Doku über Boris Becker: Er ließ sich drei Jahre von Kameras begleiten

Boris Becker sitzt aktuell eine Haftstrafe im Wandsworth Prison in London ab. (Bild: 2017 PROMA1/Shutterstock.com)
Boris Becker sitzt aktuell eine Haftstrafe im Wandsworth Prison in London ab. (Bild: 2017 PROMA1/Shutterstock.com)

Boris Becker (54) wurde Ende April wegen Insolvenzverschleppung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt wurde bekannt, dass sich die deutsche Tennislegende vor Haftantritt drei Jahre lang von einem Filmteam begleiten ließ. Die entstandene Dokumentation wird kommende Woche in Cannes präsentiert, wie das US-Branchenmagazin "Deadline" berichtet.

Interviews mit Familie und Tennisstars

Der Film entstand demnach unter der Führung der britischen Produktionsfirma Lorton Entertainment, die unter anderem für die Doku "Rooney" über Fußballer Wayne Rooney (36) verantwortlich ist. Regie führte Alex Gibney (68), der 2008 für "Taxi zur Hölle" den Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielt. Er begleitete Becker drei Jahre lang, sogar bis zum Gerichtsurteil Ende letzten Monats. Das kurz vor Abschluss stehende Projekt umfasst eine Reihe persönlicher Interviews mit dem Tennisstar sowie Mitgliedern seiner unmittelbaren Familie und Stars aus der Tenniswelt wie John McEnroe (63) und Björn Borg (65).

"Dieser Film über Boris Becker erzählt eine außergewöhnliche Geschichte", erklärt Gibney in einem Statement. Er biete einen offenen Insider-Blick auf die Welt des Profi-Tennis und sei auch "ein ergreifendes Porträt" über den 54-Jährigen. Abseits seiner einzigartigen Leistungen im Tennis, sowohl auf dem Platz als auch als erfolgreicher Trainer, seien seine privaten Beziehungen und finanziellen Verpflichtungen zum Stoff für Klatsch und Unwahrheiten geworden, ergänzt Produzent John Battsek (58). "Boris war unglaublich mutig, uns alles zu offenbaren. Alex und ich teilen eine große Verantwortung für die Entstehung dieses Films." Die Produktionsfirma bietet die Doku nun Interessenten in Cannes an.

Das Gericht verurteilte Boris Becker zu einer 30 Monate langen Freiheitsstrafe, die sofort vollstreckt wurde. Die Richterin und die Jury sahen es als erwiesen an, dass er in seinem Insolvenzverfahren bewusst Gelder und Besitztümer verschleiert habe, um sie vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu bewahren. Becker sitzt seine Haftstrafe im Wandsworth Gefängnis in London ab. Becker und sein Team können gegen den Schuldspruch und das Strafmaß noch Berufung einlegen.

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