Donald Trump fährt Tillerson in die Parade

US-Außenministers Rex Tillerson warb am Wochenende in Peking für Verhandlungen mit Nordkorea. Kurz darauf hat US-Präsident Donald Trump hat diese Bereitschaft jedoch als „Zeitverschwendung“ vom Tisch gewischt.


Der US-Außenminister wirbt in Peking für einen Dialog mit Pjöngjang, sein Präsident tut das wenig später als Zeitverschwendung ab. Per Twitter beschied er Rex Tillerson am Sonntag: „Spar Dir deine Energie, Rex, wir werden tun, was zu tun ist.“ Später setzte Trump nach, dass ein netter Umgang mit „Raketenmann“ Kim Jong Un in 25 Jahren keinen Erfolg gebracht habe. „Clinton ist gescheitert, Bush ist gescheitert und Obama ist gescheitert. Ich werde nicht scheitern“, schrieb Trump.

Tillerson hatte am Samstag in Peking nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping die nordkoreanische Regierung aufgefordert, die nach gegenseitigen Kriegsdrohungen und persönlichen Beleidigungen überhitzte Lage zu beruhigen. „Es wäre hilfreich, wenn Nordkorea aufhört, Raketen abzufeuern“, sagte Tillerson.

Auf die Frage, ob sich sein Aufruf zur Beruhigung auch auf Trump beziehe, sagte Tillerson: „Ich denke, jeder wäre froh, wenn es sich beruhigt.“ Die USA wollten den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un nicht stürzen, Nordkorea aber nicht als Atommacht anerkennen. Die USA hielten Kommunikationswege mit Nordkorea offen und seien bereit, mit Pjöngjang zu sprechen.



Trumps harsche Tweets vom Sonntag sollte offenbar die von Tillerson gesendeten Signale für eine Gesprächsbereitschaft mit Pjöngjang beenden. Tillerson „verschwendet seine Zeit, wenn er versucht, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln“, schrieb der Präsident. Trump führte nicht weiter aus, was er mit mit der Formulierung meinte, dass getan werde, was zu tun sei. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung im September hatte er gesagt, sollten die USA „gezwungen werden, sich oder ihre Verbündenten zu verteidigen, werden wir keine andere Wahl haben, als Nordkorea völlig zu zerstören“.

Die USA versuchen Nordkorea mit Hilfe Chinas zum Einlenken im Atomstreit zu zwingen, weil Peking der wichtigste Handelspartner Nordkoreas ist. China will Kim zwar nicht zu Fall bringen, hat jedoch schärferen Wirtschaftssanktionen zugestimmt und setzt diese auch um.



Trump, der China im Wahlkampf unfaire Handelspraktiken vorgeworfen hatte, wird für November zu einem Besuch in Peking erwartet. Tillerson sagte, die Beziehungen zwischen China und den USA seien in demselben Maß gewachsen wie die Beziehungen zwischen Xi und Trump. „Wir freuen uns, die Beziehungen beim kommenden Gipfel voranzubringen“, sagte er.

Xi sagte, er pflege eine gute Arbeitsbeziehung und eine persönliche Freundschaft mit Trump. Der Austausch sei „ungewöhnlich, wunderbar und erfolgreich“.