Doping: WADA sucht neuen Hersteller für Testflaschen

Doping: WADA sucht neuen Hersteller für Testflaschen

Nach dem Skandal um eklatante Sicherheitslücken bei den Gefäßen für die Lagerung von Dopingproben sucht die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) einen neuen Hersteller. Dies teilte die WADA am Freitag mit, nachdem die Schweizer Firma Berlinger erklärt hatte, die Produktion der Testflaschen einzustellen.
"Die WADA hat eine Findungsphase eingeleitet, um Alternativen zur Herstellung der Testflaschen zu finden und arbeitet hierfür mit einer Reihe von Anti-Doping-Agenturen zusammen", heißt es in einer Mitteilung der höchsten Anti-Doping-Behörde. Zuvor hatte das Unternehmen Berlinger mitgeteilt, dass es sich "nach einer strategischen Entscheidung" in den kommenden Monaten aus der Produktion zurückziehen werde.
"Die institutionalisierte Form des Dopings hat in den vergangenen Jahren derart zugenommen und die Anforderungen an die Testflaschen verändert", teilte Geschäftsführerin Andrea Berlinger mit, das widerspreche nicht nur dem Wesen des Sports, sondern sei auch "inkompatibel mit unseren Werten und Fähigkeiten".
Kurz vor den Olympischen Winterspielen im Februar in Pyeongchang waren Informationen über die Sicherheitslücken bei den von Berlinger hergestellten Flaschen aufgedeckt worden. Darüber hatte die ARD-Dopingredaktion in einer Dokumentation berichtet.
Die von der WADA zugelassenen Gefäße konnten von unberechtigten Personen selbst in gefrorenem Zustand geöffnet und wieder verschlossen werden, ohne dass dabei Spuren hinterlassen werden. Das Kölner Kontrolllabor hatte die Existenz des Problems auf SID-Anfrage bestätigt. Zudem war es problemlos möglich, die Flaschen zu kopieren.
Die Behälter von Berlinger galten als hochmodern und wurden im September 2017 im Lichte des russischen Dopingskandals eingeführt. Sie sollten bei den Spielen in Südkorea eingesetzt werden. Es handelte sich dabei bereits um die zweite weiterentwickelte Variante nach dem russischen Dopingskandal um die Winterspiele in Sotschi 2014. Nach Bekanntwerden des Problems kehrte die WADA in Pyeongchang wieder zu einem älteren Flaschenmodell zurück.