DLRG und Bundeselternkammer fordern Schwimmunterricht für alle Grundschüler ein

Viele Menschen in Deutschland können nicht mehr schwimmen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Bundeselternrat haben sich gemeinsam für einen flächendeckenden Schwimmunterricht an Grundschulen stark gemacht. "Die Schwimmfähigkeit der Kinder im Grundschulalter ist weiterhin ungenügend", erklärte DLRG-Vizepräsident Achim Haag am Dienstag in Bad Nenndorf. Die beiden Organisationen riefen die Kultusministerien dazu auf, den Unterricht sicherzustellen.

Laut DLRG hat ein Viertel aller Grundschulen keinen Zugang zu einem Schwimmbad, außerdem sind Lehrer häufig nicht für den Schwimmunterricht ausgebildet. Unter anderem verwies die Gesellschaft auf eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Umfrage, wonach 60 Prozent der Grundschüler nicht sicher schwimmen können. Die Menschen in Deutschland seien immer weniger schwimmsicher, was auch zu mehr Ertrinkungstoden führe.

Auch die Bundeselternkammer zeigte sich besorgt. "Die Zunahme der Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland, insbesondere unter unseren Kindern, muss gestoppt werden", erklärte ihr Vorsitzender Stephan Wassmuth. Der Lehrauftrag müsse konsequent umgesetzt werden. Lehrer sollten zudem nach einheitlichen Kriterien für Schwimmausbildung und in Rettungsfähigkeiten geschult werden.

Nach den von der DLRG geführten Statistiken ertranken von Januar bis einschließlich August in diesem Jahr bereits mindestens 297 Menschen in Gewässern. Der Organisation zufolge liegt das vor allem daran, dass die Schwimmfähigkeiten der Menschen abnehmen.