Donald Trump vs. Hollywood: die heftigsten Auseinandersetzungen

Der US-Präsident ist nie um einen öffentlichen Schlagabtausch verlegen. (Bild: Evan Vucci/AP Photo)

Robert De Niro sorgte mit seiner „Fuck Trump“-Ansage bei den Tony Awards für reichlich Aufsehen. Doch er ist nicht der einzige Hollywoodstar, der sich gegen den Präsidenten ausspricht. Und der feuert gerne mal zurück.

„Ich will nur eins sagen: Fuck Trump! Es kann nicht mehr heißen: Weg mit Trump! Es heißt: Fuck Trump!“ Diese spontane Wutrede brachte Robert De Niro bei der Verleihung des Theaterpreises Tony regen Applaus, stehende Ovationen sowie anschließend eine Menge Aufmerksamkeit im Netz ein. So eine Provokation lässt der US-Präsident natürlich nicht lange auf sich sitzen: Über seinen Lieblings-Kommunikationskanal Twitter ätzt Trump nun auf gewohntem Niveau zurück.



„Robert De Niro, ein Individuum von sehr geringer Intelligenz, hat zu viele Schläge von echten Boxern in Filmen einkassiert. Ich habe seinen Auftritt letzte Nacht gesehen und glaube ernsthaft, dass er ‚punch-drunk’ sein könnte. Ich vermute, er begreift nicht, dass es in der Wirtschaft so gut läuft wie noch nie, mit einer Beschäftigungsrate auf dem Höhepunkt und mit vielen Unternehmen, die zurück in unser Land kommen. Wach auf, Punchy!“

De Niro, der sich in der Vergangenheit immer wieder gegen Trump ausgesprochen hat, ist jedoch nicht der einzige Hollywoodstar, der sich in den Medien einen Schlagabtausch mit dem Präsidenten lieferte.

Donald Trump vs. Alec Baldwin

Besonders hartnäckig hält sich eine Fehde zwischen dem amerikanischen Staatsoberhaupt und Schauspieler Alec Baldwin, der Trump seit 2016 in den Parodien der Comedy-Show „Saturday Night Live“ darstellt. Zwar bekam Baldwin für seine Trump-Darstellung einen Emmy, der Präsident selbst machte jedoch schon früh klar, dass er kein Fan der Parodie ist. Er bezeichnete die SNL-Sketche mehrfach als „tendenziös“, „schlecht“ und „nicht witzig“.

Die jüngste Runde in der Auseinandersetzung Trump vs. Baldwin wurde im März eingeläutet: Der Schauspieler beschwerte sich gegenüber dem Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ über seine Rolle: „Mittlerweile ist es jedes Mal, wenn ich es mache, eine Qual. Eine Tortur. Ich kann das nicht.“ Damit befeuerte er die Trump’sche Twitter-Maschine und sorgte für einen Schlagabtausch online:


„Alec Baldwin, dessen dahinsiechende, mittelmäßige Karriere von seiner schrecklichen Nachahmung von mir bei SNL gerettet wurde, sagt nun, dass es eine Qual für ihn war, mich zu spielen. Alec, es war eine Qual für diejenigen, die sich das anschauen mussten. Bringt Darrell Hammond zurück, der ein witzigeres und weitaus größeres Talent war!“


„Obwohl es eine Qual sein mag, stehe ich das durch, um die Amtsenthebungsanhörungen, die Resignationsrede und den Abschiedsflug im Helikopter nach Mar-a-Lago mitzuerleben. Du weißt schon, den guten Kram. Darauf warten wir alle.“


„Ich freue mich schon auf die Präsidentenbibliothek von Trump. Ein Putting Green. Rezepte für Schokoladenkuchen. Ein Live-Twitter-Feed, auf den die Besucher posten können. Ein kleines schwarzes Buch mit den Telefonnummern von Pornostars. Man ist innerhalb von fünf Minuten wieder draußen.“


„Und Mr. President… bitte sagen Sie Ihrer Frau, dass sie aufhören soll, mich nach SNL-Tickets zu fragen. (Hey, Melania…wir haben diesen Samstag Charles Barkley da!)“

