Doppel-Jubiläum: Bundespräsident Steinmeier zu Gast in der Philharmonie

Der Männer-Gesangs-Verein und der Zentral Dombau-Verein feiern 175-Jähriges.

In der rappelvollen Philharmonie trat der Kölner Männer-Gesang-Verein (KMGV) in voller Pracht an. Schließlich stand ein Doppeljubiläum an mit hohem Besuch um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Seit 1842, also seit 175 Jahren wirken der Zentral Dombau-Verein (ZDV) und der KMGV zur Freude der Menschen, nicht nur in Köln. Der stattliche Männerchor begeistert im In- und Ausland. Und der Dom erfreut täglich 20.000 bis 30.000 Besucher aus aller Welt, so Kardinal Woelki als Laudator. Der ZDV habe 1880 die Vollendung des „Himmelswerkes" angestoßen und trage bis heute über 50 Prozent der Erhaltungskosten. Dabei helfe der KMGV mit Benefizkonzerten – wie jetzt beim Fest.

In Preußen nenne man das Klüngel, meinte launig der Kardinal. Kurzerhand pries er beide Vereine als „tragende Säulen" des Doms. Oberbürgermeisterin Henriette Reker betonte, ohne den Dombau-Verein gäbe es den 1880 vollendeten Dom so nicht. Und Finanzminister Norbert Walter-Borjans, der für die scheidende Landesregierung gratulierte, fragte frotzelnd, ob wohl heute ein so großes Bauprojekt je fertig würde. Bundespräsident Steinmeier warf ein Licht auf die Gründungszeit der beiden Jubilare.

Gründung des Vereins sei ein Beitrag zur Demokratiegeschichte

Um 1840 „roch die Luft nach Aufbruch", so Steinmeier. Zur Zeit des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV strebte man „zu neuen Ufern". Und ausgerechnet da wollten Kölner ihre uralte Baustelle Dom vollenden - nach 600 Jahre alten Plänen! Was paradox wirkt, erklärte Steinmeier mit einem Satz des Philosophen Odo Marquard: „Zukunft braucht Herkunft."

Das Bekenntnis des Königs zur katholischen Identität belege übrigens preußische Religionstoleranz. So sei die Gründung des ZDV 1842 ein Beitrag zur Demokratiegeschichte. Steinmeier amüsierte mit der Anmerkung, damals habe der König in Köln mit  „Kölle Alaaf" gratuliert. Dem wolle er nun nichts hinzufügen.

Festprogramm mit Musik aus 175 Jahren

Bernhard Steiner leitete ein Festprogramm mit Musik aus 175 Jahren. Mit dem KMGV feierten der preisgekrönte Mädchenchor am Kölner Dom, die Solisten Monica Mascus und Henning Jendritzka und die Neue Philharmonie Westfalen. Dabei ließ der Dirigent seine über 150 Tenöre und Bässe gut aussehen. In verschieden großen Formationen erfreuten sie mal mit Wagner als würdige Gralsritter, mal mit Offenbach als schneidige Studenten.

Zu bewundern war das gestochen scharfe Parlando der Zecher aus „Carmina Burana" ebenso wie das andächtige Piano der Pilger aus Tannhäuser. Auch überraschte, wie leichtfüßig der Männerchor Schuberts Ständchen „Zögernd, leise" sang, mit Monica Mascus und dem Orchester feinst abgestimmt.

Eine Rarität war der Bacchus-Chor aus Mendelssohns Schauspielmusik „Antigone" von 1841, die der KMGV 2009 ausgegraben hat. Der überwiegend heitere Festakt endete mit vergnügten Schunkelliedern. Da sang und schunkelte auch die Riege der Prominenz und Ehrengäste mit....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta