Donald Trump und „Fox & Friends“ – Kritik an enger Beziehung wird laut

Die Moderatoren von „Fox & Friends“: Steve Doocy, Ainsley Earhardt und Brian Kilmeade. (Bild: AP Photo)

Die US-Frühstückssendung „Fox & Friends“ läuft bereits seit 1998 auf dem konservativ ausgerichteten Kabelsender „Fox“. Derzeit gehört sie zu den meistgeschauten und einflussreichsten TV-Formaten. Der Grund: Eine innige Beziehung zu US-Präsident Trump – meint die „New York Times“.

Morgens kommen zwei Fernsehformate besonders gut an: Kinderserien und Frühstücksfernsehen. Wenn es nach der „New York Times“ geht, passt die Live-Sendung „Fox & Friends“ in beide Kategorien. So beschreibt ein am Mittwoch veröffentlichter Artikel die Show als Trumps persönliches, interaktives Kinderfernsehen.

Bevor die konservativ angehauchte Berichterstattung des Tages beginnt, laufen sich die Kommentatoren bei „Fox“ zunächst im Frühstücksformat warm. Während andere Medien den US-Präsidenten Donald Trump skeptisch betrachten, gar im Zwist mit ihm stehen (siehe „New York Times“ und „CNN“), scheint „Fox“ dem Präsidenten gegenüber deutlich positiver eingestellt.

Donald Trump hält mit seiner Meinung zu “Fox & Friend” nicht hinterm Berg. (Bild: AP Photo)

Die Serie „Fox & Friends“, so der Bericht der „New York Times“, richte sein Programm alleine nach Donald Trumps Laune. Vor seiner Politik-Karriere war Donald Trump ein fleißiger Anrufer der Sendung. Heute sind es seine Tweets, die besondere Beachtung finden. Im Gegenzug für die Einbindung seiner 140-Zeichen-Weisheiten gibt es auf Twitter Lob vom Präsidenten persönlich. Das mache die Sendung nach der Zeitung nach so gefährlich. Auch würden politische Entscheidungen des Präsidenten offenkundig positiv bewertet. Ein Beispiel: Als der Präsident den Abwurf der MOAB, der größten konventionellen Bombe der Welt, auf Stellungen des IS befahl, zeigte „Fox & Friends“ das Video mit einem patriotischen Song unterlegt. „So sieht Freiheit aus“, meinte die Moderatorin Ainsley Earheardt anschließend.

„Fox & Friends“, so wird es im Artikel beschrieben, biete zielgruppenorientiertes Fernsehen für Amerikaner, die sich nach den alten Zeiten sehnten und für die die großen Städte genauso so weit entfernt seien wie Sympathien für Obama, die Demokraten, Mainstream-Medien und Trump-Kritiker.

Die Moderatoren Steve Doocy und Brian Kilmeade – seit Tag eins dabei – wüssten, wie sie ihre Zielgruppe bedienen. So wurden beispielsweise bei „Fox & Friends“ Demokraten kritisiert, weil diese nicht alle Vorschläge von Trump durchgewunken hatten: „Das ist unamerikanisch“, sagte Moderator Brian Kilmeade. Moderator Steve Doocy versuchte, die Aussage einzuschränken, „Das ist Anti-Trump wie sonst nichts.“ Das kritisiert die „New York Times“.

Und der Präsident? Der schaut, daszeigen seine Posts und Kommentare, regelmäßig die Sendung – oder zumindest vereinzelte Clips, nimmt sie sogar auf, wenn die politischen Pflichten rufen. Amerikanische Medien, so fürchtet die „New York Times“, polarisierten so zunehmend. Und die Lager spalten sich weiter: Kein Trump-Gegner schaue sich freiwillig die „Trump-Show“ morgens auf „Fox“ an. Dasselbe gelte umgekehrt für Trump-kritische Sendungen – hier hielten sich konservative Trump-Fans fern. Was dies für die amerikanische Gesellschaft bedeutet, wird vermutlich erst die Zeit zeigen.