Documenta musste vor Insolvenz gerettet werden

Werk der Künstlerin Marta Minujin auf der diesjährigen Documenta

Der Documenta in Kassel, weltweit wichtigste Ausstellung für moderne Kunst, hat offenbar die Insolvenz gedroht. Ende August gab es eine Sondersitzung des Aufsichtsrats, in der Folge mit kurzfristigen Maßnahmen "die Liquidität der Gesellschaft zunächst bis Ende September 2017 gesichert" wurde, wie der Aufsichtsratsvorsitzende und Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) am Dienstag mitteilte.

"Der Betrieb der aktuell laufenden d14 ist bis zu ihrem planmäßigen Abschluss am 17. September 2017 in jedem Fall gewährleistet", versicherte der Oberbürgermeister. Stadt und Land seien zudem zur "Fortführung der Documenta in Kassel als Ausstellung zeitgenössischer Kunst von Weltrang" entschlossen.

Um die Zahlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern, würden "Sicherheitszusagen der Gesellschafter vorbereitet", erklärte Geselle. Nach einem Bericht der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" geht es um Bürgschaften von zusammen sieben Millionen Euro. Die Stadt dementierte diesen Betrag nicht.

Kurzfristig wurden offenbar Gläubiger um Stundung gebeten. Unterdessen werden die Finanzen der Documenta GmbH von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchleuchtet, bestätigte Geselle.

Die Documenta 14 gab es erstmals neben Kassel auch in einer weiteren Stadt - in Athen. Der Gesamtetat lag bei 37 Millionen Euro. Jeweils sieben Millionen Euro kamen von der Stadt Kassel und dem Land Hessen sowie viereinhalb Millionen Euro von der Kulturstiftung des Bundes.

Die andere Hälfte sollte die Documenta selbst erwirtschaften, etwa durch Eintrittsgelder und Sponsoren. Beobachter mutmaßen, dass sich die Documenta mit dem Plan übernommen haben könnte, mit ihrem Budget quasi zwei Ausstellungen zu finanzieren.