Doping: Erneute Vorwürfe gegen russischen WM-Kandidaten

Doping: Erneute Vorwürfe gegen russischen WM-Kandidaten

Einen Tag vor dem dritten Gruppenspiel der russischen Fußball-Nationalmannschaft am Montag (16.00 Uhr/ZDF) gegen Uruguay gibt es erneut Vorwürfe, bei einem im Vorfeld der WM aussortierten Spieler des Gastgebers sei eine Dopingprobe manipuliert und auf Anordnung des Sportministeriums vertuscht worden. Wie die englische Zeitung Mail on Sunday berichtet, wiesen darauf die Tagebücher und Aussagen von Whistleblower Grigorij Rodtschenkow sowie E-Mails hin. 
Zudem lägen der Zeitung Dokumente vor, aus denen hervorgehen soll, dass der Urin des WM-Kandidaten Ruslan Kambolow durch den eines Modernen Fünfkämpfers ersetzt worden sein soll. 
Kambolow vom zweimaligen Meister Rubin Kasan stand zunächst im vorläufigen WM-Kader des Gastgebers, wurde offiziell wegen einer Verletzung aber nicht nominiert. In der vergangenen Woche hatte bereits die ARD von den Vorwürfen berichtet. 
"Es gab keinen sauberen Urin für Kambolow", sagte Richard McLaren, Sonderermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, der Mail on Sunday. McLaren hatte mit seiner Untersuchung den Staatsdopingskandal in Russland aufgedeckt: "In seinem Fall wurde der schmutzige Urin mit dem sauberen Urin ersetzt, dessen Profil dem ursprünglichen am ähnlichsten war." Jeder müsse, so McLaren, seine eigenen Schlüsse ziehen, für ihn sei jedoch klar, warum Kambolow nicht nominiert worden sei.
Die FIFA hatte die "Akte Russland" am 22. Mai geschlossen und den aktuellen Kader des WM-Gastgebers von den Dopingverdächtigungen freigesprochen. Die Untersuchungen zu allen Spielern des vorläufigen Turnier-Aufgebots wurden "mangels ausreichender Beweise für das Vorliegen eines Verstoßes" eingestellt.
Die FIFA wies auf SID-Anfrage Vorwürfe zurück, sie habe die Dopingvorwürfe gegen die russischen Fußballer nicht angemessen untersucht. "In dem Bericht wird der Kernpunkt des Themas nicht erwähnt: Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit der WADA durchgeführt, und die WADA hat den Schlussfolgerungen der FIFA zugestimmt", hieß es in der Stellungnahme. Die Fakten seien von der WADA, die die zuständige Organisation in dieser Sache ist, auf ihre Gültigkeit überprüft worden. 
"Im Laufe der Untersuchungen hat die FIFA alle verfügbaren Beweise untersucht und keinen Stein auf dem anderen gelassen", teilte der Weltverband weiter mit: "Wir haben mit Herrn McLaren gesprochen. Er hat nicht erwähnt, dass ein Fußballer einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln begangen hat."