Donald Trump vs. Bette Midler

Auch die Beziehung zwischen Schauspielerin und Entertainerin Bette Midler und dem Präsidenten sieht nicht besser aus. Die Streitigkeiten der beiden reichen sogar bis vor Trumps Amtsantritt zurück, als er – zur Empörung von Midler – zum Präsidentschaftswahlkampf 2012 öffentlich darüber nachdachte, zur Wahl anzutreten. Angefangen hat alles damit:


„60 Shades of Dummheit: Zehn Extrapunkte für die schreckliche Haarfärbung, die ihm jemand eingeredet hat.“

Trump reagierte mit zahlreichen Tweets, in denen er Midler unter anderem unterstellte, ihn nur öffentlich anzugreifen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, jedoch seinen „Hintern zu küssen“, wenn sie ihn persönlich treffe.


„Ich konnte Bette Midlers Charakter oder ihren Gesang nie leiden und habe ihren Namen seit Jahren nicht mehr gehört.“


„Obwohl Bette Midler eine extrem unattraktive Frau ist, weigere ich mich, das zu sagen, da ich immer darauf achte, politisch korrekt zu sein.“

Midler hat ihren Twitter-Feed in den vergangenen Jahren quasi in einen Anti-Trump-Account verwandelt, auf dem sie regelmäßig ihren Unmut über den Präsidenten äußert:


„Satan ist neidisch auf Trump.“


„Trump hat getweetet, dass er unser beliebtester Präsident sei. Ich würde jeden anderen Präsidenten bevorzugen, inklusive der 39, die derzeit verwesende Kadaver sind.“


„Trump fängt nicht vor 11 Uhr an zu arbeiten und nimmt sich den ganzen Tag über Pausen für ‚Executive Time’. Gott sei Dank ist er faul und hat sich nicht dazu verschrieben, alles in Vollzeit zu vermasseln.“

Donald Trump vs. Meryl Streep

Ähnlich wie Robert De Niro machte Meryl Streep ihrem Frust live auf offener Bühne Luft: Bei den Golden Globes 2017 betonte sie in einer emotionalen Rede, wie wichtig die Vielfalt sei, die Immigranten nach Hollywood und in die Welt bringen und kritisierte Trump – ohne seinen Namen zu nennen – dafür, dass er sich kurz zuvor während einer Pressekonferenz über einen körperlich behinderten Journalisten lustig gemacht hatte. Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten:




„Meryl Streep, eine der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood, kennt mich nicht, aber hat mich gestern Nacht bei den Golden Globes attackiert. Sie ist eine Lakaiin von Hillary, die mächtig verloren hat. Zum hundertsten Mal, ich habe nie einen behinderten Reporter ‘verspottet’ (würde das nie tun), sondern nur gezeigt, wie er ‘kroch’, als er eine 16 Jahre alte Geschichte ändern wollte, die er geschrieben hatte, um mich schlecht aussehen zu lassen. Nur noch mehr unehrliche Medien!“

Donald Trump vs. Michael Moore

Dass Donald Trump sich auch mit „Bowling For Columbine“- und „Fahrenheit 9/11“-Macher Michael Moore nicht sonderlich gut verstehen würde, überrascht nicht. Als der Oscarpreisträger sein Anti-Trump-Stück „The Terms of My Surrender“ 2017 an den Broadway brachte, war der US-Präsident alles andere als glücklich:


„Obwohl es ganz und gar nicht präsidentenhaft ist, muss ich hervorheben, dass die schludrige Michael-Moore-Show am Broadway ein totaler Reinfall war und frühzeitig abgesetzte wurde. Traurig!“

Anders als Trump behauptete, war „The Terms of My Surrender“ ein finanzieller Erfolg und wurde die kompletten zwölf Wochen aufgeführt, die zuvor geplant worden waren. Moore antwortete in einer Reihe von Tweets, in denen er den Präsidenten beschuldigte, mit solchen Anfeindungen von den wichtigeren Problemen des Landes abzulenken und außer dem Gebrauch von Twitter nichts zu können.


„Du musst mein supererfolgreiches Broadwaystück mit deiner Präsidentschaft verwechselt haben – die ist ein totaler Reinfall und wird tatsächlich frühzeitig enden. Nicht traurig!“