Lässt Djokovic eine historische Chance sausen?

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Lässt Djokovic eine historische Chance sausen?
Lässt Djokovic eine historische Chance sausen?

Natürlich musste sie in diesem historischen Moment wieder kommen, die unvermeidliche Frage nach dem besten Tennisspieler der Geschichte. Und Novak Djokovic, mit der breiten Brust eines frischgebackenen Grand-Slam-Rekordchampions, redete nicht drum herum.

"Ich halte mich für den Besten, und ich glaube, dass ich der Beste bin", sagte der Serbe nach seinem sechsten Titel in Wimbledon, "sonst würde ich nicht so selbstbewusst davon sprechen, Grand Slams zu gewinnen und Geschichte zu schreiben."

Pete Sampras, Björn Borg oder Andre Agassi hat der 34-Jährige in den Statistiken schon längst hinter sich gelassen, seinen Ex-Coach Boris Becker sowieso. Doch mit diesem irrsinnigen 20. Grand-Slam-Titel ist Djokovic endlich da angekommen, wo er seit Jahren hinwollte: ganz oben, auf einer Stufe mit seinen großen Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal.

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Hinzu kommt: Das Jahr 2021 bietet noch weitere gute Gelegenheiten, sich in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Mit Blick auf den demonstrativ zur Schau gestellten Erfolgshunger von Djokovic erstaunt es da fast ein wenig, dass er mit dem Gedanken spielt, eine davon sausen zu lassen.

Novak Djokovic vor Grand Slam - aber kein Golden Slam?

Djokovic braucht "nur" noch den Sieg bei den US Open, um den Grand Slam zu schaffen, den Sieg bei allen vier Major-Turnieren des Jahres. In der Ära des Profitennis war diese Meisterleistung lediglich Australiens Legende Rod Laver 1969 gelungen. Eine verlockende Aussicht für Djokovic, der sagt: "Ich träume immer davon, das Größte im Sport zu erreichen."

Der Serbe kann mit Laver aber nicht nur gleichziehen, sondern ihn sogar toppen: In diesem geschichtsträchtigen Jahr wäre auch der sagenumwobene Golden Slam drin. Den Viererpack in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York plus Olympia-Gold, das hat noch kein Mann geschafft. Und bei den Frauen auch nur Steffi Graf 1988.

Allerdings: Nach seinem Wimbledonsieg gegen Matteo Berrettini ließ Djokovic offen, ob er tatsächlich nach Tokio reisen wird.

Djokovic erwägt Absage für Olympia

Die strengen Restriktionen für die Sportler bei den Sommerspielen (23. Juli bis 8. August), der fehlende Austausch untereinander, die leeren Stadien - all das verdirbt Djokovic die Lust. "Im Moment bin ich ein bisschen zwiegespalten", sagte er, es sei "eine 50:50-Entscheidung".

Damit ist er nicht alleine. Federer wollte sich ebenso noch nicht festlegen wie die deutsche Nummer eins Angelique Kerber. Die Superstars Nadal und Serena Williams haben schon abgesagt, Dominic Thiem und Simona Halep fehlen verletzt - der Stellenwert des olympischen Tennisturniers hat bereits enormen Schaden genommen.

"Ich werde darüber nachdenken müssen", sagte Djokovic.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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