Donald Trumps neuer Anwalt Emmet Flood hat schon den Clintons geholfen

Donald Trump hat einen neuen Anwalt ins Weiße Haus geholt. Emmet Flood hat schon Bill Clinton in seinem Amtsenthebungsverfahren zur Seite gestanden. (Bild: Getty Images/ SAUL LOEB)

Das Anwaltsteam um US-Präsident Donald Trump verzeichnet abermals einen Neuzugang. Emmet Flood soll Trump in Zukunft beratend zur Seite stehen. Der Anwalt ist kein Unbekannter: Er vertrat bereits Ex-Präsident Bill Clinton während der Affäre um Monica Lewinsky und beriet auch Hillary Clinton.

Anwalt Emmet Flood gilt als Kämpfer – und vermutlich hat er Donald Trump, für den er künftig arbeiten soll, genau damit beeindruckt. Mit Floods Hilfe konnte Bill Clinton im Februar 1999 seine Amtsenthebung verhindern. Der Kongress hatte das Verfahren damals eingeleitet, als Clinton seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky bestritt. Auch seine Frau Hillary profitierte viele Jahre später von der kämpferischen Intelligenz des Anwalts. Ihr wurde vorgeworfen, als US-Außenministerin wichtige E-Mails über private Server verschickt zu haben. Emmet Flood stand ihr während des darauffolgenden Rechtsstreits zur Seite – sie wurde nicht belangt.

Nun also Donald Trump. Der hat Juristen-Stars offenbar bitter nötig. Das Ermittlungsverfahren des FBI, geleitet durch den Sonderermittler Robert Mueller, zieht immer engere Kreise um den US-Präsidenten. Die Behörde geht der Frage nach, inwiefern der Wahlkampf im Jahr 2016 durch Russland manipuliert wurde – und welche Rolle das Wahlkampfteam um Donald Trump dabei spielte.

Kurz vor Bekanntgabe des juristischen Neuzugangs im Weißen Haus veröffentlichte die „New York Times“ einen Fragenkatalog des FBI an Trump. Dieser zielt insbesondere auf eine vermutete Justizbehinderung durch den Präsidenten ab. Außerdem möchte das FBI wissen, ob Trump von den Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams wusste.

Trump setzt auf Floods Erfahrung mit heiklen Fällen

Dass das Weiße Haus jetzt den Ruhestand des bisherigen Top-Anwalts Ty Cobb und den Neuzugang Emmet Flood bekannt gab, wird in Expertenkreisen als deutliches Signal gewertet: Die Zeichen stehen auf Kampf. Während Cobb den Präsidenten stets dazu angehalten hatte, mit dem Kongress und dem Sonderermittlungsteam des FBI zu kooperieren, wird von Flood das Gegenteil erwartet.

Emmet Flood (links) ist seit vielen Jahren mit der juristischen Arbeit im Weißen Haus vertraut. (Bild: Getty Images/  Chip Somodevilla)

„Emmet weiß, wie Präsidenten verteidigt werden müssen“, zitiert das Magazin „Politico“ den Anwalt Shannen Coffin. „Wenn Emmet Flood die Sache nicht regeln kann, dann kann es keiner. Diesen Schritt hätte der Präsident schon lange machen sollen.“

Denn es geht bei der Verteidigung Trumps nicht nur um die Russland-Ermittlungen des FBI. Dem Präsidenten könnte außerdem ein Amtsenthebungsverfahren drohen, sollten die Demokraten bei den diesjährigen Halbzeitwahlen im November starke Ergebnisse erzielen. Dann nämlich könnte das Repräsentantenhaus zur Mehrheit aus demokratischen Senatoren bestehen, was ihnen die Möglichkeit gäbe, das Amt des Präsidenten in Frage zu stellen.

Emmets lange Klientenliste: Clinton, Bush, jetzt Trump

So war es auch dem damaligen Präsidenten Bill Clinton ergangen. Auch dank Emmet Flood wurde Clinton damals nicht des Amtes enthoben. Auch für den republikanischen Präsidenten George W. Bush fungierte Flood seinerzeit als Vermittler zwischen Präsidenten und Kongress. Eine Rolle, die er nun vermutlich auch für Trump übernehmen soll.

Ein ehemaliges Mitglied der Bush-Administration, Scott Coffina, erinnert sich an die Arbeit Floods: „Die Anforderungen waren unglaublich hoch“, wird er in „Politico“ zitiert, „Flood war dabei stets die Speerspitze. Ich erwarte von ihm, dass er seinen Klienten mit allen Mitteln verteidigen wird.“

Erst vor wenigen Tagen bekam Trumps juristische Abteilung Zuwachs: Der frühere Bürgermeister von New York und langjähriger Staatsanwalt Rudolph Giuliani steht dem Präsidenten seit Neustem zu Seite. Die Washington Post zitiert einen Vertrauten Trumps mit den kämpferischen Worten: „Dies ist der Beginn einer neuen Phase. Wir ziehen alle Optionen in Betracht. Die Bandagen könnten härter werden.“