Hoffenheim trotz Niederlage im Endspiel

Die TSG Hoffenheim unterlag dem VfB Stuttgart, hat die CL-Quali aber noch selbst in der Hand

Julian Nagelsmann hatte nach dem Spiel offenbar mehr an der Verletzung von Lukas Rupp zu knabbern, als an der bitteren 0:2 (0:1)-Niederlage seiner TSG Hoffenheim beim VfB Stuttgart. "Das", sagte er geknickt, "bedeutet wieder einen Qualitätsverlust gegen Dortmund. Mit der Verletzung von Lukas gab es einen Bruch in unserem Spiel. Wir werden ihn im letzten Spiel vermissen, weil er sich schwer verletzt hat.“ 

Insgesamt zeigte sich Nagelsmann mit der Vorstellung seiner Jungs vor allem in der Anfangsphase zufrieden: "Wir haben außergewöhnlich gute erste 20 Minuten gespielt. Da müssen wir diese Partie eigentlich schon entscheiden“, sagte der 31-Jährige. (SERVICE: LIVETICKER zum Nachlesen)

Alle Highlights des 33. Spieltags in "Bundesliga Pur" am Sonntag, ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

Am Ende bemängelte er die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. „In dieser Phase hatten wir sechs, sieben super Chancen und waren extrem dominant. Deshalb war ich mit der Vorstellung bis dahin sehr zufrieden. Es fehlte nur das Tor.“ 

Ganz anders machte es die Stuttgarter, der fast aus dem Nichts in Fühung ging. „Der VfB ein typisches Tor erzielt.  Nach der Führung stand der VfB sehr tief und hat das gut gemacht. Da waren immer 18, 20 Beine im Weg. Dazu hat Ron-Robert Zieler sehr gut gehalten“, zog der Coach das Fazit. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Nagelsmann sieht TSG-Chancen als "nicht gering"

Gegen den BVB hat die Nagelmann-Elf nun am kommenden Samstag ein echtes Endspiel um die direkte Qualifikation für die Champions League. Dabei sieht der TSG-Coach die Chancen des Tabellen-Vierten (52 Punkte) im Kampf um den erstmaligen Einzug in die Königsklasse mit dem BVB (55) "nicht so gering". (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

Und so sah Nagelsmann die Niederlage als gar nicht so schwerwiegend an: „Das Gute ist, wir haben noch alles in unserer Hand. Wir gehen in das letzte Spiel und haben eine große Möglichkeit, Außergewöhnliches zu erreichen. Wir wollten ein Endspiel gegen Dortmund, wir haben ein Endspiel gegen Dortmund."

Keine schlechten Erinnerungen an Dortmund

Dass der BVB den Hoffenheimern in der vergangenen Saison das Champions-League-Ticket noch aus der Hand gerissen hatte, hat Nagelsmann abgehakt: "Wir gehen da nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen rein und sagen, wir haben eine Rechnung offen. Das klingt immer so martialisch, das klingt so nach Drogenhandel."


Einen guten Deal scheint hingegen der VfB Stuttgart im Winter gemacht zu haben, als man Mario Gomez vom VfL Wolfsburg zurückholte. Der 32-Jährige war mit seinem der Matchwinner. Trainer, Mitspieler und Fans feierten ihren Derby-Helden, doch Gomez selbst gab die Spaßbremse. (DATENCENTER: Tabelle der Bundesliga)

Gomez warnt vor verfrühter Euphorie

"Lasst uns nicht zu sehr durchdrehen, sonst kann es in München bitter werden", sagte der Doppeltorschütze, schließlich kann der Aufsteiger seine starke Saison am Samstag beim deutschen Meister Bayern München mit dem Einzug in die Europa League krönen.


Gomez widersetzte sich damit augenzwinkernd der Anordnung von Sportvorstand Michael Reschke, der für den Umtrunk beim Nobel-Italiener Amici am Stuttgarter Hauptbahnhof vorgab: "Feiern, bis die Heide wackelt!" Ansonsten gab Gomez allerdings wie auf dem Platz den Teamplayer, stellte nicht seine beiden ersten Heimtore seit der Winter-Rückkehr (25./74.), sondern die Teamleistung in den Vordergrund: "Ich bin ein Stürmer, der wie kaum ein anderer von seinen Kollegen abhängig ist", sagte er, "das ist ein schöner Tag nicht für mich, sondern für uns alle."

Auch, dass er seinem WM-Traum ein Stückchen nähergekommen sein dürfte, wollte er nicht zu hoch hängen. "Wir machen heute nicht den Kader, erhöhen oder verringern die Prozentzahl", sagte Gomez. Schlaflose Nächte habe er aber mit Blick auf die Nominierung am 15. Mai nicht.

Understatement von Korkut

Die hat niemand in Stuttgart, wenn er an das Saisonfinale in München denkt, auch wenn dort Santiago Ascacibar (Gelb-Rot/65.) und Dennis Aogo (5. Gelbe Karte) fehlen werden. "Es wird sauschwer, aber wir wollen die Bayern ein bisschen ärgern", sagte Trainer Tayfun Korkut, der sich partout nicht als "Vater des Erfolgs" sehen wollte.

Während Gomez und Co. sich in der Cannstatter Kurve vom übermütigen Anhang ("Zieht den Bayern die Lederhosen aus!") feiern ließen, genoss er abseits mit seinen Kindern im Stillen. "Es sind genügend Menschen im Stadion, die den VfB lieben, die gefeiert haben. Da macht es nicht so viel aus, wenn der Trainer ein bisschen schüchtern ist", sagte er verschmitzt.

Der CHECK24 Doppelpass mit Heribert Bruchhagen und Paul Breitner am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

Restprogramm

TSG HOFFENHEIM (4./32/63:45/52)
   (H) Borussia Dortmund

VFB STUTTGART (8./32/30:35/45)  
   (A) Bayern München