Dogan Akhanli sieht in Freilassung Yücels Bestätigung für türkische Willkür

Der türkischstämmige Autor Dogan Akhanli, der im vergangenen Jahr auf Betreiben der Türkei mehrere Monate in Spanien festgehalten wurde, sieht in der Freilassung von Deniz Yücel eine Bestätigung für die Willkür der türkischen Regierung. Er freue sich sehr über die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten, sagte Akhanli am Freitag dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Sie sei aber nur "ein Symbol".

"Der Druck der deutschen Regierung war wohl in den vergangenen Tagen zu groß geworden", sagte Akhanli und nannte es "mehr als paradox", dass "da ein Journalist, der nur seine Arbeit macht, ein Jahr ohne Anklage in Haft sitzt - und irgendwann wird er einfach freigelassen". Akhanli hatte Yücel Briefe ins Gefängnis geschrieben sowie Kontakt zu Yücels Schwester und dessen Anwalt gehalten.

Yücel kommt nach mehr als einem Jahr in türkischer Haft frei. Wie die "Welt" unter Berufung auf seinen Anwalt mitteilte, ordnete ein Gericht die Freilassung an. Türkische Medien berichteten, die Staatsanwaltschaft habe 18 Jahre Haft gegen den 44-Jährigen wegen "Terrorpropaganda" gefordert. Das Gericht habe die Anklageschrift angenommen und daraufhin die Freilassung Yücels angeordnet.