehr gut gespielt und bis zum Ende gekämpft."

Auch gegen Nikosia und in anderen Spielen zuvor wusste Pulisic als einer der wenigen Dortmunder zu überzeugen.


In jedem BVB-Spiel auf dem Platz

Elf Bundesliga- (neun von Beginn) und vier Champions-League-Einsätze (drei Mal Startelf) stehen in dieser Saison schon zu Buche. In beiden Wettbewerben stand Pulisic damit in jedem BVB-Spiel auf dem Platz. Vermutlich hätte er auch im DFB-Pokal zumindest als Teilzeitarbeiter mitgewirkt - aufgrund von Muskel- bzw. Waden-Problemen reiste er aber gar nicht erst mit zu den beiden Partien nach Rielasingen und Magdeburg.

Heißt: Ist Pulisic fit, spielt er. Unter Bosz zählt der 19-Jährige zum ersten Mal in seinen knapp drei Dortmunder Jahren zum Kreis der schwarzgelben Stammspieler. Dieses Vertrauen zahlt er mit Leistung zurück und spielt sich damit auch immer weiter in den internationalen Fokus.

Nicht umsonst riet Sky-Experte Lothar Matthäus den Bayern, Pulisic genau zu beobachten: "Wenn sie irgendwann Ersatz für Robben und Ribery suchen, müssen sie ihre Fühler nach Pulisic ausstrecken. Er ist erst 19 Jahre alt und hat hohe Qualität. Mit seinem Selbstvertrauen und seiner Geschwindigkeit ist er zu Höherem berufen."


Marktwert auf 45 Millionen gestiegen

Wie groß das Talent des US-Boys ist, zeigt auch seine Marktwert-Entwicklung: Dieser ist in den vergangenen drei Jahren von 500.000 auf 45 Millionen Euro gestiegen. Naturgemäß weckt so ein Spieler Begehrlichkeiten - längst steht Pulisic auf der Liste aller größeren europäischen Klubs.

Im vergangenen Winter buhlte beispielsweise Ex-Trainer Jürgen Klopp vehement um die Dienste des Flügelstürmers. Pulisic beschäftigte sich aufgrund der verschärften Konkurrenzsituation in Dortmund nach SPORT1-Informationen auch intensiv mit einem Wechsel nach Liverpool.

Nach diversen Gesprächen und mit der Aussicht auf mehr Einsatzzeit unter Peter Bosz entschied er sich aber voller Überzeugung für den BVB. Pulisic verlängerte seinen Vertrag bis 2020.

Aus seinem Umfeld hört man, dass der 19-Jährige in Dortmund sehr glücklich ist. Im Verein erfährt er Anerkennung, Pulisic schätzt das familiäre Klima und möchte aktuell nicht wechseln.

"Pulisic ist in Dortmund gut aufgehoben"

Diese Punkte sind auch für Michael Ballack ein Thema. Der Ex-DFB-Kapitän sagte am Sonntag im Check24-Doppelpass bei SPORT1: "Pulisic ist in Dortmund gut aufgehoben. Er muss noch ein, zwei Jahre auf diesem Niveau spielen und nicht gleich den Druck wie bei Bayern haben. Die jungen Spieler brauchen Bezugspersonen. Er ist jetzt gebunden und man sollte ihm die Zeit geben."

Bringt Pulisic aber weiter Leistung, werden die nächsten Top-Klubs um ihn buhlen. Vielleicht tatsächlich auch die Bayern. Wobei der Dortmunder zu diesen Spekulationen im vergangenen Sommer eine klare Meinung hatte: "Nein, das könnte ich nicht machen!"