Donald Trump: Twitter-Lob für Stephen Bannon und "Breitbart"

Trump und Bannon – zwei Männer, deren Verhältnis einmal mehr Fragen aufwirft. (Bild: dpa)

Normalerweise nutzt Donald Trump seinen Twitter-Account, um politische Gegner zu diskreditieren. Nun hat der US-Präsident aber kurz hintereinander gleich zwei Lobeshymnen abgeschickt. Adressat: sein geschasster Berater Stephen Bannon.

Kurz nach dem Abgang Bannons, der Trump durch seine Nähe zu den politischen Rechtsaußen der USA dabei half, die Präsidentschaft zu sichern und seit dessen Amtsantritt als Chefberater fungierte, widmet der Präsident seinem ehemaligen Mitstreiter nun gleich zwei Tweets.

Bannon, der wenige Tage nach den Zwischenfällen in Charlottesville seinen Hut nehmen musste, kehrt in seine alte Position als leitender Redakteur von “Breitbart News” zurück. Auf Twitter schrieb Trump: “Steve Bannon wird eine zähe und smarte neue Stimme bei Breitbart News sein… vielleicht sogar besser, als jemals zuvor. Fake News benötigen die Konkurrenz!”

Vier Jahre lang, von 2012 bis 2016, leitete Bannon bereits das Online-Portal. Er übernahm die Leitung, nachdem Gründer Andrew Breitbart überraschend gestorben war. Im Sommer 2016 wechselte der rechte Meinungsmacher schließlich in die Politik und war als Wahlkampfberater für Donald Trump aktiv. Nach dessen Wahl stieg Bannon zu Trumps Chef-Strategen auf und bekam einen Posten im Nationalen Sicherheitsrat, den er jedoch bereits im April wegen Ungereimtheiten wieder verlassen musste.

Stephen Bannon im September 2016, mitten im Wahlkampf für Donald Trump. (Bild: ddp Images)

Nach den gewaltsamen Protesten vom 12. August in Charlottesville im Bundesstaat Virginia, bei denen Rechtsradikale und Anhänger des Ku-Klux-Klans aufmarschiert waren und Donald Trump im Anschluss die rechte Gewalt nicht beim Namen nannte, wurde Bannon im Weißen Haus fallen gelassen. Nun findet Trump auffallend warme Worte für seinen Ex-Mitarbeiter. Auf Twitter schreibt der US-Präsident: “Ich möchte Steve Bannon für seine Dienste danken. Er stieß während des Wahlkampfes gegen die verlogene Hillary Clinton zur Kampagne dazu. Es war großartig! Danke”.

Nun kehrt Bannon wieder in seine Rolle als Agitator bei “Breitbart News” zurück. Das rechtslastige Portal ist das Sprachrohr der Alt-Right-Bewegung, sieht sich selbst als “Korrektor” der “Fake-News-Berichterstattung”, die die neurechte Bewegung den Mainstream-Medien vorwirft. Bereits im Wahlkampf setzte sich das Online-Portal für Donald Trump ein.

Bannon erklärte kurz nach seinem Abgang, wie es nun für ihn weitergehe: Bei “Breitbart” will er weiter für Trump “in den Krieg ziehen.”